Die Tauchgänge mit Hammerhaien vor den Galapagosinseln sind Spannung pur! Foto: B. Cole

Die Tauchgänge mit Hammerhaien vor den Galapagosinseln sind Spannung pur! Foto: B. Cole

Walhaie, Hammerhaie, Seelöwen – Traumziel Galapagos

Die Galapagosinseln sind der Traum jedes Naturliebhabers und bieten unvergessliche Tierbegegnungen über und unter Wasser. Eine der Besonderheiten des Archipels: Rund 40 Prozent der hier lebenden Tierarten sind endemisch. Und wer einmal hier war, möchte nur eines: wiederkommen!

Ohne Vorwarnung sind sie plötzlich da – so fremd und unwirklich: Eine Schule von hundert Hammerhaien schwebt wie eine Wand über uns hinweg. Schön und hypnotisch, wie sich die Tiere hin und her durch die Fluten bewegen. Dieser Bogen in 18 Meter Tiefe ist wie das Tor zu einer anderen Welt. Alle Arten von marinen Lebewesen findet man hier: Delfine, Seiden- und Walhaie sowie Stachelmakrelen und Bonitos sind regelmäßige Galapagos-Besucher.

Auf den Spuren von Charles Darwin

Die skurril aussehenden Meerechsen ernähren sich von Algen und Tang. Foto: B. Cole

Die skurril aussehenden Meerechsen ernähren sich von Algen und Tang. Foto: B. Cole

Charles Darwins unvergleichlicher Archipel zählt zu den besten Tauchgebieten der Welt. Für die einen ist es der Thrill, Großfische unter Wasser zu erleben. Andere begeistert neben der vielfältigen Tierwelt die Tatsache, auf den Pfaden der Evolution unterwegs zu sein. Mich begeistert die Ansammlung kleiner und großer Kreaturen über und unter Wasser – umgeben von wogenden Wellen und schwelenden Vulkanen.

Mit verspielten Seelöwen tauchen

Die neugierigen Seelöwen kommen mitunter bis auf Tuchfühlung heran. Foto: B. Cole

Die neugierigen Seelöwen kommen mitunter bis auf Tuchfühlung heran. Foto: B. Cole

Unsere Reise beginnt mit einem Tauchgang mit spitzbübischen Galapagos-Seelöwen, die uns belagern. Einige sind so frech, dass sie an unseren Flossen herumknabbern. Dass es nicht nur große Sachen zu sehen gibt, beweist der Tauchplatz Cousins ??Rock: Die gelb-schwarzen und orangenen Korallen und roten Schwämme sind das ideale Terrain für Anglerfische, Langschnauzen-Büschelbarsche, Nacktschnecken, Kraken und Seepferdchen.

Besuch bei den Riesenschildkröten

Die Galapagos-Riesenschildkröten muss man einfach gesehen haben! Foto: B. Cole

Die Galapagos-Riesenschildkröten muss man einfach gesehen haben! Foto: B. Cole

Keine Galapagos-Reise ist komplett, ohne die 200 Kilo schweren und bis zu 150 Jahre alten Riesenschildkröten zu sehen. Unser erstes Treffen mit den bekanntesten Tieren der Inseln ist an der Charles-Darwin-Forschungsstation in Puerto Ayora auf der Insel Santa Cruz. Die Reptilien haben auf den Inseln unterschiedliche Größen, Formen, Halslängen – was für großartige Beispiele für die Evolution!

Achtung, Strömung!

So aufregend die zentralen Inseln der Galapagos auch sein mögen – zwei Felsen weit im Norden sind legendär: Wolf und Darwin zählen zu den besten Spots der Welt für alle, die einen echten Adrenalinkick suchen. Das nächste Ziel ist Wolf. Das Meer ist wärmer (23 Grad Celsius) und blauer (15 Meter-Sichtweite). Die Strömung ist rasant, sodass wir wie im Sturzflug auf dem Riff landen und uns an die Felsen klammern. Handschuhe sind der beste Freund der Taucher auf den Galapagosinseln. Dabei sollte man auch genau hinsehen, wo man sich festhält. Es wimmelt hier nur so von Muränen.

Zwischen Hammerhaien und Delfinen

Wird es über den Köpfen der Taucher dunkel, könnte es an vorbeiziehenden Hammerhaien liegen. Foto: B. Cole

Wird es über den Köpfen der Taucher dunkel, könnte es an vorbeiziehenden Hammerhaien liegen. Foto: B. Cole

Unser Guide macht Signale – ein paar Adlerrochen gleiten über uns hinweg. Bevor sie außer Reichweite sind, höre ich andere Klickgeräusche. Mehrere Tümmler schwimmen im Zickzackkurs auf uns zu. Die nächsten 30 Minuten vergehen wie im Flug: Wir zählen mehr als 20 Hammerhaie, dazwischen sehen wir Wahoos und Großaugenmakrelen. Das Beste kommt am späten Nachmittag beim vierten Tauchgang. Die Strömung hat deutlich angezogen und wir treiben wie im Flug über das Geröllfeld eingehüllt in einen riesigen Schwarm von Creole-Fischen. Ein Dutzend grüner Makrelen schießt in die Biomasse. Drei-Meter-Galapagos-Haie gleiten durch das Chaos. Plötzlich sind sie verschwunden und tauchen in Armeslänge vor dem Fischvorhang entfernt auf. Wie viele es sind? Fünf? Zehn? Ich liebe solche Tauchgänge!

Top-Tauchplatz Darwin's Arch

Ein riesiger Schwarm Stachelmakrelen lässt das Meer glitzern. Foto: B. Cole

Ein riesiger Schwarm Stachelmakrelen lässt das Meer glitzern. Foto: B. Cole

Genauso begeistern mich Spots wie Anchorage. Dort kann man in 27 Metern Tiefe vor Wolf die skurrilen Fledermausfische mit ihrem roten Kussmund sehen. Ein weiterer Top-Spot findet sich auf Darwin Island: Darwin's Arch hat es wirklich in sich. Umfassend gebrieft geht es in die Tiefe. Bevor ich klar sehen kann, merke ich, dass die Show schon längst begonnen hat: Wir werden von einer Schule Stachelmakrelen umkreist, die wie polierter Silberschmuck in den Fluten funkeln. Unter uns wartet eine Wand von Bonitos – ein paar Seidenhaie beobachten das Geschehen. Wir stürzen wie Tölpel, die nach Sardinen jagen, in dieses UW-Theater und landen auf einer Plattform in 18 Metern Tiefe. Hier kann man mit einem sensationellen Panoramablick das Treiben genießen. Zwei Meeresschildkröten lassen sich geduldig von einer Putzerfisch-Crew reinigen. Mit mürrischen Gesichtern lauern Drachenköpfe auf Beute, während scheinbar heimatlose Muränen das Riff belagern. Neugierige Lippfische schleichen um mich herum, wohl in Erwartung, dass sich bei meiner Riffkrallerei ein paar Rankenfußkrebse lösen könnten. Einige Galapagoshaie beobachten uns von der Riffkante aus.

Auge in Auge mit einem Walhai

Den größten Fisch der Welt - den Walhai - kann man bei Darwin's Arch bestaunen. Foto: B. Cole

Den größten Fisch der Welt - den Walhai - kann man bei Darwin's Arch bestaunen. Foto: B. Cole

Unser Guide zeigt uns schließlich das Highlight an: Ein gigantischer Walhai schwimmt direkt auf mich zu. Ich bin nur zwei Meter vom größten Fisch der Welt entfernt. Der Blickkontakt ist eigenartig: Warum besitzt ein 13 Meter langer Fisch nur so eine kleines Auge? Schaut er freundlich? Die Strömung treibt mich an dem Riesen vorbei und ich sehe nur noch die Schwanzflosse, die genauso schnell im Blau verschwindet, wie er erschienen ist. Schnaufend schwimmen wir zurück zu den Felsen. Im Strömungsschatten schauen wir auf die blaue Wunderwelt. Wir wissen nicht, welche magischen Momente uns als nächstes erwarten. Und dann sind sie wieder da: Plötzlich nähern sich einige Hammerhaie – das Schauspiel geht weiter!

Tauchen vor den Galapagosinseln

Galapagos ist eines der aufregendsten Reiseziele der Welt. Ob verspielte Seelöwen, Hammer- und Walhaie, Thunfisch- und Makrelenschwärme und viele andere Meereslebewesen mehr – hier reiht sich Erlebnis an Erlebnis. Malerischster Spot über Wasser ist der Felsbogen Darwin Arch, den man wohl nie vergessen wird. Tauchsafaris vor Galapagos werden von der Aggressor Fleet angeboten – hier ist man auf der „Galapagos Aggressor III“ unterwegs. Infos zu den Touren gibt es auf www.aggressor.com/galapagos.php

Text: Brandon Cole