Bild 03_bs-mf-1_01

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Test: Der Backscatter Mini-Blitz

Ohne Blitzlicht geht in der UW-Fotografie nicht viel. Aber muss es immer ein Monsterblitz sein? Oder kann man auch mit dem Backscatter-Miniblitz sein Glück unter Wasser finden? Herbert Frei hat eine mächtig interessante Alternative gefunden.


Kompaktkamera-Fotografen stehen nicht selten vor der Entscheidung, welches Blitzgerät denn das passende ist. Einerseits will man nicht zu viel Geld ausgeben, andererseits möchte man sich aber auch nicht mit einem minderwertigen Einsteigerblitz abgeben. Gibt es den goldenen Mittelweg? Mit dem Backscatter MF-1 scheint dem Hersteller dieser schwierige Spagat durchaus gelungen zu sein.

Die Maße des Blitzgeräts sind »hosentaschenfreundlich«, zumal man das  Batterieteil zum Transport abschrauben kann. Die Bedienung ist einfach, wenn man das weiß. Am roten Drehknopf für den Leistungsmodus sind sechs manuelle Positionen für die Blitzleistung angegeben.

Auf Position 6 gibt der MF-1 seine maximale Leistung ab. Wenn die Bilder zu hell oder zu dunkel werden, dreht man ihn, bis die Belichtung passt oder reguliert diese über die ISO-Zahl. TTL-Blitzen ist nicht möglich. Ausgelöst wird fiberoptisch. 

Zum Einschalten muss der silbrige Druckknopf innerhalb von drei Sekunden fünfmal gedrückt werden. Weiteres Drücken aktiviert die dreistufige Pilotlampe, deren Licht für Nachttauchgänge geeignet ist. Diverse Indikator-Lichter sind Hinweise für Störungen wie geringe Batteriekapazität, Überhitzung, zu schnelle Blitzfolgen bei hoher Leistungsabgabe und ähnliches.

Man muss sich das aber nicht explizit merken. Wenn der MF-1 Sperenzchen macht: einfach ausschalten und etwas warten. Gespeist wird das Blitzgerät aus einem 3500-mAh-Li-ion-Akku, der so viel Kapazität beinhaltet, dass man damit zwei bis drei Tauchgänge mit üppigen Blitzbelichtungen bestreiten kann. Der Hersteller gibt optimistische 1400 Auslösungen bei voller Leistungsabgabe an. 

Leistungsschritte  

Was kann man von diesem putzigen Miniblitz leistungsmäßig erwarten? Fotografiert man mit ISO 200, was mittlerweile selbst für Kompaktkameras normal ist, generiert der MF-1 eine UW-Leitzahl von 10 (bezogen auf  einen Meter Motivdistanz), was für den kleinen Rechteckreflektor ein passabler Wert ist.

Bei Verwendung von Kompaktkameras muss man wegen der relativ großen Blenden meistens das Blitzlicht sogar etwas drosseln. Der Backscatter  MF-1 erweist sich hier als strammer Musterknabe, der mit Ausnahme der Leistungsstufen 5 und 6, wo er echt gefordert ist, recht zügige Blitzfolgen erlaubt. Auf Stufe 6 beträgt die Blitzfolgezeit 2,5 Sekunden. 

Der Ausleuchtwinkel ist, wie aufgrund des kleinen Rechteckreflektors hinter Planglas nicht anders zu erwarten ist, kaum breitflächig ausgeprägt. Gefühlt beträgt er nur etwa 50 Grad. Man kann ergo ein Objektiv mit Bildwinkel 100° nur im Zentrum ausleuchten. Schlecht? Nicht unbedingt, denn der MF-1 konzentriert sein Licht auf das Motiv, lässt die Umgebung so wie sie ist, was sich auf vielen Bildern sogar bildhebend bemerkbar macht.

Eine durchaus empfehlenswerte Blitzbelichtung mit anschaulichem Hingucker. Sowohl mit Kompaktkameras als auch CSCs oder SLRs. Aufgrund der reduzieren Lichtausbeute – auch wegen des erweiterten Ausleuchtwinkels, sollte die Kamera ISO 400 problemlos verdauen können. Hochwertige Kompakte können das mittlerweile, CSCs und  SLRs sowieso. Ein besonderes Accessoire ist der Snoot-Vorsatz OS-1, auf den wir in der nächsten Ausgabe gesondert eingehen. 

Der Backscatter M1 kann mit dem Opto-Konverter von Retra auch an die gängigen Blitzstecker (Ikelite, Nik V, Sea & Sea und S6) adaptiert werden. Damit ist er quasi für die meisten UW-Gehäuse nutzbar.  

Fazit

Der MF-1 ist ein Blitzgerät, das nicht nur für Normalverdiener eine gelungene Option darstellt, sondern auch Wettbewerbsfotografen und ambitionierten Lichtbildnern das Leben erleichtern wird. Sogar Tieftaucher werden ihn schätzen lernen, denn er funktioniert bis 100 Meter Tiefe. Sei es als Primär-Blitzgerät, Backup-Flash oder preisgünstige Snoot-Alternative.

Weil der Preis einen nicht gleich aus den Socken haut, ist auch die Option von zwei MF-1 + 2 OS-1 eine Möglichkeit, außergewöhnliche Bilder mitzubringen. Insofern wird der MF-1 als Makroblitz seinen Weg in die Tauchertaschen fotoaffiner Freaks finden. Zumal er auch fiberoptisch zumindest im Nahbereich auch im TTL-Betrieb verwendet werden kann. Obwohl der Hersteller das nicht explizit empfiehlt.

Technische Daten 

Name: Backscatter Mini Flash

Vertrieb: u.a PanoceanPhoto

Web: www.backscatter.com

Preis in Euro: 430 

Einsatztiefe: 100 m

UW-Leitzahl: 10 bei ISO 200

Pilotlicht: 500 Lumen

Stromversorgung: einzelne Batterie 18650 (nicht enthalten) 

Wiederaufbereitungszeit (voll): 2,5 Sekunden

Anzahl der Blitze (bei Volllast): bis zu 1400

Gewicht in Wasser: 150 g

fiberoptischer Kabelanschluss

Abmessungen mit Kugel (L x B x T): 187 x 59 x 104 mm

Material: loxiertes, bearbeitetes Aluminium

Weiter Infos: