Andrea Ramalho Kiefner und Ralf Kiefner während einer Reise in Tonga.

Andrea Ramalho Kiefner und Ralf Kiefner während einer Reise in Tonga.

»Allein kann man nicht viel erreichen…«

Im Interview mit dem Fotografen und Autor Ralf Kiefner.

Ralf, warum glaubst Du, dass es noch ein weiteres Buch wie Deines über Haie braucht? 

Es geht uns darum, Aufmerksamkeit für die Tiere zu erzeugen, über diese wunderbaren Kreaturen zu informieren und Menschen für sie zu begeistern. Es steckt einfach so viel Herzblut so unendlich viel Arbeit und Respekt vor den Haien darin. Ich denke, dass die Leute das spüren. Wichtig ist, dass die Message rüberkommt, dass Haie keine Bestien sind, dass sie geschützt werden müssen und, dass man ihnen mit Respekt begegnet! Und natürlich ist jedes Buch, das gelesen wird, ein Gewinn für die Tiere und deren Schutz. Allein kann man nicht viel erreichen, aber zusammen können wir so viel bewirken. Man muss dranbleiben und die Menschen immer wieder informieren und aufs Neue berühren. Wir glauben, dass Menschen nur das bereit sind zu schützen, was sie kennen und was bei ihnen mit einem positiven Image behaftet ist.   

Wie kam es zum Buchtitel "Haie haben keine Hände"?

Er hat sich ganz einfach aus dem Verhalten und den Erlebnissen mit Haien, die wir bei unseren Produktionen für TV und Magazinen erleben durften, ergeben. Wenn Haie ihr Gegenüber genauer erkunden wollen, kommt es irgendwann unweigerlich zum ersten Körperkontakt. Da sie jedoch bekannterweise keine Hände haben, bleibt ihnen nur die Möglichkeit ihr Gegenüber anzustupsen oder einen wohl gemeinten Probebiss anzusetzen. Es ist wichtig zu wissen, dass dabei keine Aggressionen oder Fressgier im Spiel waren. Sie versuchen einfach durch vorsichtige Berührungen mit der Schnauzenspitze, an denen sich viele empfindliche Sensoren befinden, zu erkunden wer oder was wir sind. 

Worin liegt die größte Schwierigkeit bei den von dir gezeigten Aufnahmen? 

Die größte Herausforderung liegt darin, die notwendige Geduld aufzubringen! Man muss den Tieren viel Zeit geben, sich an ihr fremdartiges Gegenüber zu gewöhnen. Sie müssen uns kennenzulernen und Vertrauen zu uns aufbauen und auch wir müssen unsererseits Vertrauen zu ihnen herstellen. Gegenseitiges Vertrauen und Respekt sind für mich der Schlüssel zu guten Aufnahmen. Man kann nur die Aufnahmen realisieren, die einem die Tiere ermöglichen! 

Dein spannendster Moment mit Haien? 

Einige dieser »spannenden« Momente werden im Buch ausführlich beschrieben, wie beim Sardinerun, als etwa zwanzig bis dreißig Haie mit weit aufgerissenen Mäulern durch einen Beuteball pflügten und nach allem schnappten, was nicht schnell genug entkommen konnte. Aber, es war unsere Entscheidung, so nah wie möglich an das hektische Geschehen heran zu tauchen. Die Haie haben sich in dieser Situation nur am Rande für uns interessiert. Sie waren im "Fressmodus". Die meisten "kritischen" Situationen hatte ich tatsächlich bei anderen Gelegenheiten. 

Dein traurigster Moment mit Haien? 

Als wir die Doku Jenseits der Angst (Beyond Fear, für National Geographic) gedreht haben, sahen wir ein Pick-Up, der mit vielen toten Haien beladen war. Diese Haie wurden nur wegen ihrer Flossen gefangen. So ein elegantes Tier wird aus dem Aberglauben, dass Haifischflossensuppe die Potenz steigert, getötet. Das hat mich echt tief berührt. Der Umweltstiftung WWF zufolge ist Spanien der weltweit führende Exporteur von Haifischfleisch. Das ist in Europa, nicht in Asien! Das macht mich, als Europäer, traurig und wütend zugleich. Das bringt uns zur ersten Frage: Warum noch ein weiteres Buch über Haie? Es sollen so viele Menschen wie möglich darüber informiert werden. 

Dein Tipp für alle Hobby-Fotografen für so tolle Tier-Aufnahmen wie Deine? 

Respekt! Und unendlich viel Geduld! Wir sind Gast in ihrer Umwelt, nicht umgekehrt. Und genau so sollte man sich auch verhalten: Wie ein Gast, der gerne wiederkommen darf. Zudem sollte man vermeiden, sich wie Beute zu verhalten. Man sollte entspannt sein und die Situation, wenn man wilden Tieren begegnet, genießen! 

Wir verlosen drei signierte Exemplare von »Hai haben keine Hände« 

In seinem Buch beschreibt Ralf Kiefner (www.ocean-pix.de) seine Begegnungen mit Haien, wie seine außergewöhnlichen Aufnahmen entstanden sind und gibt ganz persönliche Einblicke zu seiner Beziehung zu den Tieren.

»Haie haben keine Hände«, 176 Seiten, 130 Bilder, ISBN: 978-3-86935-427-9, Ludwig Verlag, 29,90 Euro.

Wer eines der Bücher gewinnen möchte: Email bis zum 30.12.21 an gewinnspiel@tauchen.de, Stichwort: »Haibuch«.