Titel der 10/18
Island startet mit der Jagd auf Finnwale.

Island startet mit der Jagd auf Finnwale.

Island startet Walfangsaison

In Island hat die Walfangsaison begonnen. Jetzt belegt eine bislang unter Verschluss gehaltene Studie: Harpunen verursachen lange Todesqualen bei Meeressäugern! Die Proteste gegen Island werden immer lauter.

Den isländischen Nationalfeiertag am Dienstag nutzt der Walfangunternehmer Kristjan Loftsson, um die Jagdsaison auf bedrohte Finnwale zu eröffnen. Trotz eines weltweiten Moratoriums erlaubt die Regierung in Reykjavik bis Herbst die Jagd auf bis zu 154 der Meeressäuger. Eine bislang unter Verschluss gehaltene Studie weist erstmals nach, wie qualvoll die Harpunenjagd ist: Die angeschossenen Wale kämpfen bis zu 15 Minuten mit dem Tod!

Bislang verweigerte der einzige Walfangunternehmer Islands, Kristjan Loftsson, der Internationalen Walfangkommission (IWC) jegliche Auskunft über die Leidenszeit der Finnwale. Eine Studie belegt nun, dass jeder sechste gejagte Finnwal minutenlang leidet, bevor er stirbt. „Obwohl die Explosivharpune nur aus einem bestimmten Winkel abgefeuert werden darf, halten sich die Waljäger in der Praxis nicht daran. Oft zielen die Walfänger ungenau und feuern zu früh ab. Die Harpunen treffen deshalb oft nicht die lebenswichtigen Organe und die Tiere sterben einen qualvollen Tod“, berichtet die Biologin Sandra Altherr von Pro Wildlife.

Walfleisch ist Ladenhüter
„Dieses Leiden ist völlig überflüssig“, sagt Altherr. „Zum einen sind Finnwale bedroht und geschützt – und sollten gar nicht gefangen werden. Auch essen die Isländer kaum mehr Walfleisch. Selbst in Japan, wohin Loftsson seinen Fang exportiert, sinkt das Interesse am Fleisch von Meeressäugern“.
Derzeit ist ein Schiff mit 1700 Tonnen Walfleisch aus Island nach Japan unterwegs. „Damit hat Loftsson vor Beginn der neuen Fangsaison noch schnell seine Lager leergeräumt“, so Altherr. „Warum er auch geringe Verkaufserlöse in Kauf nimmt und immer weitermacht, ist uns ein Rätsel“.

Japan und Island haben beide einen rechtlichen Vorbehalt beim Washingtoner Artenschutzübereinkommen (engl. CITES) eingelegt und sind somit formaljuristisch nicht an das internationale Handelsverbot für Finnwal-Produkte gebunden. Aufgrund internationalen Drucks pausierte Island nach dem weltweiten Walfangmoratorium von 1986 mit der Jagd. 2006 nahm es die kommerzielle Jagd auf Finn- und Zwergwale jedoch wieder auf. Während die deutlich kleineren Zwergwale von Fischern im Nebenerwerb gejagt werden, hat der einflussreiche Millionär und Fischereiunternehmer Kristjan Loftsson das Monopol auf die bis zu 24 Meter langen und bis zu 70 Tonnen schweren, großen Finnwale. Seit 2006 ist er für den Tod von 560 Finnwalen verantwortlich – in dieser Saison sollen 154 weitere Tiere folgen. Die Studie „Killing efficiency in the Icelandic fin whale hunt 2014” finden Sie unter: http://bit.ly/1G6V6Tz. Weitere Infos über Pro Wildlife finden Sie hier www.prowildlife.de