12_2018_tauchen
T. Christ

T. Christ © Die ""Pro Ear""-Maske wurde für Taucher mit empfindlichen Gehörgängen entwickelt. Einen 100-prozentigen Schutz vor Wasserkontakt bietet sie aber nicht!

Tauchen mit Pro-Ear-Maske

Seemann Sub vertreibt die Tauchmaske „Pro Ear 2000“. Diese Maske hat zwei seitliche Silikonhalbschalen für die Ohren, die über Faltenschläuche mit der Maske verbunden sind. Laut Beschreibung dienen diese Halbschalen den Ohren zur Verhütung von Gehörgangsentzündungen. Der Druckausgleich erfolgt über den Maskenkörper. Meine Frage ist: Kann diese Maske auch bei Trommelfellschäden, zum Beispiel Verwachsungen oder Loch im Trommelfell, zum Tauchen verwendet werden? Mit einer angepassten Neoprenkopfhaube könnte doch ein Verrutschen der Ohrschalen verhindert werden. Wenn dies möglich wäre, könnten einige Personen, die heute mit dem Handicap Loch oder Verwachsungen am/im Trommelfell vom Tauchsport ausgeschlossen sind, diesen schönen Sport dann doch ausüben.

Im Prinzip ist die Maske „Pro Ear“ für Taucher mit Trommelfelldefekt geeignet. Eine allgemeine Empfehlung erfolgt dennoch nicht, denn eine allgemeine Empfehlung würde eine absolute Unbedenklichkeit voraussetzen. Die ist aber so nicht gegeben, weil die Ohrabdeckung verrutschen kann, so dass dann doch Wasser in den Gehörgang und die Paukenhöhle eindringen kann. Das würde sowohl eine heftigste Schwindelsymptomatik als auch Entzündungen des Mittelohrs nach sich ziehen. Daher gilt eigentlich ebenso grundsätzlich, dass Menschen mit einem Trommelfelldefekt nicht tauchtauglich sind. Dennoch ist prinzipiell unter diesen Bedingungen Tauchen möglich.
Konzipiert ist die Maske aber eigentlich für Leute mit sehr empfindlichen Gehörgängen und ständig wiederkehrenden Gehörgangsentzündungen. Ganz anders sieht es übrigens bei Menschen mit sehr zarten Trommelfellen oder Verwachsungen des Trommelfells aus: Hier hilft die Maske nicht, denen würde man immer vom Tauchen abraten.