Medizin

Tauchen mit Augenproblemen: Unter Wasser den Durchblick behalten

Taucher mit Augenpro- blemen sind ohne Seh- hilfen wie im Blind ug unterwegs – gefährlich! Foto: W. Pölzer

Neben dem Problem der Fehlsichtigkeit und deren Korrektur für das Tauchen spielen auch Erkrankungen oder Altersveränderungen des Auges eine große Rolle. Dabei gibt es ebenfalls häufiger vorkommende Probleme, die mit chirurgischen Eingriffen am Auge gelöst werden können. Viele Menschen im mittleren und höheren Lebensalter sind von Linsentrübungen oder Netzhautveränderungen betroffen – häufig ist es im höheren Alter der Graue Star.

Grauer Star beim Tauchen

Beim Grauen Star (Katarakt) handelt es sich um eine fortschreitende Trübung der Augenlinse, die unter anderem zu Sehminderung und verschwommenem Sehen führt. Der Graue Star tritt meist als Altersveränderung auf und kann durch eine Operation mit Entfernung der trüben Linse und dem Einsatz einer Kunststofflinse in das Auge therapiert werden. Beim Vorliegen eines Grauen Stars spricht nichts gegen das Tauchen, wenn die Sehfähigkeit nicht eingeschränkt ist. Tauchen mit Druckluft führt sehr wahrscheinlich zu keiner Verschlimmerung der Eintrübung, wenn in den für Sporttaucher üblichen Grenzen getaucht wird. Allerdings ist bekannt, dass erhöhte Sauerstoffteildrücke zu einem Fortschreiten der Linsentrübung führen können. Deshalb sollten Betroffene besser nicht mit Sauerstoff angereicherten Gasgemischen wie Nitrox tauchen. Ist der Graue Star operationspflichtig geworden, wurde bis vor nicht allzu langer Zeit ein absolutes Tauchverbot für mindestens sechs Monate nach der Operation ausgesprochen. Diese lange Zeit ist heute bei den verbesserten Techniken aber kein Thema mehr. Die Kataraktoperation wird heutzutage in aller Regel in einer Kleinschnitttechnik (Schnittgröße 1,5 bis 3 Millimeter) und mit Einsetzen einer Faltlinse in die Linsenkapsel (Hülle) der Hinterkammer des Auges ohne Naht durchgeführt.

Ein computergesteuertes Präzisionsmesser schneidet die oberste Schicht der Horn- haut ein (2, 3). Die Lamelle wird zur Seite geklappt (4). Nun kommt der Laser (5) zum Einsatz und trägt das Gewebe ab. Nach der Korrektur wird sie zurückgeklappt (6, 7).
Ein computergesteuertes Präzisionsmesser schneidet die oberste Schicht der Horn- haut ein (2, 3). Die Lamelle wird zur Seite geklappt (4). Nun kommt der Laser (5) zum Einsatz und trägt das Gewebe ab. Nach der Korrektur wird sie zurückgeklappt (6, 7). Darstellung: S. Timmann

Trotzdem ist natürlich nach einer Kataraktoperation eine Tauchpause bis zur endgültigen Abheilung des Auges unbedingt einzuhalten. Derzeit ist entsprechend der Empfehlungen zur Tauchtauglichkeit bei absolut unkomplizierter Operation in Kleinschnitttechnik und regelrechter postoperativer Heilung eine Tauchpause von mindestens vier Wochen empfohlen.

Netzhautablösungen

Ein weiteres Problem im Bereich der Augen sind Einrisse der Netzhaut sowie Netzhautablösungen (Amotio retinae). Durch altersbedingte Veränderungen, wie Verflüssigungen oder Ablösungen des Glaskörpers, kann es zu Problemen kommen: vom Zug an der Netzhaut über einen Riss bis zur Ablösung. Das Tauchen erhöht dabei die Gefahr einer Netzhautablösung nicht. Insbesondere der beim Tauchen steigende und deutlich erhöhte Umgebungsdruck hat auf das Krankheitsgeschehen keinerlei Einfluss, wie gelegentlich fälschlich vermutet wird.