Reise Reiseberichte

Tauchen auf Mauritius: Wracks, Makro & Giganten der Westküste

Mauritius klingt nach Postkartenidylle – und sieht auch genau so aus. Schon beim Landeanflug ragen schroffe Vulkanberge aus sattem Grün, Zuckerrohrfelder ziehen sich bis zur Küste, und davor leuchtet ein Saumriff, das die Insel fast vollständig umgibt. Dieses Riff schützt nicht nur Strände und Lagunen, sondern ist Heimat einer beeindruckenden Artenvielfalt. Wer auf Mauritius tauchen geht, erlebt eine Mischung aus Wracks, Makro-Wundern, vulkanischen Landschaften – und an der Westküste sogar Begegnungen mit Delfinen und Pottwalen.

Timo Dersch

Zwischen bunten Riffen,
geheimnisvollen Wracks
und gelebter Vielfalt bietet
Mauritius ein vielseitiges
Tauchurlaubserlebnis –
besonders Nord- und Westküste stechen hervor. Wir haben
die Euro-Divers an beiden
Standorten besucht.

Mauritius liegt mitten im Indischen Ozean und ist fast vollständig von einem Saumriff umgeben. Das sorgt für ruhige Lagunen, geschützte Buchten und viele Tauchplätze, die sich bequem per Boot erreichen lassen. Das Ergebnis: ein ideales Reiseziel für Einsteiger, Genuss-Taucher und Unterwasserfotografen – mit abwechslungsreichen Revieren im Norden und Westen.

Der Norden von Mauritius: Wracks, Wände und Vulkangestein

Eines der bekanntesten Wracks ist die Stella Maru, ein absichtlich versenktes japanisches Fischereischiff. Heute ist es ein lebendiger Treffpunkt für Rifffische, Rochen und gut getarnte Räuber. Ein vorsichtiges Hineintauchen ins Wrack ist möglich – allerdings sollten Taucher wegen scharfkantiger Stellen besonders achtsam sein.

Makro-Paradies Mauritius: Nudibranchs, Garnelen & Muränen

Mauritius ist ein echtes Mekka für Makrofans. Wer mit der Makrolinse unterwegs ist, findet eine faszinierende Vielfalt:

  • Nacktschnecken in vielen Farben
  • Spanische Tänzerinnen
  • Fangschreckenkrebse
  • Schaukelfische mit Blattimitation
  • Pfauenaugen-Anemonegarnelen mit sichtbar schimmerndem Gelege

Auch Muränen sind häufig – von großen Arten bis zu auffälligen Formen wie Zebra- oder Leopardenmuränen. Dazu kommt das „klassische Riffleben“ mit Falter- und Kaiserfischen, Riffbarschen und zahlreichen Begleitern.

Lost Anchor: Schildkröten, Gorgonien & Fischschwärme

Am vulkanischen Felstauchplatz Lost Anchor wird es weitwinkeltauglich: Echte Karettschildkröten ziehen vorbei, majestätische Gorgonienfächer setzen starke Akzente, und im Blau glänzen Schnapper- und Makrelenschwärme – perfekt für Fotografen.

Die Westküste von Mauritius: rauer, wilder, großartig

Wer es etwas abenteuerlicher mag, wird an der Westküste fündig. Rund um Flic-en-FlacTamarin und Le Morne zeigt sich die Unterwasserwelt wilder: Überhänge, Torbögen und kleine Höhlen prägen die Felsküste.
An Außenriffen sind Begegnungen möglich mit:
Adlerrochen
Weißspitzen-Riffhaien
großen Fischschwärmen
Ein guter Ausgangspunkt in der Region ist Albion, wo Tauchbasen Ausfahrten in die abwechslungsreichen Westküstenreviere organisieren.


Delfine & Pottwale: Begegnungen, die man nicht vergisst
Die Westküste gilt außerdem als Hotspot für Meeressäuger. Spinnerdelfine und Große Tümmler werden bei Schnorchelausfahrten häufig gesichtet. Besonders spektakulär: Mit etwas Glück tauchen Pottwale auf.
Lokale Forschende haben über die Jahre viele Tiere dokumentiert und gehen von einer teils ansässigen Gruppe aus. Pottwale jagen in großen Tiefen nach Tintenfischen und kommen zum Atmen und zur sozialen Interaktion an die Oberfläche.
⚠️ Wichtig für Reisende:
Einige Anbieter erlauben das Schnorcheln mit Walen, obwohl dies nicht überall offiziell gestattet ist. Wer eine solche Tour erwägt, sollte unbedingt auf einen erfahrenen Skipper achten, der einen Verhaltenskodex (Code of Conduct) einhält: keine Verfolgung, kein Bedrängen, respektvolle Distanz.

Mauritius erleben: Zwischen Riff und Realität

Natur, Kultur und Inselgenuss

Mauritius begeistert nicht nur unter Wasser. Highlights an Land sind:

  • koloniale Plantagenhäuser
  • hinduistische Tempel
  • die multikulturelle Küche mit Currys, Meeresfrüchten und tropischen Früchten

Der SSR Botanic Garden in Pamplemousses zählt zu den ältesten botanischen Gärten der Südhalbkugel. Ein Muss ist ein Tagesausflug in den Black River Gorges National Park – mit Dschungelpfaden, Wasserfällen und weiten Ausblicken.

In Chamarel fasziniert die „Siebenfarbige Erde“, ein geologisches Farbenspiel. Dort leben auch beeindruckende Riesenschildkröten, die Besucher hautnah erleben können.

Grand Bassin: spirituelles Mauritius in den Bergen

Eine der bedeutendsten Stätten des Landes ist Grand Bassin (Ganga Talao), eine hinduistische Tempelanlage in den Bergen. Zwischen Teefeldern, Nebelschwaden und stiller Stimmung wirkt Mauritius plötzlich ganz anders – ruhig, spirituell, tief.

Und wenn am Ende des Tages ein Rum aus Zuckerrohr mit Passionsfrucht auf dem Tisch steht, ist klar: Mauritius kann nicht nur paradiesisch aussehen – es fühlt sich auch so an.

Fazit: Mauritius ist perfekt für Tauchurlaub mit Vielfalt

Tauchen auf Mauritius bedeutet Abwechslung: Wracks und Makro-Highlights im Norden, rauere Felslandschaften im Westen und mit etwas Glück unvergessliche Begegnungen mit Delfinen oder Pottwalen. Kombiniert mit spektakulärer Natur im Inselinneren ist Mauritius ein Reiseziel, das Strandträume und echtes Entdecken ideal verbindet.

Mauritius auf einen Blick

  • Region: Indischer Ozean
  • Tauchrevier Nord: Grand Baie, Pereybère (Wracks & Makro)
  • Tauchrevier West: Flic-en-Flac, Tamarin, Le Morne, Albion (Felsriffe & Großfisch)
  • Top-Spot: Wrack Stella Maru, Lost Anchor
  • Special: Delfine & Pottwale (Westküste)
  • Land-Highlights: Pamplemousses, Black River Gorges, Chamarel, Grand Bassin

Reiseinfos

Mauritius ist ein Inselstaat im Südwesten des Indischen Ozeans, gelegen etwa 870 Kilometer östlich von Madagaskar. Neben der Hauptinsel mit der Hauptstadt Port Louis gehören Rodrigues, die Cargados-Carajos-Inseln, die Agalega-Inseln sowie seit Mai 2025 auch der Chagos-Archipel zum Staatsgebiet. Die Einwohnerzahl beträgt rund 1,3 Millionen. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen gehören der Zuckeranbau, die Textilindustrie und der Tourismus.

Anreise: Nonstop-Flüge ab Frankfurt, saisonal auch ab München. Von anderen Städten via Paris/Istanbul. Weiter per Taxi oder Mietwagen (Achtung: Linksverkehr).

Beste Reisezeit: April bis Juni und September bis Dezember.

Wassertemperatur: je nach Saison 23 bis 28 Grad Celsius.

Sicherheit: Dekompressionskammer im Großraum Port Louis.

Unterkunft: im Norden zum Beispiel Club Med La Pointe aux Canonniers (oder zahlreiche Alternativen in der Region). Im Westen Club Med La Plantation d’Albion.

Tauchen: Die Euro Divers-Basen La Pointe und Albion arbeiten professionell; die Guides kennen die Makro-Hotspots und planen entspannte Tauchgänge. Im Norden startet man teils näher an den Spots als vom Pier Grand Baie, im Westen nutzt man die einzige Basis in Albion auch ohne Resort-Aufenthalt.
Infos: euro-divers.com.

Hotel-Infos: https://www.clubmed.de/