Titel der 10/18
Ein zu großer Abstand zwischen den Tauchpartnern kann fatale Folgen haben!

Ein zu großer Abstand zwischen den Tauchpartnern kann fatale Folgen haben! © W. Pölzer

Wenn der Buddy viel zu weit entfernt ist …

Die tauchen-Fehleranalyse: Eine leere Flasche und ein zu weit entfernt tauchender Buddy führen zu einem unkontrollierten Notaufstieg. Bei der anschließenden Bergung gerät der andere Tauchpartner ganz schön aus der Puste!

TAUCHEN-Leser Christian H. wollte seinen Buddy nach einem Notaufstieg bergen und gerät beinahe selbst in Probleme.

1_fehler0209_wpoChristian H. ist zusammen mit seinem langjährigen Tauchpartner Frank S. unterwegs auf einer Safari in Indonesien. Gemeinsam machen sie sich bereit für ihren zweiten Tauchgang.

 

 

 

2_fehler0209_wpoIm Wasser herrscht eine starke Strömung (Fehler 1). Da sie wegen eines Fotos zurück zu einer bestimmten Stelle möchten, tauchen sie weiter ab und kämpfen gegen die Strömung an (Fehler 2).

 

 

 

3_fehler0209_wpoAuf ihrer Maximaltiefe von 38 Metern ist die Strömung sogar noch stärker. Trotzdem tauchen sie weiter. In der Zwischenzeit liegt zwischen den beiden schon ein größerer Abstand (Fehler 3).

 

 

 

4_fehler0209_wpoAbgekämpft möchte Frank S. tief einatmen, doch sein Regler gibt keine Luft mehr. Ein Blick auf seinen luftintegrierten Computer zeigt ihm, dass seine Flasche leer ist (Fehler 4).

 

 

 

 

5_fehler0209_wpoVon seinem Buddy ist nichts mehr zu sehen. In Panik will Frank S. nur eins: nach oben! Ohne Rücksicht auf eventuelle Folgen schmeißt er sein Blei ab und schwimmt zur Oberfläche hoch.

 

 

 

6_fehler0209_wpoChristian H. sieht nur noch seinen Tauchpartner unkontrolliert nach oben schießen. Sofort macht er sich an einen kontrollierten Aufstieg. Er taucht einige Meter neben seinem ohnmächtigen Buddy auf.

 

 

 

7_fehler0209_wpoDa Frank S. noch atmet, beginnt Christian H., ihn in Richtung Safariboot abzuschleppen. Obwohl sie jetzt mit der Strömung schwimmen, strengt die Rettungsaktion Christian H. sehr an.

 

 

 

 

8_fehler0209_wpoDer Fahrer eines Beiboots wird auf die beiden Taucher an der Oberfläche aufmerksam und kommt zu Hilfe. Während Frank S. ins Boot gezogen wird, klammert sich sein Retter mit letzter Kraft ans Boot.

 

 

 

9_fehler0209_wpoIm Beiboot bekommt Frank S. wegen des Verdachts auf einen Deko-Unfall medizinischen Sauerstoff verabreicht. Auch Christian H. muss versorgt werden, die Anstrengung und der Stress waren zu viel.

 

 

 

 

Unser Fazit
Eigentlich beginnt alles recht harmlos: Der Spot ist vom vorherigen Tauchgang bekannt, mit seinem Buddy hat man schon viele Tauchgänge hinter sich gebracht. Doch gerade bei so völlig normalen Situationen können sich Fehler einschleichen.
Fehler 1: Es ist nichts Ungewöhnliches, dass an manchen Spots die Strömung im Laufe eines Tages die Richtung wechselt. Deshalb muss vor jedem Tauchgang die Strömung gecheckt werden und die Tauchgangsplanung danach ausgerichtet werden.
Fehler 2: Ob es sinnvoll ist, wegen eines Fotos im Flachen gegen die Strömung anzukämpfen, ist fraglich. Aber auf keinen Fall sollte man bei starker Strömung noch tiefer abtauchen. Vor allem nicht auf einer Safari. Lieber die Tauchgangsplanung kurzfristig ändern!
Fehler 3: Die beiden Taucher machen sich dann doch auf den Weg zu ihrem Fotomotiv. Doch leider sind sie in ihrem Kampf gegen die Strömung so sehr auf sich konzentriert, dass sie vergessen, auf ihren Buddy zu achten. Dabei wird der Abstand immer größer, bis Christian H. seinem Freund bei seinem Problemnicht mehr rechtzeitig zu Hilfe kommen kann.
Fehler 4: Je länger der Kampf in der Strömung dauert, um so mehr richtet sich die Konzentration der beiden Taucher aufs Vorwärtskommen. Dabei werden verschiedene Faktoren übersehen. Bei körperlicher Anstrengung steigt das Atemzugvolumen. Auch wegen der Tiefe wird viel mehr Luft verbraucht. Hier gilt: Wesentlich öfter den Luftvorrat kontrollieren, um immer genügend Reserven zu haben!
Zu guter Letzt: Tauchen im Urlaub ist kein Wettkampfsport! Dennoch gehört eine gewisse Grundfitness zum Tauchen dazu, denn der Körper wird gerade bei vermehrtem Flossenschlag einer großen Belastung ausgesetzt. Kommt dann noch der Stress einer Bergung hinzu, sind schnell die Grenzen erreicht.