Haie: Streitthema Haifütterungen

 Ob das ökologisch vertretbar ist oder die Tauchanbieter irgendwelche Qualifikationen haben, ist für die „Haijäger der Tourismusbranche“ nebensächlich. Für die Taucher zählt nur das Erlebnis. Und für die Veranstalter nur das Geld, das mit Haitourismus zu verdienen ist. Der Erfolg gibt denen Veranstaltern recht. Die Ausfahrten sind voll und es scheint alles sicher zu sein. Naja, fast. Denn Fakt ist auch, dass es bei Haitauchgängen immer öfter zu Problemen kommt. Zwar gab es Gott sei Dank bisher kaum Todesfälle, aber manchesmal fehlte nicht mehr viel. Es spricht für die „Ungefährlichkeit“ der Haie, dass nicht regelmäßig Unfälle passieren. Aber sie ereignen sich und der Grund dafür ist vor allen Dingen das Futter im Wasser.haiIMG_0175

Starke Naturerlebnisse

Beim Haitourismus muss man zwischen regionalen Begegnungen und Futterbegegnungen unterscheiden. Regionale Begegnungen sind zum Beispiel natürliche Versammlungen von Haien, für die man als Taucher nur den richtigen Zeitpunkt
und etwas Glück braucht.
 Dazu gehören die Walhaie vor Mosambik, die Hochzeit der Grauen Riffhaie vor Palau oder der Sardine Run vor der Küste Südafrikas. Stärkere Naturerlebnisse gibt es kaum!


  1. Hermann Ostermayer

    Lieber Haie anfüttern, als ausrotten, oder „nur“ fangen, oder armseelig in künstlichen Becken halten! Alles andere liegt nicht an den Haien, sondern an den Menschen.

    Sind Verletzung oder gar den Tod verursacht durch Hunde, Tiger, Löwen, Hyänen oder von Kühen vertrampelt zu werden weniger schmerzhaft und schlimm? Ich bin gerne unverletzt, egal von was! Ab dem Moment wo man verletzt ist, ist es schmerzhaft! Sei es vom vermeintlich „harmlosen“ eigenen Traktor, oder durch eine ungünstige Hai-Begegnung.

    Wieso müssen alle Menschen gleich und mainstream sein? Lasst doch denjenigen Menschen mit Angst vor Haien diese Angst. Wenn sonst alles stimmt, ist das keine nennenswerte Einbusse an Lebensqualität. Aber lasst auch diejenigen Menschen, welche von sich aus das Bedürfnis haben den wunderbaren Haien zu begegnen, ihre Freude! Besser ohne das Anfüttern, mit etwas Erfahrung und viel Glück gehen nahe Begegnungen auch ohne Fütterung. Doch solange Menschen in Delphinarien und Seaworlds gelockt werden, habe ich 0 Hemmungen an Fütterungen Teilzunehmen, und auch kein schlechtes Gewissen mehr, früher selber Haie der Hochsee höchst risikoreich angefüttert zu haben… (lange vorbei).

    Eigentlich ist die Situation diesbezüglich doch gar nicht so schlecht. In manchen Gegenden ist das Anfüttern heutzutage strikte verboten, woran man sich, seit es diese Anordnungen/Gesetze gibt, ohne wenn und aber halten muss. In anderen Gegenden wird es zum Glück gemacht, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, seltene Begegnungen erleben zu dürfen! Es soll halt jeder dort hinreisen, wo es passt und nicht das Gegenteil wollen, von dem was angeboten wird.

    Viele Menschen sind heute nicht mehr bereit, klein anzufangen und längere Zeit bei einem Thema zu bleiben. Gehts ums Bergsteigen, muss es gleich dass Matterhorn sein, anstatt als erstes sich an einem Jura-Hügel zu erfreuen und danach allmählich höhere Ziele anvisieren.

    Gehts um Haie, muss es sofort gleich der Weisse Hai sein, anstatt unbeschwert kleine Katzenhaie im Meer zu entdecken! und nah dies nah sich Ausbildung und Einbildung aneignen, bis es als Krönung im Laufe der Jahre eben doch vielleicht zu einer Begegnung z.B. mit dem Weissen Hai kommt.

    Ganz schlecht, und damit stehe ich völlig im Abseits, finde ich dass wer Geld für eine (Hai)Reise bezahlt, Anspruch auf Hai-Begegnungen stellt. Hoffen darauf natürlich schon! Aber fast schon Garantie sollte es keine Geben. Mich wundert manchmal, dass es überhaupt noch Tauchlehrer /Guides gibt. Für was die alles Schuld sein sollen, das ist nicht mehr normal. Entsprechend reagieren die Veranstalter und fahren immer wie mehr das Risiko zurück, in seltenen Fällen bis zur Langweiligkeit, oder überspielen es mit üpigem Bootsservice. Kein Wunder, gibt es Taucher und Taucherinnen, welche fast verplatzen, endlich wieder Haien zu begegnen.

    Manchmal wünsche ich mir die alten Zeiten zurück, wo der Gast mit friedlichen Absichten alle Freiheiten der Welt hatte und der Anbieter für nichts verantwortlich war.

    Ich wünsche allen wohlbehaltene gesunde erlebnisreiche Tauchgänge.

    Hermann Ostermayer


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