12_2018_tauchen

Haie: Streitthema Haifütterungen

Aber dann gibt es die Futterbegegnungen. Hier werden Haie durch Chumming (Anködern) angelockt. Mitten in diesem wilden, hungrigen Hai-Haufen taucht dann der Gast. Der Vorteil für den Veranstalter: Solche Reisen sind überall durchzuführen, wo es Haie gibt. Nach einigen Wochen Anfüttern funktioniert das sehr gut – und es kann Geld damit verdient werden! Nachteil: Man benötigt Futter, um die ansonsten eher menschenscheuen Tiere anzulocken.

Das bedeutet Risiko in mehreren Stufen:

  1. Futter im Wasser: Nichts verändert das Verhalten eines Hais so sehr wie Futter im Wasser oder der Geruch davon. Aus ansonsten scheuen Räubern werden aufdringliche Fische.
  2. Konditionierung: Regelmäßige Begegnungen mit Menschen verändern das Verhalten der Tiere. Sie kommen viel näher als normalerweise.
  3. Konkurrenz: Ein Hai im Wasser ist zu kontrollieren, mehrere Haie schaukeln sich in ihrem Verhalten auf. Sie konkurrieren um das Futter und betrachten oft auch den Menschen als Futterkonkurrenten. Die Taucher werden angestupst, geboxt oder gestreift. Kommt dazu jetzt noch falsches Verhalten des Tauchers hinzu, dann wird ein Biss immer wahrscheinlicher. Verantwortungsvolle Veranstalter erkennt man daran, wie die Taucher gebrieft werden, wie viele Sicherungstaucher dabei sind und vor allem, ob offen oder geschlossen geködert wird. Geschlossenes Ködern bedeutet, dass nur der Geruch von Futter die Haie anlockt. Im Gegensatz dazu arbeitet das offene Ködern mit Fischstücken. Alle Erfahrung zeigt, dass diese Köderart das höchste Risiko birgt!

SUPERHAI-MK-2 Kopie



  1. Hermann Ostermayer

    Lieber Haie anfüttern, als ausrotten, oder „nur“ fangen, oder armseelig in künstlichen Becken halten! Alles andere liegt nicht an den Haien, sondern an den Menschen.

    Sind Verletzung oder gar den Tod verursacht durch Hunde, Tiger, Löwen, Hyänen oder von Kühen vertrampelt zu werden weniger schmerzhaft und schlimm? Ich bin gerne unverletzt, egal von was! Ab dem Moment wo man verletzt ist, ist es schmerzhaft! Sei es vom vermeintlich „harmlosen“ eigenen Traktor, oder durch eine ungünstige Hai-Begegnung.

    Wieso müssen alle Menschen gleich und mainstream sein? Lasst doch denjenigen Menschen mit Angst vor Haien diese Angst. Wenn sonst alles stimmt, ist das keine nennenswerte Einbusse an Lebensqualität. Aber lasst auch diejenigen Menschen, welche von sich aus das Bedürfnis haben den wunderbaren Haien zu begegnen, ihre Freude! Besser ohne das Anfüttern, mit etwas Erfahrung und viel Glück gehen nahe Begegnungen auch ohne Fütterung. Doch solange Menschen in Delphinarien und Seaworlds gelockt werden, habe ich 0 Hemmungen an Fütterungen Teilzunehmen, und auch kein schlechtes Gewissen mehr, früher selber Haie der Hochsee höchst risikoreich angefüttert zu haben… (lange vorbei).

    Eigentlich ist die Situation diesbezüglich doch gar nicht so schlecht. In manchen Gegenden ist das Anfüttern heutzutage strikte verboten, woran man sich, seit es diese Anordnungen/Gesetze gibt, ohne wenn und aber halten muss. In anderen Gegenden wird es zum Glück gemacht, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, seltene Begegnungen erleben zu dürfen! Es soll halt jeder dort hinreisen, wo es passt und nicht das Gegenteil wollen, von dem was angeboten wird.

    Viele Menschen sind heute nicht mehr bereit, klein anzufangen und längere Zeit bei einem Thema zu bleiben. Gehts ums Bergsteigen, muss es gleich dass Matterhorn sein, anstatt als erstes sich an einem Jura-Hügel zu erfreuen und danach allmählich höhere Ziele anvisieren.

    Gehts um Haie, muss es sofort gleich der Weisse Hai sein, anstatt unbeschwert kleine Katzenhaie im Meer zu entdecken! und nah dies nah sich Ausbildung und Einbildung aneignen, bis es als Krönung im Laufe der Jahre eben doch vielleicht zu einer Begegnung z.B. mit dem Weissen Hai kommt.

    Ganz schlecht, und damit stehe ich völlig im Abseits, finde ich dass wer Geld für eine (Hai)Reise bezahlt, Anspruch auf Hai-Begegnungen stellt. Hoffen darauf natürlich schon! Aber fast schon Garantie sollte es keine Geben. Mich wundert manchmal, dass es überhaupt noch Tauchlehrer /Guides gibt. Für was die alles Schuld sein sollen, das ist nicht mehr normal. Entsprechend reagieren die Veranstalter und fahren immer wie mehr das Risiko zurück, in seltenen Fällen bis zur Langweiligkeit, oder überspielen es mit üpigem Bootsservice. Kein Wunder, gibt es Taucher und Taucherinnen, welche fast verplatzen, endlich wieder Haien zu begegnen.

    Manchmal wünsche ich mir die alten Zeiten zurück, wo der Gast mit friedlichen Absichten alle Freiheiten der Welt hatte und der Anbieter für nichts verantwortlich war.

    Ich wünsche allen wohlbehaltene gesunde erlebnisreiche Tauchgänge.

    Hermann Ostermayer


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