Die aktuelle Tauchen Magazin 08 2017.
Weibliche Gelbfiebermücken gehören mit zu den häufigsten Denguefieber-Überträgern

Weibliche Gelbfiebermücken gehören mit zu den häufigsten Denguefieber-Überträgern © J. Gathany/Wikipedia

Dengue-Fieber nach Ägypten-Reise

Erstmals sind zwei Touristinnen nach einem Aufenthalt am Roten Meer
in Ägypten an Dengue-Fieber erkrankt. Dies teilte uns das Centrum für
Reisemedizin (CRM) mit. Die Touristinnen hielten sich unter anderem in Marsa Alam auf

„Bisher galt das Land als dengue-frei. Doch nun müssen wir davon ausgehen, dass sich der Erreger dieser Tropenkrankheit ausbreiten könnte“, sagt PD Dr. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM. Er empfiehlt Reisenden, besonders sorgfältig auf Mückenschutz zu achten. Das CRM hat von der Infektion über das Europäische Netzwerk zur Surveillance importierter Infektionen (TropNetEurop) erfahren.

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 290 Dengue-Fälle an das Robert Koch-Institut gemeldet. Fachleute gehen jedoch davon aus, dass es sich hier nur um einen Teil handelt, da viele Erkrankungen nicht diagnostiziert wurden. Dengue gilt als die wahrscheinlichste Ursache für fieberhafte Erkrankungen bei Reisenden oder Reiserückkehrern aus den Tropen oder Subtropen, mit Ausnahme der Region südlich der Sahara, wo die Malaria dominiert.
Mücken übertragen Viren
Dengue-Fieber wird von Viren ausgelöst, die in vielen tropischen und subtropischen Regionen von überwiegend tagaktiven Tigermücken (siehe Foto rechts) auf Menschen übertragen werden. Eine Erstinfektion ist zwar unangenehm, verläuft in der Regel jedoch harmlos – mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und allgemeiner Abgeschlagenheit. Bei einer erneuten Infektion kann es jedoch zu schweren, auch lebensgefährlichen Erkrankungen mit Blutungen und Kreislaufversagen kommen. Wie uns das CRM mitgeteilt hat, haben sich die Touristinnen in Marsa Alam, Berenice und Bir Shalatayn aufgehalten.

Keine Therapie möglich
Eine spezielle Therapie gegen Dengue-Fieber beziehungsweise gegen den Erreger gibt es nicht. Es können nur die Symptome behandelt werden beispielsweise mit fiebersenkenden oder schmerzstillenden Mitteln. „Allerdings eignet sich nicht jedes Mittel. Medikamente, die Acetylsalicylsäure enthalten, sollte man unbedingt vermeiden, da sie die Blutungsneigung verstärken“, erklärt Dr. Jelinek. „Im Falle einer fieberhaften Erkrankung während oder nach einem Aufenthalt in den Tropen oder Subtropen sollte man die Ursache von einem Arzt abklären lassen.“

Das Centrum für Reisemedizin veröffentlicht auf seiner Internetseiteaktuelle Informationen zur Gesundheitsvorsorge für Reisen in alle Länder der Welt sowie Adressen von Ärzten und Apotheken mit reisemedizinischer Qualifikation. Weitere Infos: www.crm.de