Haie: Streitthema Haifütterungen

So verhalten Sie sich richtig bei Haifütterungen!

Das steigende Interesse von Tauchern an Haien führte in den letzten Jahren dazu, dass auch die Zahl der Anbieter anstieg. Die Qualität der Anbieter variiert, und es werden auch nicht ganz ungefährliche Mittel eingesetzt, um Haie anzulocken. Deshalb ist das Schaffen von Qualitäts- und Sicherheitsempfehlungen unerlässlich geworden. Die von Sharkproject zusammengetragenen Verhaltensempfehlungen sollen das Unfallrisiko bei Haibegegnungen reduzieren:
  • Ruhig, gleichmäßig und leise atmen
  • Haitauchgänge sind eher etwas für erfahrene Taucher
  • Informieren Sie sich über Haie und ihr Verhalten
  • Folgen Sie den Anweisungen des Tauchguides
  • Achten Sie darauf, nicht in den Strömungsbereich des Köders zu geraten
  • Halten Sie einen Mindestabstand von zwei Körperlängen des Tiers ein
  • Wenn ein Hai Körperkontakt sucht, nicht wegschwimmen, sondern eine vertikale Position einnehmen
  • Vermeiden Sie Arm und Beinbewegungen
  • Bilden Sie bei angeköderten Haien eine homogene und kompakte Gruppe
  • Umkreist Sie ein neugieriger Hai, verfolgen Sie ihn mit den Augen und drehen Sie sich mit ihm
  • Nähern Sie sich einem Hai möglichst von der Seite und tauchen Sie nicht direkt über ihm auf
  • Vermeiden Sie ruckartige und zappelnde Bewegungen
  • Verzichten Sie auf kontrastreiche Kleidung wie zum Beispiel weiße Aufkleber auf schwarzen Tauchanzügen
  • Bei sehr schlechter Sicht den Tauchgang abbrechen
  • Blitzen Sie den Haien beim Fotografieren nicht direkt in die Augen
  • Brechen Sie bei Angst oder Unwohlsein den Tauchgang ab
  • Schnorcheln mit Haien sollte mit dem Anbieter abgesprochen werden. Einige Haiarten könnten die Schwimmer mit ihrer Beute verwechseln

Fazit zu Haifütterungen

Es liegt also an den Tauchern selbst, welches Hai-Angebot sie wählen. Uneingeschränkt zu empfehlen sind Reisen zu regionalen Haiversammlungen. Eingeschränkt dagegen Haifütterungen. Sie sollten nur gebucht werden, wenn die oben genannten Richtlinien eingehalten werden. Ansonsten Finger weg, wenn Sie sie behalten wollen! Das Thema Haifütterungen ist umstritten, aber natürlich gibt es wie immer verschiedene Meinungen dazu. Wir lassen drei Taucher, mit drei sehr unterschiedlichen Einstellungen, zu Wort kommen. Hier kommen ihre Statements:


  1. Hermann Ostermayer

    Lieber Haie anfüttern, als ausrotten, oder „nur“ fangen, oder armseelig in künstlichen Becken halten! Alles andere liegt nicht an den Haien, sondern an den Menschen.

    Sind Verletzung oder gar den Tod verursacht durch Hunde, Tiger, Löwen, Hyänen oder von Kühen vertrampelt zu werden weniger schmerzhaft und schlimm? Ich bin gerne unverletzt, egal von was! Ab dem Moment wo man verletzt ist, ist es schmerzhaft! Sei es vom vermeintlich „harmlosen“ eigenen Traktor, oder durch eine ungünstige Hai-Begegnung.

    Wieso müssen alle Menschen gleich und mainstream sein? Lasst doch denjenigen Menschen mit Angst vor Haien diese Angst. Wenn sonst alles stimmt, ist das keine nennenswerte Einbusse an Lebensqualität. Aber lasst auch diejenigen Menschen, welche von sich aus das Bedürfnis haben den wunderbaren Haien zu begegnen, ihre Freude! Besser ohne das Anfüttern, mit etwas Erfahrung und viel Glück gehen nahe Begegnungen auch ohne Fütterung. Doch solange Menschen in Delphinarien und Seaworlds gelockt werden, habe ich 0 Hemmungen an Fütterungen Teilzunehmen, und auch kein schlechtes Gewissen mehr, früher selber Haie der Hochsee höchst risikoreich angefüttert zu haben… (lange vorbei).

    Eigentlich ist die Situation diesbezüglich doch gar nicht so schlecht. In manchen Gegenden ist das Anfüttern heutzutage strikte verboten, woran man sich, seit es diese Anordnungen/Gesetze gibt, ohne wenn und aber halten muss. In anderen Gegenden wird es zum Glück gemacht, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, seltene Begegnungen erleben zu dürfen! Es soll halt jeder dort hinreisen, wo es passt und nicht das Gegenteil wollen, von dem was angeboten wird.

    Viele Menschen sind heute nicht mehr bereit, klein anzufangen und längere Zeit bei einem Thema zu bleiben. Gehts ums Bergsteigen, muss es gleich dass Matterhorn sein, anstatt als erstes sich an einem Jura-Hügel zu erfreuen und danach allmählich höhere Ziele anvisieren.

    Gehts um Haie, muss es sofort gleich der Weisse Hai sein, anstatt unbeschwert kleine Katzenhaie im Meer zu entdecken! und nah dies nah sich Ausbildung und Einbildung aneignen, bis es als Krönung im Laufe der Jahre eben doch vielleicht zu einer Begegnung z.B. mit dem Weissen Hai kommt.

    Ganz schlecht, und damit stehe ich völlig im Abseits, finde ich dass wer Geld für eine (Hai)Reise bezahlt, Anspruch auf Hai-Begegnungen stellt. Hoffen darauf natürlich schon! Aber fast schon Garantie sollte es keine Geben. Mich wundert manchmal, dass es überhaupt noch Tauchlehrer /Guides gibt. Für was die alles Schuld sein sollen, das ist nicht mehr normal. Entsprechend reagieren die Veranstalter und fahren immer wie mehr das Risiko zurück, in seltenen Fällen bis zur Langweiligkeit, oder überspielen es mit üpigem Bootsservice. Kein Wunder, gibt es Taucher und Taucherinnen, welche fast verplatzen, endlich wieder Haien zu begegnen.

    Manchmal wünsche ich mir die alten Zeiten zurück, wo der Gast mit friedlichen Absichten alle Freiheiten der Welt hatte und der Anbieter für nichts verantwortlich war.

    Ich wünsche allen wohlbehaltene gesunde erlebnisreiche Tauchgänge.

    Hermann Ostermayer


Kommentarfunktion deaktiviert.