Mit der richtigen Ausrüstung macht Schnorcheln gleich noch mehr Spaß.

Mit der richtigen Ausrüstung macht Schnorcheln gleich noch mehr Spaß. © W. Pölzer

Maske, Flossen, Schnorchel – die optimale Schnorchelausrüstung

Die richtige Ausrüstung spielt auch beim Schnorcheln eine entscheidende Rolle für den ungetrübten Spaß unter Wasser. Hier finden Sie die wichtigsten Tipps für die Auswahl.

Bei der Ausrüstung sind Maske, Schnorchel und Flossen – die sogenannte ABC-Ausrüstung – zwar die wichtigsten Komponenten, aber auch andere Teile gehören zum Schnorchelglück dazu. Werfen Sie mit uns einen Blick auf die Schnorchelausrüstung, die Hardware des Schnorchelns. Falls Sie sich fragen, was Schnorcheln genau ist und wie es sich vom Apnoetauchen unterscheiden, finden Sie einige Antworten hier.

 

Rahmenlose Masken, wie die "Trinidad 3" von Scubapro, sind leicht und klein verpackbar.

Maske


Sie soll natürlich angenehm auf dem Gesicht sitzen und den Ansaugtest überstehen. Bei dem drücken Sie die Maske leicht am Gesicht fest, wobei das Maskenband nicht angelegt wird. Jetzt saugen Sie durch die Nase Luft aus der Maske heraus. der so entstandene Unterdruck hält die Maske auf dem Gesicht. Ist das nicht der Fall, hat die Maske nicht die richtige Form für ihr Gesicht. Checken Sie aber noch, ob vielleicht eine Haarsträhne unter der Dichtlippe die Dichtung verhindert.

 

Die beschlagene Maske


Und wenn die Maske beschlägt? Das klassische Mittel ist, vor dem Tauchgang etwas Spucke auf der trockenen Innenseite der Maske zu verreiben und dann auszuspülen. Wenn das nicht hilft, können Sie es mit einem Antibschlagsmittel versuchen, wie Sea Drops.
Mitunter sind aber auch Silikonreste aus dem Herstellungsprozess schuld am Beschlagen. Die können Sie mit Zahnpasta entfernen, indem Sie diese verreiben und antrocknen lassen. Danach reiben Sie die Paste mit den Fingern weg. Die Alternative besteht darin, die Silikonreste mit einem Feuerzeug abzubrennen. Das hört sich rabiat an? Funktioniert aber! Zumindest wenn Sie dabei den Maskenkörper nicht beschädigen. Ein weiterer Tipp gegen das Beschlagen der Maske: Einen Tropfen Baby-Shampoo auf das Maskenglas verstreichen, nur kurz im Wasser ausspülen – nicht ganz abspülen! – und die Maske aufsetzen. Es brennt nicht in den Augen und hält die Maske für den Schnorchelausflug klar.

Wasser in der Maske


Es kann manchmal beim Schnorcheln Wasser in die Maske eindringen. Das passiert selbst bei gut sitzenden Masken , wenn man sie entweder nicht richtig aufgesetzt hat, sich Haare in der Dichtung befinden, das Maskenband zu locker sitzt oder der im Urlaub gewachsene Drei-Tage-Bart kräftiger gedeiht als erwartet. Aber, das Wasser ist kein Grund, den Schnorchelausflug abzubrechen! Richten Sie sich im Wasser auf, so dass sich Ihr Kopf über der Wasseroberfläche befindet und heben einfach den unteren Rand der Maske leicht an. Das Wasser fließt heraus und sie können weiter schnorcheln.
Es geht aber auch eleganter: Man atmet durch den Schnorchel ein, hebt den Kopf leicht an – das Gesicht ist aber noch unter Wasser. Jetzt drückt man mit einer oder beiden Händen den oberen Rand der Maske an das Gesicht. Dadurch wird der untere Teil der Maskendichtung entlastet. Wenn man jetzt kräftig durch die Nase in die Maske ausatmet, entsteht dort ein Überdruck, der durch den unteren Teil der Dichtung entweichen kann. Dabei nimmt er das Wasser, das sich dort ansammelt mit und die Maske ist wieder frei.

 

Die "Storm" von Aqua Lung ist eine sogenannte Barfußflosse.

Flossen

Flossen vergrößern die Oberfläche ihrer Füße. Darum schwimmen Sie mit Flossen schneller, als wenn Sie Barfuss mit Kraulbeinschlag schwimmen. Wichtig ist, dass das Flossenblatt die Wasseroberfläche sanft durchbricht, also möglichst ohne Platschen oder unnötigen Kraftaufwand.
Flossen mit geschlossenem Fußteil, mitunter auch „Schwimmbadflossen“ genannt, haben beim Schnorcheln einige Vorteile: Sie können ohne Füßlinge verwendet werden und sie sind meist leichter als Fersenbandflossen, wie sie meist zum Gerätetauchen verwendet werden.
Der Nachteil bei den geschlossenen "Schwimmbadflossen" wird deutlich, wenn man einen längeren Wege zum Einstieg hat. Dann benötigt man entweder Sandalen oder Booties, um die Füße zu schützen. Nur wohin mit den Sandalen beim Schnorcheln? Wenn man eine Boje zum Schnorcheln mitnimmt, kann man sie darauf verstauen, in anderen Fällen könnte eine Geräteflosse aber die bessere Wahl sein.
Eine Zwischenlösung stellen die sogenannten Barfußflossen dar. Sie gehören optisch zwar zu den Fersenbandflossen, aber aufgrund ihrer anatomischen Fußtasche kann sie auch barfuß oder mit Neoprensocken verwendet werden.

 

Ob eine Flosse für Sie geeinet ist, merken Sie erst beim Ausprobieren. © W. Pölzer

Flossen-Auswahl

Ideal ist es, wenn Sie die Ausrüstung vor dem Kauf im Schwimmbad ausprobieren können. Im guten Fachgeschäft ist das meist kein Problem, Fans von Online-Shops haben da eher Probleme. Das gilt besonders für die Flossen. Was im Shop zu passen scheint, kann im Wasser durch Druckstellen, vor allem an der Ferse, schnell unangenehm auffallen.
Was immer Sie in die engere Wahl nehmen: Vergleichen Sie die verschiedenen Modelle. Eine bewährte Methode ist es, links und rechts verschiedene Modelle zu tragen. So haben Sie pro Schwimmeinheit zwei Paar Flossen, aus denen Sie nach dem Ausschlussverfahren auswählen können.
Von Vorteil kann es sein, wenn die Flossen einen leichten Auftrieb haben. Verliert man sie doch einmal, findet man sie an der Oberfläche leichter als in der Tiefe.
Ein Tipp: Wenn es im ersten Moment drückt oder sich unangenehm anfühlt, wird es nach 30 Minuten sicher nicht besser sein. Anders als klassische Lederschuhe kann man Flossen nicht einlaufen oder eben einschwimmen. Sie passen auch 30 Stunden und unzählige Blasen später nicht besser.

 

Schnorchel gibt es in den unterschiedlichsten Varianten, von ganz einfach bis - wie hier - mit allen Schikanen.

Schnorchel

Den Namensgeber für diese Aktivität gibt es in unterschiedlichen Varianten. Das reicht vom einfachen Modell ohne Schikanen zum Luxus-Schnorchel, bei dem das Wasser von selbst herausläuft, so dass man ihn beim Auftauchen (fast) nicht ausblasen muss. Welcher der Richtige ist, findet man am besten heraus, wenn man einmal eine Auswahl im Schwimmbad ausprobiert.
Der Schnorchel besteht in der einfachsten Form aus einem geraden, mitunter auch gebogenen Rohr, das nicht länger als 35 Zentimeter und dessen Durchmesser nicht größer als 2,5 Zentimeter sein soll, da es sonst zu Pendelatmung und/oder einem Unterdruck in der Lunge kommen kann.
An dem Rohr befindet sich ein Mundstück und manchmal einer Spitze, die das Eindringen von Wasser bei Wellengang verhindern soll. Bei der oben erwähnten Pendelatmung handelt es sich um ein mehrfaches Wiedereinatmen von Ausatemluft mit entsprechend hohem CO2-Anteil. Das kann zu einem Entgleisen der Atmung führen. Meist wird der Schnorchel auf der linken Seite unter oder am Maskenband getragen. Das kommt wohl vom Gerätetauchen. Dort wird der Schnorchel dort getragen, damit er nicht mit dem Atemregler in Konflikt gerät, der in der Regel von rechts kommt.
Etwas elaboriertere Schnorchel können ein Ausblasventil am Mundstück haben. Hier kann das Wasser beim Auftauchen entweichen und der Schnorchel muss nicht ausgeblasen werden. Wobei das Freiblasen des Schnorchels in der Praxis eigentlich problemlos funktioniert: Einfach kräftig ins Mundstück blasen und der Schnorchel ist wieder frei. Wichtig: Zu weich darf das Rohr nicht sein, damit er sich nicht durch den Wasserwiderstand bei raschem Schwimmen oder der Strömung so verformen kann, dass keine ausreichende Atmung mehr möglich ist.

 

Schnorchelweste von Head. Aufgeblasen wird sie über das kleine Röhrchen auf der linken Seite.

Schnorchelwesten

Schnorchelwesten sind ein Sicherheitsfeature, das einem hilft, an der Oberfläche zu bleiben auch wenn man erschöpft ist, einen Krampf in einem Bein hat oder ganz einfach seine Maske neu einstellen muss.
So blasen Sie die Weste auf: Sie liegen mit dem Gesicht nach unten im Wasser, nehmen einen Atemzug aus dem Schnorchel und blasen einen Teil der Luft in das Mundstück der Weste. Wiederholen Sie das so lange, bis Sie den gewünschten Auftrieb haben.
Vor allem wenn man weite Strecken Schnorcheln möchte und ganz besonders wenn das im Meer stattfindet und man dabei öfter weit vom Ufer entfernt ist, sollte man so eine Weste kaufen. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Westen meist in einer Warnfarbe, also Gelb oder Orange gehalten sind und die Sichtbarkeit des Schnorchlers erhöhen.

 

 

Kälteschutz


In den Tropen und am sommerlichen Mittelmeer benötigen Sie meist keinen zusätzlichen Kälteschutz. Wenn Sie überwiegend an der Oberfläche bleiben und keine Apnoe-Ehrgeiz haben, dann genügt auch in unseren Breiten in den wärmeren Monaten ein dünner Anzug, ein sogenannter „Rash Guard“. Der ist übrigens auch für wärmere Gewässer eine gute Idee, nicht als Kälteschutz, sondern als Mittel gegen Kratzer und Stiche.

 

Sonnenschutz

Für Schnorchler in tropischen Gewässern, ist ein Sonnenschutz unabdingbar. Er ist ein wichtiger Teil der Schnorchelausrüstung. Durch den dünnen Wasserfilm auf der Haut, der wie ein Brennglas wirkt, können Sie binnen weniger Minuten einen Sonnenbrand bekommen, den sie so schnell nicht vergessen. Hinzu kommt, dass das Wasser kühlt und es so eine ganze Weile dauert bis Sie das Malheur bemerken. Verbrennungen zweiten Grades sind dann durchaus im Bereich des Möglichen.
Wasserfester Sonnenschutz ist wegen Schädigung der Unterwasserwelt in Verruf geraten. Mit „Rash-Guards“ gibt es aber eine hervorragende Alternative, die zudem nicht ständig neu aufgetragen werden muss. Diese dünne Anzüge bieten einen UV-Schutz von meist deutlich über UVP 50 und zudem ein klein wenig Kälteschutz, was bei langem Aufenthalt im Wasser auch in den Tropen erfreulich ist. Sinnvoll, vor allem für Taucher mit wenig Haaren, kann auch eine dünne Kopfhaube oder Mütze sein. 

 

Oberflächen- oder Schnorchelbojen sind sicherheitsrelevant.

Schnorchel-Boje

Gegen Gefahren an der Oberfläche, also dem Schutz vor Booten, Wasserskifahrern, Surfern und ähnlichen Bedrohungen hilft eine Boje, die man hinter sich herzieht. Die schützt einen auch, wenn man gelegentlich einmal abtaucht. In Gewässern mit Boots- oder Surfaufkommen ist sie ein absolutes Muss, wenn man diese Gewässer nicht ohnedies meidet. Auch der aufmerksamste Bootskapitän kann wenig tun, wenn plötzlich aus dem Nichts heraus ein nach Luft schnappender Freitaucher an die Oberfläche schiesst. Dem hilft dann auch der nach oben ausgestreckte Arm nicht mehr viel.