Weichkorallen und Fahnenbarsche an einer Steilwand in der Verde Island Passage vor Puerto Galera
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Puerto Galera: Tauchen im Herzen der Biodiversität

Daan Kleinbussink

Puerto Galera an der Nordküste der philippinischen Insel Mindoro liegt an der Verde Island Passage, einem der artenreichsten Meeresgebiete der Welt. Daan Kleinbussink war mit dem Resort Scandi Divers unterwegs: an Steilwand und Wrack, auf Sandgrund und bei Verde Island. Ein Steckbrief für Makrofotografen und alle, die viel Abwechslung auf kurzen Bootswegen suchen.

Text und Fotos: Daan Kleinbussink
Erschienen in TAUCHEN 08/2026

Wer von außergewöhnlicher Artenvielfalt träumt, kommt an Puerto Galera kaum vorbei. Die Region auf der philippinischen Insel Mindoro gilt als das »Zentrum des Zentrums« mariner Biodiversität. Nirgendwo sonst scheint die Unterwasserwelt so vielfältig und abwechslungsreich zu sein wie hier. Gemeinsam mit den Scandi Divers gehen wir dort auf Entdeckungsreise.

Das Wichtigste in Kürze

  • Destination: Philippinen, Puerto Galera an der Nordküste der Insel Mindoro (Provinz Oriental Mindoro), an der Verde Island Passage zwischen Mindoro und Luzon
  • Tauchbasis und Resort: Scandi Divers am Big La Laguna Beach, rund zehn Gehminuten von Sabang entfernt
  • Tauchen: Riffe, Steilwände mit Strömung, das Wrack M/V Alma Jane, Muck Diving auf Sandgrund und Tagesausflüge nach Verde Island; die meisten Plätze liegen wenige Bootsminuten entfernt
  • Stärken: enorme Artenvielfalt, Makroleben für Fotografen, mit Glück Großfisch wie Fuchshaie
  • Wassertemperatur: laut Print 24 bis 28 °C, in den wärmsten Monaten auch um 29 °C
  • Anreise: Flug nach Manila, dann rund drei Stunden mit Auto und Boot über Batangas

Puerto Galera und die Verde Island Passage

Puerto Galera liegt an der Nordspitze von Mindoro, südlich der Hauptinsel Luzon. Vor der Küste verläuft die Verde Island Passage, eine Meerenge zwischen den beiden Inseln. Meeresbiologen bezeichnen sie als »Zentrum des Zentrums« mariner Artenvielfalt, also als Herzstück des Korallendreiecks. Die Tauchplätze verteilen sich vor allem rund um den Ort Sabang und die benachbarten Strände; die Wege mit dem Boot sind kurz.

Luftaufnahme der Küste von Puerto Galera mit Strandhäusern, Riff und Tauchboot
Kurze Wege: Die meisten Tauchplätze rund um Sabang liegen nur wenige Bootsminuten von den Stränden entfernt. Foto: Daan Kleinbussink

Dungon Reef: Leben vom ersten Tauchgang an

Schon der erste Tauchgang zeigt, was Puerto Galera so besonders macht. Am Dungon Reef wimmelt es von Leben. Zwischen farbenprächtigen Korallen tummeln sich Clownfische, Garnelen und eine beeindruckende Vielfalt an Nacktschnecken. Unser Guide Larry, im Resort als »Eagle-Eyed Larry« bekannt, entdeckt selbst die kleinsten Lebewesen scheinbar mühelos. Kaum hat man ein Motiv fotografiert, wartet bereits das nächste Highlight.

Anemonenfisch zwischen den Tentakeln einer Anemone
Anemonenfisch in seiner Wirtsanemone. Am Dungon Reef gehören Clownfische, Garnelen und Nacktschnecken zum ersten Tauchgang. Foto: Daan Kleinbussink

Sinandigan Wall: Ein Fuchshai aus dem Blau

Die Bandbreite der Tauchplätze rund um Sabang ist enorm. Am Morgen schweben wir an der Sinandigan Wall in der Strömung und halten Ausschau nach einem ganz besonderen Gast. Dann taucht er plötzlich aus dem Blau auf: ein Fuchshai. Elegant zieht der mehr als vier Meter lange Räuber an uns vorbei, bevor er wieder in der Tiefe verschwindet. Ein magischer Moment.

Planbar sind solche Begegnungen nicht: Fuchshaie gehören zu den Besonderheiten der Region, eine Sichtung ist aber Glückssache.

Wrack und Muck Diving

Nur wenige Bootsminuten entfernt wartet mit der M/V Alma Jane ein völlig anderes Taucherlebnis. Das versenkte Frachtschiff hat sich längst in ein künstliches Riff verwandelt. Korallen überziehen die Stahlstruktur, Schwärme von Rifffischen umkreisen das Wrack, und auch die Erkundung der Innenräume sorgt für Abenteuerfeeling.

Taucher schwebt über einem Wrack in blauem Wasser
Wracktauchen vor Puerto Galera: Mit der M/V Alma Jane liegt ein versenktes Frachtschiff nur wenige Bootsminuten von Sabang entfernt. Foto: Daan Kleinbussink

Mindestens genauso faszinierend sind die berühmten Muck-Dive-Spots der Region. Auf den ersten Blick wirkt der sandige Grund unscheinbar. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine Welt voller Kuriositäten. Seepferdchen, winzige Anglerfische, flamboyante Sepien und seltene Nacktschnecken gehören hier fast zum Standardprogramm. Puerto Galera beweist eindrucksvoll, warum Makrofotografen aus aller Welt immer wieder hierher zurückkehren.

Flamboyant-Sepia in Purpur und Gelb auf hellem Sandgrund
Flamboyant-Sepia auf Sandgrund: Beim Muck Diving zeigt sich, wie viel Leben auf scheinbar leerem Boden steckt. Foto: Daan Kleinbussink
Orangefarbener Anglerfisch auf Sandgrund
Kleiner Anglerfisch auf Sandgrund. Winzige Anglerfische, Seepferdchen und seltene Nacktschnecken gehören bei Muck-Tauchgängen fast zum Standard. Foto: Daan Kleinbussink

Verde Island: Tagesausflug an die Steilwand

Ein absolutes Muss ist der Tagesausflug nach Verde Island. Für viele Taucher zählt die Insel zu den besten Tauchplätzen der Philippinen. Schon beim Abtauchen eröffnet sich ein spektakuläres Bild: Tausende Fische ziehen über die Steilwand, während farbenprächtige Weichkorallen, riesige Gorgonien und gewaltige Schwämme das Riff schmücken. Die schiere Menge an Leben ist überwältigend.

Großer Tonnenschwamm und Korallen an einem Riff in der Verde Island Passage
Gewaltige Schwämme, Weichkorallen und Gorgonien prägen die Riffe in der Verde Island Passage. Foto: Daan Kleinbussink

Scandi Divers: Resort und Tauchbasis

Auch an Land hinterlässt Scandi Divers einen bleibenden Eindruck. Das mehrfach ausgezeichnete Resort bietet komfortable Unterkünfte, eine professionell organisierte Tauchbasis und einen hervorragend ausgestatteten Kameraraum für Unterwasserfotografen. Vor allem aber überzeugt das Team mit herzlicher Gastfreundschaft und persönlichem Service. Viele Gäste kommen genau deshalb immer wieder zurück.

Luftaufnahme des Scandi Divers Resort mit Tauchbooten am Strand
Das Scandi Divers Resort liegt direkt am Strand, die Tauchboote starten vor der Tür. Foto: Daan Kleinbussink

Das Resort liegt am Big La Laguna Beach, etwa zehn Gehminuten vom Ortskern von Sabang. Laut eigener Website bietet die Basis tägliche Ausfahrten, PADI-Kurse vom Einsteiger bis zum Divemaster, Nitrox sowie Nacht- und Blackwater-Tauchgänge gegen Aufpreis. Untergebracht sind Gäste in Zimmern, Strandcottages und Suiten in verschiedenen Kategorien (Stand Oktober 2026).

Zimmer im Scandi Divers Resort mit Doppelbett und Balkon mit Meerblick
Zimmer mit Meerblick im Scandi Divers Resort. Foto: Daan Kleinbussink
Zwei Mitarbeiter der Tauchbasis Scandi Divers vor einer Karte der Tauchplätze von Puerto Galera
Das Team der Tauchbasis vor der Übersichtskarte der Tauchplätze rund um Puerto Galera. Foto: Daan Kleinbussink

Kilima Steps: Das Zwergseepferdchen zum Schluss

Am letzten Tauchtag fehlt nur noch ein Wunsch auf der Liste: ein Zwergseepferdchen. Die Suche führt uns zu den Gorgonien von Kilima Steps. Lange scheint der Erfolg auszubleiben, bis Larry plötzlich aufgeregt Zeichen macht. Tatsächlich sitzt dort, perfekt getarnt zwischen den Polypen, eines der winzigen Seepferdchen. Kaum größer als ein Stecknadelkopf – und doch der perfekte Abschluss einer außergewöhnlichen Tauchwoche.

Rosafarbenes Zwergseepferdchen gut getarnt in einer Gorgonie
Perfekt getarnt: Ein Zwergseepferdchen in einer Gorgonie, gefunden am letzten Tauchtag an den Kilima Steps. Foto: Daan Kleinbussink

Bilder aus Puerto Galera

Fazit

Puerto Galera begeistert nicht nur mit spektakulären Tauchplätzen und einer unglaublichen Artenvielfalt. Es ist die Kombination aus Großfisch, Makroleben, Wracks und herzlicher philippinischer Gastfreundschaft, die diesen Ort so besonders macht. Wer einmal hier abgetaucht ist, versteht schnell, warum viele Taucher immer wieder zurückkehren.

Reiseinfo: Tauchen in Puerto Galera

DestinationPhilippinen, Puerto Galera an der Nordküste der Insel Mindoro (Provinz Oriental Mindoro). Die Tauchplätze liegen an der Verde Island Passage zwischen Mindoro und Luzon, vor allem rund um Sabang.
AnreiseFlug nach Manila mit Umstieg. Weiter rund 1,5 Stunden per Auto zum Hafen von Batangas und etwa 45 Minuten mit dem Wassertaxi nach Puerto Galera, insgesamt rund drei Stunden. Die Boote fahren nur tagsüber, bei schlechtem Wetter kann die Überfahrt ausfallen. Das Resort organisiert Transfers.
EinreiseDeutsche Staatsangehörige brauchen für touristische Aufenthalte bis 30 Tage kein Visum. Der Reisepass muss noch mindestens sechs Monate gültig sein, ein Rück- oder Weiterflugticket ist nötig, vorab ist die kostenlose Online-Registrierung über eTravel Pflicht. Aktuelle Hinweise beim Auswärtigen Amt.
Beste ReisezeitGetaucht wird ganzjährig. Als günstigste Zeit gilt etwa November bis Mai. Von Juni bis Oktober bringt der Südwestmonsun häufiger Regen und Taifune, dann kann der Boots- und Tauchbetrieb eingeschränkt sein.
WassertemperaturLaut Print 24 bis 28 °C; in den wärmsten Monaten auch um 29 °C.
TauchbedingungenRiffe und Steilwände, teils mit Strömung, Wracks und Sandgrund für Muck Diving. Die meisten Plätze liegen wenige Bootsminuten entfernt, Verde Island wird als Tagesausflug angefahren. Nacht- und Blackwater-Tauchgänge sind möglich.
TauchlevelViele Plätze sind laut Basis für Open-Water-Taucher geeignet; Strömungs- und Drifttauchgänge eher für Erfahrene.
TauchbasisScandi Divers, Big La Laguna Beach, Puerto Galera. PADI-Kurse, Nitrox, geführte Tauchgänge mehrmals täglich (laut Print bis zu vier).
GebührenDie Gemeinde Puerto Galera erhebt eine Umweltgebühr. Die aktuelle Höhe bitte beim Resort erfragen.
PreiseAktuelle Preise beim Anbieter.

FAQ: Tauchen in Puerto Galera

Wo liegt Puerto Galera?

Puerto Galera liegt an der Nordküste der philippinischen Insel Mindoro, südlich von Luzon. Vor der Küste verläuft die Verde Island Passage, die als eines der artenreichsten Meeresgebiete der Welt gilt.

Wann ist die beste Reisezeit zum Tauchen in Puerto Galera?

Getaucht wird ganzjährig. Als günstigste Zeit gilt etwa November bis Mai. Von Juni bis Oktober ist mit Südwestmonsun und Taifunen zu rechnen, Bootsüberfahrten und Tauchgänge können dann ausfallen.

Wie warm ist das Wasser in Puerto Galera?

Je nach Jahreszeit etwa 24 bis 29 °C.

Wie kommt man von Manila nach Puerto Galera?

Vom Flughafen Manila geht es rund 1,5 Stunden per Auto zum Hafen von Batangas, dann etwa 45 Minuten per Wassertaxi nach Puerto Galera. Insgesamt sollte man rund drei Stunden einplanen; die Boote fahren nur tagsüber.

Für welche Taucher eignet sich Puerto Galera?

Viele Plätze eignen sich für Open-Water-Taucher. An Steilwänden wie der Sinandigan Wall und bei Drifttauchgängen kann Strömung herrschen, sie sind eher etwas für Erfahrene.

Welche Tiere sieht man beim Tauchen in Puerto Galera?

Im Bericht begegnen dem Autor ein Fuchshai an der Sinandigan Wall, Clownfische, Garnelen und Nacktschnecken am Dungon Reef, Anglerfische und Flamboyant-Sepien auf Sandgrund sowie ein Zwergseepferdchen an den Kilima Steps. Fuchshai-Sichtungen sind nicht planbar.

Gibt es Nitrox bei Scandi Divers?

Ja, laut Website der Basis können zertifizierte Nitrox-Taucher mit Nitrox tauchen; Kurse werden ebenfalls angeboten. Aktuelle Preise beim Anbieter.

Brauchen Deutsche ein Visum für die Philippinen?

Für touristische Aufenthalte bis 30 Tage nicht. Der Reisepass muss noch mindestens sechs Monate gültig sein, vor der Einreise ist die Registrierung über eTravel Pflicht. Aktuelle Hinweise gibt das Auswärtige Amt.

Über den Autor

Daan Kleinbussink ist Unterwasserfotograf und Tauchlehrer. Für TAUCHEN schreibt er Reiseberichte und Fototipps, zuletzt etwa über Splitlevel-Aufnahmen am Tugboat auf Curaçao. Text und Fotos dieses Berichts stammen von ihm.

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Dieser Artikel erschien in TAUCHEN-Ausgabe 08/2026 und wurde für die Webfassung redaktionell angepasst.