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Nord-Sulawesi: Mit der KLM »Sunshine« nach Bolsel

Mit der KLM »Sunshine« geht es von Lembeh in den kaum betauchten Süden Nord-Sulawesis. Die neue Route nach Bolsel verspricht unberührte Riffe, seltene Makro-Entdeckungen und Begegnungen mit großen Fischschwärmen – fernab anderer Boote und Taucher.

Patrick Kranenbroek

Kurzzusammenfassung

Diese neue Liveaboard-Route in Nord-Sulawesi führt von Lembeh über Buyat und Boltim bis nach Bolsel – und zurück. Sie erwartet unberührte Riffe, farbenprächtige Weichkorallen, seltene Makro-Motive, gewaltige Barrakudaschwärme und das Gefühl, fernab anderer Taucher unterwegs zu sein.

Text: Patrick Kranenbroek

Lembeh und Bolsel: Neue Route mit Potential

Im März 2025 ist es soweit: Die Tour Lembeh–Bolsel–Lembeh startet. Die Crew der KLM »Sunshine« hat die Route schon erkundet, doch viele Gäste kennen die Gebiete südlich von Lembeh nicht. Anke Andreé, Eignerin und Chefin der Blue Bay Divers, fährt auch mit. Außer mir ist nur noch ein weiterer Taucher an Bord. Von Bitung in der Lembeh Strait führt unsere Tour über Buyat und Boltim nach Bolsel. Ich weiß nicht, was mich erwartet, aber Anke versichert mir: »Die Riffe sind wunderschön und unberührt. Sobald wir Lembeh verlassen, wirst du keine anderen Taucher mehr sehen.« Die KLM »Sunshine« ist das einzige Schiff, das diese Route fährt.

Weichkorallen bei Pulau Pakolor

Der erste Tauchplatz liegt bei Pulau Pakolor, einer winzigen Insel, fünf Stunden südlich von Lembeh. Auf dem Plan steht »Wide Angle«: Überall Weichkorallen in Rosa, Rot, Gelb und Violett. Während ich eifrig Bilder mache, winkt mir Yustus, mein privater Diveguide. Er hat zwei Weißspitzen-Riffhaie entdeckt, die scheu auf Distanz bleiben. Unter einer Tischkoralle finden wir einen dritten, der ruhig liegen bleibt – perfektes Fotomotiv. Eine Schildkröte und eine große Stechrochen-Dame runden den Tauchgang ab.

Neue Route Lembeh-Bolsel

Seit 14 Jahren ist die KLM »Sunshine« in Indonesien unterwegs. Routen führten bisher von Sahaung oder Bitung nach Saronde Island, oft auch durch Halmahera. Neu ist die Strecke Lembeh–Bolsel–Lembeh. Zehn Gäste finden Platz in fünf Kabinen, verteilt auf Ober- und Unterdeck. Vom Tauchdeck steigen wir in das Beiboot »Pygmee«, das uns schnell zu den Tauchplätzen bringt. An Bord gibt es eine gemütliche Lounge für Mahlzeiten, ausgestattet mit Kameratisch und Stauräumen. Auf dem Vorderdeck laden Sitzsäcke, Liegen und Sonnensegel zum Entspannen ein, auf dem Oberdeck eine großzügige Sitzecke am Heck. Das Tauchdeck bietet Nitrox-Füllung und Spülbecken für Ausrüstung und Kameras.

Seltene Bumblebee-Garnele

Bei Pulau Racoon in der Buyat-Bucht geht es auf 28 Meter Tiefe über Sandgrund. Yustus zeigt mir ein winziges Tierchen – kaum einen Zentimeter groß – auf einer blauen Schwammstruktur. Ich fotografiere es, ohne zu wissen, wie besonders es ist. Diese Art wird nur sehr selten gesichtet. Der Tag steht ganz im Zeichen der Makrofotografie: Ein winziges rosa-weißes Pygmäenseepferdchen, versteckt in einer gleichfarbigen Gorgonie – mein nächstes Highlight.

Bumblebee-Garnele (selten gesichtete Art)

Die Riffe um Buyat sind voller Leben: Hart- und Weichkorallen, Schwärme von Rifffischen – und sie bieten auch exzellente Muckdive-Spots. Auf einem Nachttauchgang finde ich eine Krabbe, deren Tarnung aussieht wie eine Karnevalskostümierung.

Die Mahenas von Bolsel

Nach sechs Tagen erreichen wir Bolsel. Touristen sehen wir keine, nur einige Fischerboote. Bei Mahena Point – »Mahena« bedeutet Barrakuda – treffen wir auf eine große Schule dieser marinen Räuber. Langsam nähern wir uns und tauchen in den Schwarm. Die Barrakudas kreisen um uns, während wir fotografieren – ein unvergesslicher Moment. Am nächsten Tag wiederholt sich das Erlebnis. Zwischen zwei Tauchgängen spazieren wir mit der Crew durch das Dorf Bolsel, begleitet von der gesamten Dorfjugend. Ein kleiner Junge fragt nur: »Messi oder Ronaldo?« Das Eis ist gebrochen.

Barbecue, Musik und Tanz

Von Bolsel geht es in zwei Tagen zurück nach Lembeh. Vor der Abfahrt genießen wir ein Barbecue am Traumstrand unter Palmen – mit Saté, Reis, Gemüse, Salaten und Früchten. Die Crew sorgt für Musik und Tanz am Lagerfeuer. Auch auf der Rückfahrt wird täglich getaucht. In Lembeh widmen wir uns voll dem Muckdiving: schwarzer Sand voller Critter – Seepferdchen, Mantis Shrimps, Frogfish, bunte Nacktschnecken. Bei einem Nachttauchgang finden wir sogar die perfekt getarnte Candy Crab.

Eine beeindruckende und unberührte Unterwasserwelt lädt zu ausgiebigen Tauchgänge ein.

Salvador Dali zum Abschied

Nach zehn Tagen und 37 Tauchgängen endet die Tour. Wir haben unberührte Riffe, Fischreichtum und prächtige Korallen gesehen und sogar den seltenen »Salvador Dali-Schwamm« zwischen Bolsel und Gorontalo entdeckt. Auch die Betreuung war perfekt. Das einzige, was wir selbst tun mussten, war tauchen. Diese Route, fernab anderer Taucher und Boote, vermittelt das Gefühl, allein auf der Welt zu sein. Eine Welt, die zehn Tage lang nur aus Meer und Unterwasser-Streifzügen bestand. Eine Erinnerung für immer, und Anke hat ihr Versprechen mehr als eingelöst.

Reiseinfos zur KLM »Sunshine« in Indonesien

Anreise
Per internationalem Flug reisen Sie nach Manado in Indonesien. Von dort bringt ein Fahrer der Blue Bay Divers die Gäste in einer Stunde nach Bitung in der Lembeh Strait. Dort wartet und startet die KLM »Sunshine«.

Das Schiff
Das Schiff bietet Platz für maximal zehn Taucher, meist wird die Zahl auf acht begrenzt. Es gibt insgesamt fünf Kabinen: zwei auf dem Oberdeck und drei unter Deck. An Bord befinden sich eine gemütliche Lounge mit Kameratisch, ein Sonnendeck und ein Relaxbereich. Die neunköpfige Crew ist flexibel und geht auf Wünsche ein – sei es beim Essen oder beim Tauchen.

Tauchen
Getaucht wird vom Beiboot »Pygmee«, das die Taucher dort abholt, wo sie auftauchen. Es gibt Zwölf-Liter-Tauchflaschen (auch einige 15-Liter-Tanks), gefüllt mit Nitrox (30 Prozent Sauerstoff). Die maximale Tauchtiefe beträgt 30 Meter. Auf dem Tauchdeck gibt es Duschen und eine Spülwanne. Im Tauchpaket sind drei Tauchgänge pro Tag enthalten. Nachttauchgänge werden täglich angeboten und können vor Ort für 30 Euro gebucht werden.

Verpflegung
Frühstück, Mittag- und Abendessen werden in Buffetform serviert. Angeboten werden Suppe, warmes Gemüse, Reis, Kartoffelbeilagen, Fleisch oder Fisch, Nudeln und Obst. Wasser, Kaffee und Tee sind inklusive. Softdrinks, Wein und Bier sind gegen Aufpreis erhältlich.

Saronde Island
Neben der KLM »Sunshine« betreibt Blue Bay Divers auch ein Resort auf Saronde Island, fernab der belebten Tauchgebiete im Norden von Nord-Sulawesi. Eine Kombination aus einer Tour mit der KLM »Sunshine« und einem Aufenthalt auf Saronde Island lässt sich gut arrangieren.

Tourismusinformation Nord-Sulawesi:
https://www.north-sulawesi-tourism.com

Weitere Beiträge über Indonesien hier auf tauchen.de.

Häufige Fragen zur Route der
KLM »Sunshine«

Wann findet die Tour Lembeh–Bolsel–Lembeh statt?
Die neue Route wird seit 2025 angeboten. Die konkreten Termine variieren je nach Saison und Nachfrage. Aktuelle Abfahrten finden Sie beim Veranstalter.

Für wen eignet sich diese Liveaboard-Tour?
Die Route richtet sich an erfahrene Sporttaucher, die sowohl Makrofotografie als auch Großfischbegegnungen schätzen. Durch Tiefen bis 30 Meter und teilweise strömungsreiche Plätze ist Taucherfahrung empfehlenswert.

Wie viele Tauchgänge sind inklusive?
Im Tauchpaket sind drei Tauchgänge pro Tag enthalten. Zusätzlich werden täglich Nachttauchgänge angeboten, die vor Ort gebucht werden können.

Wird Nitrox angeboten?
Ja, die Tauchflaschen werden mit Nitrox (30 Prozent Sauerstoff) gefüllt. Zwölf-Liter-Flaschen sind Standard, einige 15-Liter-Tanks stehen ebenfalls zur Verfügung.

Wie viele Gäste sind an Bord?
Die KLM »Sunshine« verfügt über fünf Kabinen für maximal zehn Taucher. Häufig wird die Gästezahl auf acht begrenzt, um viel Platz und individuellen Service zu gewährleisten.

Was unterscheidet die neue Route von anderen Touren in Nord-Sulawesi?
Südlich von Lembeh sind kaum andere Boote unterwegs. Die Kombination aus unberührten Riffen, selten betauchten Makro-Spots und Barrakudaschwärmen bei Bolsel macht den besonderen Reiz dieser Strecke aus.

Wie erfolgt die Anreise?
Internationale Flüge führen nach Manado. Von dort erfolgt der rund einstündige Transfer nach Bitung in der Lembeh Strait, wo die KLM »Sunshine« startet.

Lässt sich die Tour kombinieren?
Ja, eine Kombination mit einem Aufenthalt auf Saronde Island, wo Blue Bay Divers ein Resort betreibt, ist gut möglich und wird häufig arrangiert.