Das Titelbild von TAUCHEN Juni 2017.

Seabob: Der Rote Racer

Der Porsche unter den Tauchscootern hat ein Leistungsupgrade bekommen. Seabob bringt den F5 SR auf den Markt – mit noch mehr Power unter der Haube. Was sind die weiteren Neuerungen? Wir sind Probe gefahren.

Eines vorneweg: Der Seabob ist ein Spaßgerät! Wenn Tech-Taucher mäkeln, der Scooter passe nicht durch den schmalen Höhlendurchgang und könne keine 100 Meter tief tauchen, dann ist diese Argumentation völlig fehl am Platz. Denn der Rennschlitten will einfach nur eines: seinem Piloten eine gehörige Portion Spaß und Geschwindigkeit verpassen. Und noch etwas vorneweg: Ja, das kann er!

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Pirouetten überm Riff drehen? Kein Problem. Foto: Florian Fischer, Behind the Mask

Mit bis zu 20 km/h rast man mit dem Aqua-Porsche durch das feuchte Element. Mag sich für Autofahrer nicht viel anhören – ist für Taucher aber gewaltig! So gewaltig dass einem im siebten „Gang“ schon mal die Haube vom Kopf segelt oder die Maske voll läuft. Macht aber nichts – denn der Adrenalinkick ist es wert. Spielkinder und Design-Freaks bekommen leuchtende Augen. Mit Onkel Bob möchte jeder mal Pirouetten drehen und Loopings kreisen.

Doch schaut der ambitionierte Käufer in die Preisliste, wird ihm schnell übel. 16 874 Euro für die neuste Version mit dem SR-“Perfomance Raise“. Das ist ja fernab von gut und böse. Nun ja, Qualität made in Germany hat eben ihren Preis. Doch damit auch diejenigen, die keine Yacht in St.Tropez besitzen, in den Geschwindigkeitsrausch kommen, gibt es Seabob-Divecenter (Liste der Stationen folgt an dieser Stelle) an denen der Luxus-Schlitten ausgeliehen werden kann. Neuerdings vergeben die sogar ein eigenes PADI-Seabob-Specialty.

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Ob Apnoe oder mit Gerät – der Seabob macht Spaß. Foto: Florian Fischer, Behind the Mask

Deutsche Ingenieurskunst

Angetrieben wird das Gefährt nach dem Jet-Ski-Prinzip. Ein Hochleistungselektromotor lässt den Impeller rotieren. Dieser saugt Wasser von unterhalb des Flitzers an und lässt es durch den Jetkanal strömen. Dadurch entwickelt sich der raketenartige Schub. Ihre Energie bezieht die Maschine aus zwei Lithium-Magnan-Akkumulatoren, die seitlich unter der Haube sitzen. Geladen werden sie in 8, oder mit dem Schnellladegerät in 1,5 Stunden.

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Jetski-Prinzip: Der Impeller saugt Wasser an – dann strömt es durch die Kanäle. Foto: Timo Dersch

Das Display im Cockpit zeigt Akkuladezustand, Tauchtiefe, Wassertemperatur sowie den gewählten „Gang“ an. Bis zu sieben Leistungsstufen kennt die Software. Mit den vier Piezotastern navigiert man durchs Menü. Also Hüfthose einclippen, „Gang“ einlegen, Gashebel unter dem Griff ranziehen und schon taucht man los.
Wer wild fährt, sollte aufpassen Aufstiegsgeschwindigkeit und Sicherheitsstopps einzuhalten. Unser Tipp: Auch mal beim Apnoetauchen benutzen. Denn ohne Aufstiegseinschränkungen kann der Pilot die spritzige Wendigkeit des Racers noch besser auskosten. Einhändig fahren? Kein Problem. Schließlich muss die linke Hand für Druckausgleich und Tarierungsanpassung verwendet werden. Im Test haben wir sie auch mal dem Buddy gereicht und ihn per Anhalter mitgenommen.

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Unter dem Display sitzt die neue Selfie-Kamera. Foto: Timo Dersch

Eine wesentliche Neuerung ist der Schaum zwischen Motor und Karosserie. Im Vergleich zu älteren Modellen komprimiert er nicht mehr. In jeder Tiefe behielt unser Rennschlitten seine Tarierung bei. Ohne die Tauchgewichte (3,5 kg pro Seite) ist er deutlich zu positiv – mit ihnen, zur Sicherheit, noch etwas positiv (2 kg) tariert.

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Ganz wichtig: Ohne die Bleigewichte hat das Fahrzeug zu viel Auftrieb zum Tauchen. Foto: Timo Dersch

Eins steht fest: Wäre Michael Schumacher Taucher, er würde den Seabob „F5 SR“ fahren.