Stand: November 2026
Für viele ist das Erlebnis mit Maske, Schnorchel und Flossen der Einstieg in die Unterwasserwelt. Aber auch viele Taucher schätzen die leichte Ausrüstung oder vertiefen ihre Kenntnisse beim Apnoetauchen. Für alle, die mit dem Schnorcheln liebäugeln oder besser werden wollen: 30 Tipps zu Ausrüstung, Technik und Sicherheit.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Grundausrüstung heißt ABC: Maske, Schnorchel, Flossen. Dazu kommt Sonnen- und Kälteschutz.
- Die Maske muss passen: ohne Band aufs Gesicht legen, durch die Nase einatmen – hält sie, sitzt sie.
- Vor dem Abtauchen nie hyperventilieren und nie allein abtauchen: Ein Partner beobachtet dich von der Oberfläche.
- Druckausgleich früh und sanft machen, bevor es in den Ohren drückt.
- Nichts anfassen, Abstand zum Riff halten, Einstiege nutzen.
Ausrüstung
1. Kenne das Schnorchel-ABC

Was braucht ein Schnorchler, um glücklich zu sein? Ein ABC-Set! So nennen Taucher und Schnorchler die Kombination aus Maske, Schnorchel und Flossen. Gegen Sonnenbrand, Nesseltiere und Auskühlung lohnt sich zusätzlich ein Lycra-Shirt oder ein leichter Neoprenanzug. Mehr zur Ausrüstung findest du in Maske, Flossen & Co.: die Schnorchelausrüstung.
2. Flossen sind der Motor

Der Vortrieb kommt aus den Beinen, die Arme bleiben ruhig am Körper. Schlag langsam und gleichmäßig aus der Hüfte, mit fast gestreckten Knien – das spart Kraft und Luft. Mit Flossen an Land zu laufen, endet oft mit einem Sturz. Nimm sie deshalb mit ins Wasser und zieh sie erst dort an. Musst du doch ein paar Schritte gehen, dann rückwärts.
3. Wähle die richtige Flosse


Es gibt drei Arten. Schnorchelflossen haben ein geschlossenes Fußteil, in das du barfuß schlüpfst; scheuert es, helfen dünne Neoprensocken. Geräteflossen mit offenem Fersenteil trägst du mit Füßlingen. Vorteil: Mit den Füßlingen kannst du auch über Steine zum Einstieg laufen. Apnoeflossen haben deutlich längere Blätter und bringen viel Vortrieb, sind aber eher etwas für Geübte.
4. Prüfe, ob deine Flossen schwimmen
Manche Flossenmodelle treiben nicht an der Oberfläche, sondern sinken. Ärgerlich, wenn dir eine im tiefen Wasser vom Fuß rutscht. Teste das vor dem Urlaub im Pool oder frag im Fachhandel.
5. Schnorchel ist nicht gleich Schnorchel


Einfache Schnorchel sind ein Rohr mit Mundstück. Trockenschnorchel haben oben ein Ventil, das beim Abtauchen schließt, damit kein Wasser eindringt. Das ist bequem, für Anfänger aber nicht unbedingt besser: Wer das Ausblasen beherrscht (Tipp 19), ist unabhängig von der Technik. Daneben gibt es Sonderformen mit getrennten Kanälen für Ein- und Ausatmung, die vor allem Schwimmer im Training nutzen.
6. Achte auf das passende Mundstück
Mundstücke sind nicht einheitlich, gerade Menschen mit kleinem Mund kommen mit manchen Modellen schlecht zurecht. Probier sie deshalb im Fachhandel aus, genau wie Maske und Anzug. Es gibt auch Mundstücke aus formbarem Material, die du an deinen Biss anpassen kannst.
7. Schütz dich vor der Sonne

An der Oberfläche liegt dein Rücken stundenlang in der Sonne, und das kühle Wasser täuscht: Den Sonnenbrand merkst du oft erst Stunden später. Am zuverlässigsten schützt Kleidung, also ein Lycra- oder UV-Shirt, dazu Kappe oder Tuch für Kopf und Nacken. Weniger Sonnencreme im Wasser schont zudem das Riff.
8. Lycra oder Neopren?




Ein Lycra-Anzug schützt vor Sonne und Nesseltieren, ein dünner Neoprenanzug zusätzlich vor Auskühlung – die setzt bei langen Touren auch in warmem Wasser ein. Ein Ganzkörperanzug schützt besser als ein Shorty. Neopren hat außerdem Auftrieb: Du liegst entspannter im Wasser, kommst aber schwerer nach unten.
9. Blei nur mit Bedacht
Wer mit Neoprenanzug abtauchen will, braucht eventuell etwas Blei. Wähle es so, dass du an der Oberfläche sicher treibst und auch nach dem Ausatmen nicht sinkst. Zu viel Blei ist beim Apnoetauchen gefährlich, weil du dich beim Auftauchen mühsam nach oben arbeiten musst. Nutze einen Gurt mit Schnellverschluss und teste die Menge in flachem Wasser.
10. Kopfhaube für kühles Wasser

Nicht unbedingt nötig, aber über den Kopf verlierst du viel Wärme. In kühlerem Wasser lohnt sich eine Kopfhaube; es gibt sie am Anzug angesetzt oder einzeln in verschiedenen Stärken.
11. Welche Maske ist die beste?
Die, die zu deinem Gesicht passt. Bei der Wahl hilft: Schwarzes Silikon schirmt Streulicht ab und vergilbt nicht, durchsichtiges Silikon wirkt heller. Der Aufdruck »Tempered« steht für vorgespanntes Sicherheitsglas, das bei Bruch in kleine, wenig scharfkantige Krümel zerfällt. Für Fehlsichtige gibt es Masken mit Korrekturgläsern, manche Optiker setzen sogar Gleitsichtgläser ein.
12. Die Maskentypen im Überblick

- Einglasmasken haben eine durchgehende Scheibe ohne Steg.
- Zweiglasmasken haben ein kleines Innenvolumen und eignen sich gut für Korrekturgläser.
- Panoramamasken mit seitlichen oder nach unten geneigten Zusatzgläsern vergrößern das Sichtfeld.
- Rahmenlose Masken lassen sich falten und eignen sich als Ersatzmaske.
- Apnoemasken haben kleine Gläser und minimales Innenvolumen, damit du beim Abtauchen wenig Luft für den Maskenausgleich brauchst.
13. Vollgesichts-Schnorchelmasken: nur für die Oberfläche

Vollgesichtsmasken mit integriertem Schnorchel sind beliebt, weil man durch Mund und Nase atmet und einen weiten Rundumblick hat. Sie haben aber Grenzen: Du kannst damit keinen Druckausgleich machen und solltest deshalb nicht abtauchen. Bei schlecht sitzenden oder billigen Modellen kann sich ausgeatmete Luft im Maskenraum sammeln. Nach Todesfällen beim Schnorcheln auf Hawaii wurden solche Masken untersucht; ein eindeutiger Zusammenhang ist nicht belegt. Kauf deshalb nur geprüfte Markenmodelle, lass dich beim Anpassen beraten und setz die Maske ab, sobald dir die Luft knapp wird.
14. So testest du die Passform


Das beste Sichtfeld nützt nichts, wenn ständig Wasser durch den Silikonrand sickert. So prüfst du den Sitz: Maskenband nach vorn legen, nach oben schauen und die Maske locker aufs Gesicht legen. Dann leicht durch die Nase einatmen. Bleibt die Maske haften, auch wenn du den Kopf drehst und nach unten neigst, passt sie.
Technik
15. Wasser aus der Maske blasen


Läuft Wasser in die Maske, musst du nicht auftauchen:
- Den oberen Maskenrand an die Stirn drücken.
- Kräftig durch die Nase ausatmen.
- Dabei den Kopf leicht nach hinten neigen, damit das Wasser unten herausgedrückt wird.
16. Behalte den Durchblick




Neue Masken haben einen Produktionsfilm auf den Gläsern, der sie beschlagen lässt. Reib die Innenseite mit Zahnpasta (keinem Gel) ein und spül gründlich ab. Manche Taucher brennen die Gläser mit einer Flamme aus; das geht schneller, kann aber Silikon und Kunststoffteile beschädigen. Vor jedem Einsatz hilft Antibeschlagmittel, verdünntes Babyshampoo oder Spucke. Mehr dazu in Maske beschlagen – das hilft wirklich!.
17. So tauchst du richtig ab




Irgendwann willst du Korallen und Fische aus der Nähe sehen. So geht es: ruhig einatmen, die Luft anhalten, den Oberkörper wie ein Klappmesser nach unten knicken und die Beine senkrecht aus dem Wasser heben. Ihr Gewicht schiebt dich nach unten, ein paar Flossenschläge bringen dich ans Ziel. Von Anfang an gilt: Druckausgleich machen.
18. Druckausgleich: früh und sanft

Schon ab etwa zwei Metern Tiefe drückt es in den Ohren. Der Grund: An der Oberfläche herrscht ein Umgebungsdruck von rund einem Bar, in zehn Metern Tiefe von zwei Bar. Nach dem Gesetz von Boyle-Mariotte halbiert sich dabei das Volumen der Luft im Mittelohr – in den ersten zehn Metern ändert es sich also am stärksten. Gleichst du nicht aus, droht ein Barotrauma des Mittelohrs.
- Valsalva: Nase am Maskenerker zuhalten und sanft gegen die geschlossene Nase ausatmen, bis es in den Ohren knackt. Nie mit Gewalt pressen.
- Toynbee: Nase zuhalten und schlucken.
- Gleich von Anfang an und alle ein bis zwei Meter ausgleichen, nicht erst, wenn es wehtut. Klappt es nicht, ein Stück aufsteigen und erneut versuchen.
- Auch die Maske braucht Ausgleich: leicht durch die Nase hineinatmen, sonst saugt sie sich fest.
Mehr Techniken: 10 Tipps für den Druckausgleich beim Tauchen.
19. Schnorchel ausblasen

Nach dem Auftauchen oder wenn Wasser im Rohr ist, musst du den Kopf nicht heben. Atme kurz und kräftig in den Schnorchel aus, dann ist das Rohr frei. Danach vorsichtig einatmen, falls noch ein Rest im Rohr steht.
20. Nie hyperventilieren
Viele atmen vor dem Abtauchen mehrmals schnell und tief durch, um länger unten bleiben zu können. Das ist gefährlich: Hyperventilation senkt den Kohlendioxidgehalt im Blut, und der Atemreiz setzt später ein, obwohl der Sauerstoff schon knapp wird. Die Folge kann ein Blackout unter Wasser sein, ohne jede Vorwarnung. Atme vor dem Abtauchen ruhig und normal, und tauche auf, sobald du Atemreiz spürst. Mehr zur richtigen Atmung: Richtig atmen beim Apnoetauchen.
21. Nie allein abtauchen
Beim Abtauchen gilt das Partnerprinzip: Einer taucht, der andere schaut von der Oberfläche zu und bleibt in Reichweite, bis der Partner wieder aufgetaucht ist und ruhig atmet. Ein Blackout passiert oft erst kurz vor oder an der Oberfläche. Auch beim Schnorcheln an der Oberfläche bist du zu zweit sicherer.
22. Lerne weitere Flossentechniken
Neben dem Kraulbeinschlag gibt es Techniken, die vor allem Taucher nutzen, die aber auch beim Schnorcheln helfen. Beim Froschbeinschlag bewegen sich die Flossen seitlich statt auf und ab, so wirbelst du in Grundnähe keinen Sand auf. Der Rückwärtsschlag bringt dich ohne Wenden ein Stück zurück, und mit dem Helikopter-Turn drehst du dich auf der Stelle. Wie es geht, zeigt Die 7 wichtigsten Flossen-Techniken für Taucher und Schnorchler.
Sicherheit und Umwelt
23. Trink genug

Klingt paradox, weil du ständig im Wasser bist. Aber Sonne, Wind, Salzwasser und die trockene Luft durch den Schnorchel entziehen dem Körper Flüssigkeit. Trink zwischen den Touren regelmäßig Wasser.
24. Nutze die Einstiege


Geh nie über das Riffdach oder durch geschützte Uferbereiche von Seen ins Wasser. An den meisten Stränden, Buchten und Seen gibt es Einstiege, Stege oder sandige Abschnitte – nutze sie.
25. Beachte die Regeln vor Ort
An Seen weisen meist Schilder auf Regeln hin, im Urlaub kennen Tauchbasen und Schnorchelguides die besten und sichersten Plätze. Frag nach, statt einfach loszuschnorcheln: So vermeidest du Ärger mit dem Bootsverkehr und findest die schönsten Spots. Ideen für Ziele findest du in Schnorchelurlaub – das sind die besten Reiseziele.
26. Schätze die Strömung ein
Strömungen sind von der Oberfläche oft schwer zu erkennen. Frag vor Ort nach, beobachte treibende Gegenstände und starte gegen die Strömung, damit sie dich auf dem Rückweg zum Ausstieg trägt. Gerätst du in eine Strömung, die dich vom Ufer wegzieht, schwimm nicht dagegen an, sondern quer zu ihr, bis sie nachlässt.
27. Bleib sichtbar
Von einem Boot aus ist ein Schnorchler kaum zu sehen. Eine farbige Badekappe oder ein Lycra-Shirt in Signalfarbe hilft. Wo Boote fahren, macht eine Schnorchel- oder Signalboje auf dich aufmerksam und dient im Notfall als Schwimmhilfe.
28. Bewahre Ruhe

Plötzlich unwohl? Vielleicht beunruhigt dich das tiefe Blau, oder du hast einen Hai oder eine Muräne gesehen. Bleib bei deinem Partner, dreh dich auf den Rücken, nimm den Schnorchel aus dem Mund und atme ruhig, bis du dich gefangen hast.
29. Halte Abstand
Halte Abstand zu Grund, Riff und Tieren. Ein unbedachter Flossenschlag bricht schnell eine Gorgonie oder Koralle ab. Nebenbei ersparst du dir schmerzhafte Begegnungen mit Feuerkorallen, Seeigeln und anderen nesselnden oder stechenden Bewohnern.
30. Nichts anfassen: Take nothing but pictures
Die goldene Regel für Schnorchler und Taucher: Anschauen und fotografieren – ja. Anfassen und mitnehmen – nein. Lass auch leere Schneckenhäuser und Muschelschalen liegen, sie dienen anderen Tieren als Versteck. Greif nie in Höhlen und Spalten.
Häufige Fragen
Mit gut sitzender Maske flach auf dem Bauch an der Oberfläche liegen, ruhig durch den Schnorchel atmen und mit langsamen Flossenschlägen aus der Hüfte vorankommen. Die Arme bleiben am Körper. Wasser im Schnorchel bläst du mit einem kräftigen Atemstoß aus.
Unter Wasser atmest du nicht: Vor dem Abtauchen holst du ruhig Luft, hältst sie an und tauchst kopfüber ab. Dabei Druckausgleich machen, also die Nase zuhalten und sanft ausatmen. Beim Auftauchen bläst du den Schnorchel frei. Tauch nie allein ab und hyperventiliere nicht.
Neue Masken haben einen Produktionsfilm auf den Gläsern. Entferne ihn mit Zahnpasta (kein Gel) und nutze vor jedem Einsatz Antibeschlagmittel, verdünntes Babyshampoo oder Spucke.
Für das Schnorcheln an der Oberfläche können geprüfte, gut sitzende Modelle bequem sein. Abtauchen solltest du damit nicht, weil kein Druckausgleich möglich ist. Bei schlecht sitzenden oder billigen Masken kann sich ausgeatmete Luft im Maskenraum sammeln.
Maske, Schnorchel und Flossen, das sogenannte ABC-Set. Dazu Sonnenschutz, am besten ein Lycra-Shirt, und je nach Wassertemperatur einen dünnen Neoprenanzug. Wo Boote fahren, ist eine Signalboje sinnvoll.
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