Computer Technik

Mares Sirius L im Test: Tauchcomputer Light

Was kann der Mares Sirius L? Technik, Safety Stop+, App-Anbindung und Unterschiede zum großen Sirius im sachlichen Praxistest.

Benjamin Schulze
Naom Kortler / mares

Der Mares Sirius L ist ein kompakter Tauchcomputer im Uhrenformat mit Segment-LCD und reduzierter Ausstattung. Er richtet sich an Sporttaucher, Nitrox-Nutzer und Apnoisten, die Wert auf klare Anzeige, einfache Bedienung und einen moderaten Preis legen.
Der Artikel analysiert Technik, Sicherheitsfunktionen, App-Anbindung und die Unterschiede zum großen Sirius-Modell.

Relevant ist der Beitrag für Einsteiger wie auch für erfahrene Taucher, die einen soliden Alltags- oder Backup-Computer suchen.

Der Uhren-Tauchcomputer Mares Sirius L im Einsatz. © Noam Kortler / Mares

Was ist der Mares Sirius L?

Der Mares Sirius L ist ein Tauchcomputer im Uhrenformat, der bewusst auf Premium-Features verzichtet und sich auf Kernfunktionen konzentriert: Dekompressionsberechnung, Multigas-Fähigkeit und klare Ablesbarkeit. Dabei steht das »L« für »Light«. Gemeint ist keine extreme Gewichtsersparnis, sondern eine reduzierte Variante des größeren Mares Sirius. Farbdisplay und Gasintegration entfallen, Sicherheit und Bedienbarkeit stehen im Vordergrund.
Mit einem Preis von 349 Euro positioniert sich der Sirius L im mittleren Segment der Uhrencomputer.

Wie gut ist das Display unter Wasser?

Der Sirius L nutzt ein Segment-LCD mit Chip-on-Glass-Technologie. Dabei sitzt der Treiberchip direkt auf dem Displayglas.
Das Segment-LCD mit Chip-on-Glass-Technologie reduziert interne Bauteile und Kontaktstellen. Das macht das Display mechanisch stabil und unempfindlich gegenüber Druck- und Temperaturschwankungen – ein relevanter Faktor unter Wasser.

Im Tauchalltag zählt vor allem die Ablesbarkeit. Der Sirius L zeigt alle Werte kontrastreich und klar segmentiert an. Auch bei schrägem Blickwinkel oder schwierigen Lichtverhältnissen bleiben Tiefe, Zeit und Deko-Informationen schnell erfassbar.

Der Energiebedarf ist moderat: Mit einer CR2450-Batterie sind laut Hersteller 200 bis 300 Tauchstunden möglich. Das erscheint unter normalen Nutzungsbedingungen plausibel.

Wie funktioniert die Bedienung?

Der Computer wird über zwei Tasten gesteuert.

Nach kurzer Eingewöhnung lassen sich die wichtigsten Funktionen auch mit dicken Handschuhen bedienen. Dabei ist die Menüführung logisch aufgebaut und verzichtet auf verschachtelte Untermenüs.

Welche Tauchmodi bietet der Mares Sirius L?

Der Sirius L unterstützt:
– Luft
– Nitrox
– bis zu drei Gase mit maximal 100 Prozent Sauerstoff
– Bottom-Timer-Modus
– Apnoe-Modus
– integrierter Dekompressionsplaner
Die Dekompressionsberechnung basiert auf dem Bühlmann ZH-L16C-Algorithmus. Gradienten-Faktoren lassen sich individuell anpassen. Damit ist eine konservativere oder progressivere Einstellung möglich.

Was bringt Safety Stop+?

Mit dem Sirius L führt Mares die Funktion Safety Stop+ ein. Das System erweitert den klassischen Sicherheitsstopp um eine optionale, algorithmusbasierte Empfehlung.

Grundlage ist hier der Bühlmann ZH-L16C-Algorithmus mit einstellbaren Gradienten-Faktoren. Safety Stop+ bietet die Möglichkeit, den flachen Stopp so lange zu verlängern, bis ein Gradient Factor (GF) von 70 erreicht ist. Dieser Wert wird in Veröffentlichungen des Divers Alert Network (DAN) als konservativer Bereich beschrieben, der mit einem reduzierten Risiko für Dekompressionssymptome in Verbindung gebracht wird.

Wichtig: Der zusätzliche Stopp ist nicht verpflichtend. Der Computer spricht eine Empfehlung aus, der Taucher entscheidet.

In der Praxis bedeutet das: Nach dem regulären Sicherheitsstopp kann man einige Minuten länger im flachen Wasser bleiben. Das kann insbesondere bei längeren oder wiederholten Tauchgängen sinnvoll sein. Der Sirius L unterstützt diese Phase mit einer klaren Anzeige und einem nachvollziehbaren Countdown.

Safety Stop+ ersetzt keine sorgfältige Tauchplanung. Es ist eine zusätzliche Option für Taucher, die ihr Profil bewusst etwas konservativer gestalten möchten.

Wie funktioniert die App-Anbindung?

Der Sirius L verfügt über integriertes Bluetooth. Die Datenübertragung erfolgt kabellos in die Mares- oder SSI-App.
Praxismerkmale:
– schnelle Kopplung
– automatische Geräteerkennung
– vollständige Logbuchdaten
– Firmware-Updates über die App
Gaswechsel, Aufstiegsprofile und Sicherheitsstopps werden grafisch dargestellt. Firmware-Aktualisierungen können eigenständig durchgeführt werden, ohne das Gerät einzuschicken.
Mehr zur digitalen Logbuchführung erklären wir im Beitrag Digitales Tauchlogbuch im Vergleich.

Screenshot aus der Mares-App.
Aus der Mares-App: die Darstellung des Tauchprofils.

Ist der Sirius L alltagstauglich?

Der Computer bietet Uhrzeit, Datum, Wecker und Countdown-Timer. Das Gehäuse ist präsent, aber tragbar.
Die CR2450-Batterie ist vom Nutzer selbst wechselbar. Das reduziert Wartungskosten.
Für dicke Neoprenanzüge oder Trockentauchanzüge sind längere Armbänder oder ein optionales Bungee-Mount erhältlich. Letzteres bietet eine flexible und sichere Befestigung, insbesondere bei wechselnder Ausrüstung.
Zum Thema Ausrüstungsanpassung empfehlen wir den Ratgeber Tauchcomputer richtig tragen.

Worin unterscheidet sich der Sirius L vom großen Sirius?

Display
Sirius L: Segment-LCD
Sirius: Farb-MIP-Display mit erweiterten Darstellungsmöglichkeiten
Stromversorgung
Sirius L: wechselbare CR2450-Batterie
Sirius: fest verbauter Akku mit induktiver Ladestation
Gasintegration
Sirius L: keine schlauchlose Gasintegration
Sirius: optional mit Sender für Tankdruckanzeige
Zielgruppe
Sirius L: Sporttaucher, preisbewusste Nutzer, Backup-Lösung
Sirius: ambitionierte Taucher mit Wunsch nach erweiterten Features

Für wen eignet sich der Mares Sirius L?

Der Sirius L eignet sich für:
– Einsteiger, die einen klar strukturierten Computer suchen
– Sporttaucher mit Nitrox-Zertifizierung
– Apnoisten
– erfahrene Taucher als Backup-Computer
Weniger geeignet ist er für Taucher, die Wert auf Tankdruckanzeige oder umfangreiche grafische Darstellung legen.

Ist der Mares Sirius L sicher?

Ja, im Rahmen seiner technischen Ausstattung bietet der Computer alle gängigen Sicherheitsfunktionen eines modernen Sporttauchcomputers.
Mit Bühlmann ZH-L16C, einstellbaren Gradienten-Faktoren und Safety Stop+ deckt er etablierte Standards ab. Die Sicherheit hängt jedoch stets vom verantwortungsvollen Tauchverhalten und der Ausbildung des Nutzers ab.

Fazit: Reduktion mit System

Der Mares Sirius L verfolgt ein klares Konzept: Konzentration auf das Wesentliche.
Keine Gasintegration, kein Farbdisplay, keine High-End-Optik – dafür solide Technik, gute Ablesbarkeit, einfache Bedienung und ein attraktiver Preis.
Für viele Sporttaucher ist das kein Verzicht, sondern eine bewusste Entscheidung.

Mares Sirius L: Technische Daten

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Externe Quellen

Mares Produktinformationen Sirius L
DAN Europe – Grundlagen Grundlagen zum ZH-L16-Modell
SSI Ausbildungsstandards Nitrox