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Auch vor der niederländischen Insel Texel sind sechs Pottwale gestrandet.

Auch vor der niederländischen Insel Texel sind sechs Pottwale gestrandet. © Robert M. Lehmann

Anzahl der gestrandeten Pottwale steigt auf 13 Tiere

In nur einer Woche sind insgesamt 13 junge Pottwale an die Küsten der Nordsee angespült worden. Jetzt geht es darum, die Wal-Kadaver genau zu untersuchen und die Strandungs-Ursachen herauszufinden.

Es ist ein trauriges Bild, dass unser Pottwal-Experte Robert M. Lehmann an der niederländischen Küste mit eigenen Augen gesehen hat. Eine graue, leblose Masse an Fleisch lag im Sand. Ein paar Meter weiter wieder ein grauer Berg, ein junger Pottwal mit offenem Maul. Noch in der Nacht zum Dienstag, dem 12. Januar 2016, fuhr der Tierfilmer Richtung Texel, einer niederländischen Insel. Fünf junge Pottwalbullen sind an den Strand der Insel gespült worden. Einge Tiere lebten sogar noch, haben die Nacht auf Mittwoch aber nicht überlebt. Eine Rettungsaktion der niederländischen Behörde musste wegen schlechten Wetters abgebrochen werden.

Mittlerweile haben wir in der Redaktion eine Nachricht von TAUCHEN-Leser Mathias Heckroth von der Natur- und Forschungsgemeinschaft Mellumrat bekommen. Er hat sich mit einem kleinen Flugzeug die Düneninsel Tellum im deutschen Wattenmeer genauer angesehen, einen Pottwal-Kadaver konnte er nicht finden. Zum Glück! Dafür werden am Mittwoch den 13. Januar 2016 vor der Wesermündung bei Eversand zwei weitere tote Wale angespült. Und vor Texel strandet schließlich am Donnerstag den 14. Januar 2016 das sechste Tier. 13 tote Pottwale verenden in nur einer Woche an der deutschen und niederländischen Nordseeküste, da muss es doch einen Zusammenhang geben?

Die Entsorgung von einigen Walkadavern ist bereits in vollem Gange. Ebenfalls die Untersuchung der toten Tiere. Veterinäre, Techniker und Baggerfahrer sind zur Zeit damit beschäftigt, die Tiere zu zerlegen. Dabei müssen sie besonders vorsichtig sein, weil gesundheitsgefährdende Gase aus den natürlichen Körperöffnungen entweichen. In einem der Wal-Mägen fanden die Mitarbeiter Reste eines mehrere Quadratmeter großen Fischernetzes. Es sei allerdings nicht für den Tod des Tieres verantwortlich. Alle Mitarbeiter arbeiten mit Hochdruck daran, die Strandungs-Ursachen zu finden.