Thermalution hat eine breite Palette an heizbren Unterziehern. Die getestete „Yellow Grade Plus“ ist die zweite von rechts.

Thermalution hat eine breite Palette an heizbren Unterziehern. Die getestete „Yellow Grade Plus“ ist die zweite von rechts. © Frank Schneider

Thermalution „Yellow Grade Plus“-Heizweste

Die „Yellow Grade Plus“-Heizweste gehört zu den Top-Modellen im Programm des Herstellers aus Taiwan.

Während bei Tech-Tauchern die Heizung im Trocki schon seit Jahren üblich ist, gibt es für Nasstaucher wenige Lösungen, wie eben die von Thermalution, die seit fast 20 Jahren im Wassersportbereich für Wärme sorgen. Einige ihrer Produkte haben Akkus, die auch druckfest sind. Zu den Top-Modellen dieser Linie zählt das „Yellow Grade Plus“ mit einer maximalen Tauchtiefe von 100 Metern.

Die "Yellow Grade Plus"-Weste mit der Fernsteuerung links im Bild.

So funktioniert die Weste

Im Rücken befinden sich die weichen, flexiblen Heizelemente, die laut Hersteller auf nicht-metallischer Basis hergestellt sind und nicht brechen können. Das System arbeitet mit Infrarotwärme, deren Strahlung tief in den Körper reicht. Da es mit einer Fernsteuerung arbeitet, benötigt es auch bei Trockis keine Anzugdurchführung. Praktisch, wenn man mit einem Leihtrocki taucht. Drei Wärmestufen sind über einen Schiebeschalter an der Fernsteuerung einstellbar.

 

Die Heizelemente ziehen sich über den gesamten Rücken. Das rote Teil ist der Empfänger für die Fernsteuerung. © Christina Scheunemann

Die Praxis


Nach zehn Sekunden spürt man die Wärme. Nach 30 Sekunden ist es angenehm warm, und zwar nicht nur am Rücken, sondern am ganzen Körper. Füße und Hände sind natürlich etwas benachteiligt und dort fängt man später zuerst an zu frieren. Die Heizkraft ist enorm! Bei einem Test in einer zwei Grad kalten Halle, die zusätzlich mit einer starken Lüftung ausgestattet war, wurde es selbst auf unterster Stufe schnell zu warm. Für den Gebrauch an Land ist sie also eher nicht geeignet. Das Gefühl im Wasser? Fast wie in der Badewanne, nur tiefer! Wichtig ist, dass der Neoprenanzug darüber gut passt. Sonst wird es durch den Wasseraustausch trotz Heizung kalt. Und schnelle Scooterfahrten sind auch keine gute Idee! Als ich mich einige Minuten von einem Scooter-Piloten mitziehen lasse, friere ich erbärmlich. Das liegt an der Auskühlung aufgrund des vorbeiströmenden kalten Wassers. Sonst aber sind Tauchgänge zwischen 30 und 40 Minuten in bis zu vier Grad Celsius kaltem Wasser in Tiefen bis zu 45 Meter kein Problem gewesen. Die Heizdauer? Der Hersteller gibt sie je nach Heizstufe mit 180 bis 240 Minuten an. Diese Zeit konnte ich nicht ausreizen, aber bei drei Tauchgängen kam ich auf etwa 100 Minuten ohne Aufladen. Dann gingen die Akkus wieder ans Ladegerät, denn Akkus auf Lithium-Basis sollen zwischendurch immer mal wieder geladen werden.
Walter Comper  (TAUCHEN 5/2019)

 

Gut zu sehen sind die seitlich befestigten Akkus und die Fernsteuerung am Handgelenk

Infokasten

Typ: Heizweste für Nass- und Trockentauchanzüge
Material: Lycra, Nylon
Größen: XS, S, M, L, XL, XXL
Akku: zwei Lithium-Polymer-Akkus 7,4 Volt/4400 mAh
Steuerung: kabellos
max. Tiefe: 100 Meter
Preis: 899 Euro
Info: www.thermalution.de

TAUCHEN meint:
Genial, um den Nasstauchanzug zu pimpen!