Der „Eon Core“ macht auch bei acht Grad Wassertemperatur fröhlich!

Der „Eon Core“ macht auch bei acht Grad Wassertemperatur fröhlich! © T. Helm

Suunto Tauchcomputer Eon Core: außen klein und innen groß

Der finnische Computerhersteller SUUNTO hat mit dem „Eon Core“ einen neuen Hit gelandet: leicht, kompakt und individualisierbar. Dazu kann er fast alles: Von Luft, Nitrox, Trimix und das offen wie auch mit Kreislaufgerät.

Suunto ist bekannt für kleine Tauchcomputer und bei vielen Tauchern gerade deswegen beliebt. Mit dem „Eon Steel“ sind die Finnen von diesem Konzept abgewi-chen (siehe TAUCHEN 11/2014, Seite 100). Der ist aber – dank eines Rahmens aus Edelstahl – ein ziemlicher „Klopper“ und wiegt 347 Gramm. Das ist fett und das hat auch den einen oder anderen ansonsten glücklichen Besitzer etwas gestört. Der „Eon Core“ wiegt mit 154 Gramm weniger als die Hälfte und ist kleiner. Bis auf einen dünnen Rand und die drei Knöpfe an der Seite ist er nicht viel größer als sein Display. Der einzige signifikante Unterschied für den User ist die Tauchtiefe. Statt 150 Meter wie beim „Eon Steel“ liegt seine Grenze bei 80 Metern. Das ist nicht tief für einen Rechner, der Helium „kann“. Aber es gibt Taucher, die zwar mit Trimix tauchen, aber innerhalb des 80-Meter-Bereichs bleiben.

Über die kostenlose „DM5“-Software (Mac und Win) lässt sich das Display des „Eon Core“ individualisieren, indem bestimmte Felder so belegt werden, wie man das gerne möchte.

Erster Eindruck


Der erste Eindruck nach dem Auspacken: Ohne einen Blick ins Handbuch geht nach einer kurzen Probierphase alles intuitiv.
Der „Eon Core“ wächst mit den Ansprüchen oder Qualifikationen des Tauchers: von Luft über Nitrox zu Luft mit Nitrox- oder Sauerstoff-Deko. Wer dann noch einen Schritt weitergehen will und mit Trimix tauchen möchte, muss dazu nicht den Tauchcomputer wechseln, sondern schaltet einfach einen weiteren Modus frei. Dessen Namen und die verwendeten Gasgemische kann er selbst einstellen. Auch Tauchgänge mit Kreislaufgeräten kann der „Eon Core“.

 

Der „Eon Core“ ist kompakt und leicht, hat aber ein großes Farbdisplay. © B. Wesemann


Im nassen Element


Der erste Eindruck unter Wasser: alles gut, keine offenen Wünsche. Die Ablesbarkeit ist, nicht zuletzt aufgrund der Farben, fantastisch. Meine Nahbrille hat einen Dioptrienwert von +1,5. Ohne Korrektur kann ich trotzdem selbst die kleine Schrift im oberen Bereich des Displays ablesen, die mir den Tiefenstopp auf 16 Metern ankündigt. Sehr angenehm ist auch das individualisierbare Display. Früher musste man suchen, bis man einen Rechner gefunden hatte, der einem „taugte“. Beim „Eon Core“ hat man die Möglichkeit, fast alle Werte über die „DM5“-Software individuell einzustellen oder eben zu löschen. Für den frugalen Taucher bleiben dann zum Beispiel noch Maximaltiefe, aktuelle Tiefe, Nullzeit und die Tiefe für den Safetystop oder den ersten Deko-Stopp. Wer es üppig liebt, der kann bis zu fünf Bildschirme, die hintereinander abrufbar sind, einstellen.
Das nächste dicke Plus ist die Bedienung mit den drei seitlich angebrachten Knöpfen. Das geht im Wasser genauso gut wie an Land. Klasse ist auch der Kompass. Wenn man eine Peilung nimmt, etwa zum Riff hin, zeigen einem zwei orangene Linien links und rechts neben der Peilung einen Korridor. Diesen einzuhalten ist in der Praxis wesentlich einfacher als die sonst bei digitalen Kompassen übliche Peil-anzeige.

Der „Eon Core“ wird mit Elastomer-Armband geliefert, das auch bei Trockis passt. Als Zubehör gibt es einen Bungee-Adapter (30 Euro). Diese Lösung wird von einigen Tauchern bevorzugt.

 

Licht oder Schatten?


In den Augen mancher Taucher ist die automatische Sperre des Rechners vielleicht ein Manko: Wenn ein Deko-Stopp länger als drei Minuten ignoriert wird, sperrt sich der Rechner für 48 Stunden. Selbst dann, wenn das in der letzten Minute des Drei-Meter-Stopps passiert. Für mich das einzige Manko des coolen Finnen.

 

Die Facts

SUUNTO  „Eon Core“ (Stand 1/2018)

Typ: Handgelenksmodell
Display: Farbe
Betriebsdauer: 10 – 20 Stunden je nach Einstellung
Dekomodell: Suunto Fused RGBM
Logbuchspeicher: 200 Stunden
maximale Einsatztiefe: 80 Meter
Batterie: Lithium-Ionen Akku
Aktivierung: manuell, Wasserkontakt
Garantie: zwei Jahre
Gase: bis zu zehn Gase (Sauerstoff von 5 – 99 % und Helium 0 – 95 %)
Gasintegration: optional, mit „Suunto POD“ können bis zu zehn Flaschen in-tegriert werden
Preis: 699 Euro, „Suunto POD“ 299 Euro.
www.suunto.com

TAUCHEN MEINT:
Die leichte Version des „Eon Steel“ und einer der Top-Rechner auf dem Markt.