Titel der 10/18
Die Höhlenforscherin Jolanda Spronck kennt keine Angst, nur Neugierde. Seit 2011 erforscht sie die Pozo-Azul-Höhle. Eine Frau mit Abenteuer im Blut.

Die Höhlenforscherin Jolanda Spronck kennt keine Angst, nur Neugierde. Seit 2011 erforscht sie die Pozo-Azul-Höhle. Eine Frau mit Abenteuer im Blut. © Foto: Jolanda Spronck

Interview mit Höhlenforscherin Jolanda Spronck

Die Höhlenforscherin Jolanda Spronck kennt keine Angst, nur Neugierde. Seit 2011 erforscht sie die Pozo-Azul-Höhle. Eine Frau mit Abenteuer im Blut.

Es gibt Menschen, die suchen das Abenteuer und Wege abseits der Massen. Die Holländerin Jolanda Spronck erforscht seit 1989 die Welt der Höhlen. Seit den 90er-Jahren taucht sie auch in die Unterwelt und dringt dabei immer tiefer ins Erdinnere ein.

Wie sind Sie eigentlich zum Höhlentauchen gekommen?

Mein Partner Peter Goossens und ich haben damit Anfang der 90er-Jahre auf den Philippinen begonnen. Die ersten Höhlentauchgänge haben uns sofort fasziniert und uns war schnell klar, dass wir eigentlich nur noch solche Art von Tauchgängen machen wollen.

Was treibt Sie an, was begeistert Sie so am Tauchen unter der Erde?

Das ist schwer zu sagen, es ist mehr ein Gefühl, denke ich. Die Stille und die unberührte Schönheit da unten sind sicher faszinierend, genauso wie die Tatsache, dass es da keinen Massentourismus gibt. Und natürlich die Zusammenarbeit und Freundschaft im Team sind wesentliche Punkte, die diese Leidenschaft erklären.

Was genau war Ihre Aufgabe bei der Pozo-Azul-Expedition in Spanien?

Die Höhlenforscherin Jolanda Spronck kennt keine Angst, nur Neugierde. Seit 2011 erforscht sie die Pozo-Azul-Höhle. Eine Frau mit Abenteuer im Blut.

Die Höhlenforscherin Jolanda Spronck kennt keine Angst, nur Neugierde. Seit 2011 erforscht sie die Pozo-Azul-Höhle. Eine Frau mit Abenteuer im Blut. Foto: Jolanda Spronck

Wir gehören zum Support-Team. Letztes Jahr war unsere Aufgabe, die zweite Razor-Passage weiter zu erforschen und hoffentlich einen weiteren Siphon dahinter zu finden. Auch die trockene Exploration ab dem Punkt Tipperary war wichtig, wir haben versucht, einen neuen Eingang zu finden, womit wir den langen zweiten oder sogar dritten Siphon umgehen können.

Waren Sie die einzige Frau im Team?

Nein, ich war nicht die einzige Frau im Team, es waren noch eine spanische, eine britische und eine andere aus Holland mit dabei. Ich war aber mit Abstand diejenige, die am meisten getaucht ist. Keiner der anderen ist im zweiten Siphon gewesen, und ich habe auch mehrmals meine eigene Ausrüstung über den Engpass Burbuja getragen! Wenn wir Mädels nicht tauchen waren, haben wir für das Team gekocht oder uns um logistische Dinge gekümmert.

Gab es brenzlige Situationen?

Einmal war mein Scooter leer und einmal der von Peter. Wir haben uns dann aneinander nach draußen geschleppt, was ziemlich schwierig war. Für solche Notsituationen legen wir immer zwei Stage-Zylinder in den ersten Siphon, auf 200 und 400 Meter vom Eingang entfernt. Man weiß ja nie, ob man irgendwann alleine ist und der Scooter ausfällt. So hat man immer genügend Luft, um zurückzukommen.

Was war die längste Zeit, die Sie unter der Erde verbracht haben?

Zwei bis drei Tage in einer Mine in Frankreich. Wir haben in der Mine gecampt und sind von dort aus in die natürlichen Höhlen abgestiegen. Diese Höhlen hat man erst bei der Abgrabung der Mine gefunden. Die Eingänge in die Unterwelt befinden sich unter der Mine. Aber auch in Spanien durchquerten wir eine große Höhle – das hat insgesamt über 21 Stunden gedauert. In der Pozo Azul war ich mehrmals etwa acht Stunden lang unter der Erde.

Wie soll die Erkundung der Pozo Azul weitergehen?

Wir denken über ein zweites Biwak (Lager) nach, weiter drinnen in der Höhle, damit man länger im dritten Siphon bleiben kann. Auch die Lokalisierung der einzelnen Höhlen-Abschnitte von der Oberfläche aus ist wichtig, wir hoffen ja insgeheim, einen Eingang zu finden, der hinter dem dritten Siphon liegt.

Diese Höhle scheint ja kein Ende zu haben, was glauben Sie, wann ist Schluss?

Es wird erst Schluss sein, wenn es niemanden mehr gibt, der so weit hineintauchen will.