Haie: Streitthema Haifütterungen

CONTRA: TAUCHEN-Redakteurin Jasmin Jaerisch

Jasmin Jaerisch ist Meeresbiologin und Redakteurin bei TAUCHEN. Fur sie sind angefütterte Haie tabu.

Jasmin Jaerisch ist Meeresbiologin und Redakteurin bei TAUCHEN. Fur sie sind angefütterte Haie tabu.

Auf diesen Hai-Zirkus kann man verzichten!
„Fiffi! Komm, komm her. Fein, ganz lieb, hier ist dein Fresschen. So, und jetzt zeig mal deine schöne graue Flanke, zeig die weißen Zähne, ja, so ist’s gut. Warte, noch ein Foto von vorn, dafür musst du aber noch ein bischen grimmiger gucken! Fiffi ist eine drei Meter lange Tigerhaidame vor den Bahamas, die fleißig vor dem Tauchpublikum ihre Show abzieht. Da wird zu unserem Spaß das wohl mächtigste Raubtier der Meere angelockt, gefüttert und zum Schoßhündchen degradiert. Die arrogante Selbstverständlichkeit, mit der die Taucher dieses Nicht-Naturerlebniss buchen, stört dabei aber noch viel mehr. Muss denn immer alles für uns Menschen zur Verfügung stehen? Haben wir es verlernt, die Natur auf natürliche Art und Weise zu genießen, sprich auch in Kauf zu nehmen, wenn der Hai mal nicht auftaucht? Scheinbar ja. Dass dabei immer wieder brenzlige Situationen entstehen, weil Fiffi mal keine Lust auf Kunststücken hat und huch – den Köder mit der Kamera verwechselt, ist klar. Dann heißt es plötzlich: Fiffi, pfui! So etwas darfst du doch nicht, sonst leidet dein Image!“

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  1. Hermann Ostermayer

    Lieber Haie anfüttern, als ausrotten, oder „nur“ fangen, oder armseelig in künstlichen Becken halten! Alles andere liegt nicht an den Haien, sondern an den Menschen.

    Sind Verletzung oder gar den Tod verursacht durch Hunde, Tiger, Löwen, Hyänen oder von Kühen vertrampelt zu werden weniger schmerzhaft und schlimm? Ich bin gerne unverletzt, egal von was! Ab dem Moment wo man verletzt ist, ist es schmerzhaft! Sei es vom vermeintlich „harmlosen“ eigenen Traktor, oder durch eine ungünstige Hai-Begegnung.

    Wieso müssen alle Menschen gleich und mainstream sein? Lasst doch denjenigen Menschen mit Angst vor Haien diese Angst. Wenn sonst alles stimmt, ist das keine nennenswerte Einbusse an Lebensqualität. Aber lasst auch diejenigen Menschen, welche von sich aus das Bedürfnis haben den wunderbaren Haien zu begegnen, ihre Freude! Besser ohne das Anfüttern, mit etwas Erfahrung und viel Glück gehen nahe Begegnungen auch ohne Fütterung. Doch solange Menschen in Delphinarien und Seaworlds gelockt werden, habe ich 0 Hemmungen an Fütterungen Teilzunehmen, und auch kein schlechtes Gewissen mehr, früher selber Haie der Hochsee höchst risikoreich angefüttert zu haben… (lange vorbei).

    Eigentlich ist die Situation diesbezüglich doch gar nicht so schlecht. In manchen Gegenden ist das Anfüttern heutzutage strikte verboten, woran man sich, seit es diese Anordnungen/Gesetze gibt, ohne wenn und aber halten muss. In anderen Gegenden wird es zum Glück gemacht, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, seltene Begegnungen erleben zu dürfen! Es soll halt jeder dort hinreisen, wo es passt und nicht das Gegenteil wollen, von dem was angeboten wird.

    Viele Menschen sind heute nicht mehr bereit, klein anzufangen und längere Zeit bei einem Thema zu bleiben. Gehts ums Bergsteigen, muss es gleich dass Matterhorn sein, anstatt als erstes sich an einem Jura-Hügel zu erfreuen und danach allmählich höhere Ziele anvisieren.

    Gehts um Haie, muss es sofort gleich der Weisse Hai sein, anstatt unbeschwert kleine Katzenhaie im Meer zu entdecken! und nah dies nah sich Ausbildung und Einbildung aneignen, bis es als Krönung im Laufe der Jahre eben doch vielleicht zu einer Begegnung z.B. mit dem Weissen Hai kommt.

    Ganz schlecht, und damit stehe ich völlig im Abseits, finde ich dass wer Geld für eine (Hai)Reise bezahlt, Anspruch auf Hai-Begegnungen stellt. Hoffen darauf natürlich schon! Aber fast schon Garantie sollte es keine Geben. Mich wundert manchmal, dass es überhaupt noch Tauchlehrer /Guides gibt. Für was die alles Schuld sein sollen, das ist nicht mehr normal. Entsprechend reagieren die Veranstalter und fahren immer wie mehr das Risiko zurück, in seltenen Fällen bis zur Langweiligkeit, oder überspielen es mit üpigem Bootsservice. Kein Wunder, gibt es Taucher und Taucherinnen, welche fast verplatzen, endlich wieder Haien zu begegnen.

    Manchmal wünsche ich mir die alten Zeiten zurück, wo der Gast mit friedlichen Absichten alle Freiheiten der Welt hatte und der Anbieter für nichts verantwortlich war.

    Ich wünsche allen wohlbehaltene gesunde erlebnisreiche Tauchgänge.

    Hermann Ostermayer


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