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Nachbericht boot dive Award 2026

Der boot dive Award 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel Innovationskraft, Verantwortung und Leidenschaft im Tauchsport stecken.

Benjamin Schulze

Die Preisträger wurden dabei nicht von einer einzelnen Jury bestimmt, sondern gemeinsam von den wichtigsten Tauchmedien Europas und der Community gewählt. Das TAUCHEN Magazin, Wetnotes, Sporttaucher, Plongeez, taucher.net sowie zahlreiche engagierte Taucherinnen und Taucher haben mit ihren Stimmen entschieden. Somit steht fest, wer 2026 für besondere Leistungen, Ideen und Engagement ausgezeichnet wird.

Noch besteht die Jury aus den Chefredakteurinnen und -redakteuren dieser Medien. In 2027 wird die Jury erweitert und noch mehr internationalisiert.

Auf der weltweit wichtigsten Wassersportmesse trafen Persönlichkeiten, Unternehmen, Destinationen und Initiativen aufeinander, die den Blick nach vorne richten – mit Respekt für das Meer und einem klaren Bewusstsein für die Zukunft der Branche. In fünf Kategorien wurden Projekte und Menschen ausgezeichnet. Deren Wirkung reicht hoffentlich weit über den Abend hinaus.

Personality Award Gewinner: Antonio Cressi, Italien

Antonio Cressi (li.) nimmt das Preisgeld entgegen. Luca Falco (re.) übersetzt die Worte des Gewinners.

Der Personality Award 2026 ging an Antonio Cressi, eine der prägendsten Persönlichkeiten der Tauchindustrie. Bereits mit 17 Jahren übernahm er das 1946 gegründete Familienunternehmen. Das war in einer Zeit, in der Tauchausrüstung noch von Hand gefertigt wurde und Innovation vor allem aus Mut, Erfahrung und Leidenschaft bestand.

Nach den Brüdern Egidio und Nanni Cressi führte Antonio Cressi deren Vision weiter, das Meer für alle zugänglich zu machen. Mit seinem Gespür für neue Technologien trieb er die Entwicklung und Industrialisierung von Flossen, Masken, Atemreglern und Jackets entscheidend voran. Dadurch schuf er die Grundlage für die moderne Tauchindustrie. Bis heute ist er nahezu täglich in der Fabrik in Genua präsent und kümmert sich um Mitarbeitende, Kunden und Taucher wie um eine Familie.

Tolle Geste: Cressi verdoppelt und überlässt das Preisgeld in Höhe von 3000 Euro den beiden Mitnomminierten Dr. Angela Ziltener (li.) und Dieter Heinz (2. v. li.).

Seine Freude über die Auszeichnung war spürbar. Er betonte, wie besonders es für ihn sei, diesen Preis auf der wichtigsten Wassersportmesse der Welt entgegenzunehmen. Das Preisgeld von 3.000 Euro verdoppelte Antonio Cressi und spendete es an die weiteren Nominierten Dieter Heinz mit der Initiative Safer Shoreline sowie Dr. Angela Ziltener von der Dolphin Watch Alliance.

Product Award Gewinner: Garmin Descent S1, USA

Fuad Medosevic freut sich sichtlich über den Preis.

In der Kategorie »Product« wurde mit der Garmin Descent S1 ein System ausgezeichnet, das neue Maßstäbe in Sachen Sicherheit und Kommunikation setzt. In Kombination mit dem T2 Transceiver, einer SmartWatch aus der Descent MK3-Serie und der Dive App ermöglicht die Boje der Crew an der Oberfläche, bis zu acht Taucher gleichzeitig in Echtzeit zu verfolgen – inklusive Tiefe, Flaschendruck und Distanz.

Zusätzlich lassen sich Nachrichten an abgetauchte Personen senden, etwa für Hinweise oder Rückrufe. Die Reichweite der Diver-zu-Diver-Kommunikation wird auf bis zu 100 Meter erweitert, und Taucher können jederzeit ihre Distanz sowie die Richtung zurück zur Boje abrufen.

Auch Garmin spendet das Geld seinem Partner Ghost Diving Germany.

Garmin machte deutlich, dass Sicherheit im Tauchsport ein zentrales Anliegen ist. Umso konsequenter war die Entscheidung, das Preisgeld von 3.000 Euro an Ghost Diving Germany zu spenden. Man freue sich sehr, zur Sicherheit im Tauchsport beitragen zu können und mit dem Geld der Community etwas zurückzugeben, sagte Garmin-Vertreter Fuad Medosevic.

Destination Award Gewinner: Französisch-Polynesien

Nicht mit dem Preisgeld gerechnet hatte die Destination Französisch-Polynesien.

Französisch-Polynesien wurde als Destination des Jahres ausgezeichnet und zählt zu den faszinierendsten Tauchregionen weltweit. Mehr als 100 Inseln und Atolle im Südpazifik bieten eine außergewöhnliche Vielfalt an Unterwasserlandschaften, von weitläufigen Lagunen bis hin zu spektakulären Steilwänden. Begegnungen mit Haien, Mantarochen und Schildkröten gehören hier ebenso dazu wie farbenprächtige Rifffische und hervorragende Sichtweiten.

Besonders Rangiroa, Fakarava und Bora Bora stehen für erstklassige Taucherlebnisse, die sich an Einsteiger ebenso richten wie an erfahrene Taucher. Ganzjährig warme Wassertemperaturen, eine intakte Natur und eine starke touristische Infrastruktur machen die Region zu einem echten Sehnsuchtsziel.

Große Freude über den Gewinn des Preises. »Auch dieses Preisgeld wird in Naturschutzprojekt in der Region fließen,« sagt Cansu Kurt von Tahiti Tourism.

Cansu Kurt, die Vertreterin von Tahiti Tourism Germany zeigte sich sichtlich überrascht und bewegt von der Auszeichnung. Die große Vielfalt Tahitis, auch für Taucher, sei etwas ganz Besonderes. Dass der Award mit einem Preisgeld verbunden ist, habe man nicht erwartet – wo genau das Geld hin gehen wird wisse man noch nicht. Die 3.000 Euro sollen aber in ein Naturschutzprojekt auf Tahiti zu investiert werden.

Climate Award Gewinner: Hannes Jaenicke, Deutschland

Hannes Jaenicke erhält den Preis für seine Arbeit als Umweltschutzaktivist. Das Geld steckt er in sein Regenwaldprojekt auf Borneo.

Der Climate Award 2026 ging an Hannes Jaenicke, der sich seit vielen Jahren für Umwelt- und Meeresschutz einsetzt. Mit seiner Pelorus Jack Foundation unterstützt er Menschen und Organisationen, die weltweit für den Erhalt von Natur und Lebensräumen kämpfen.

Hannes Jaenicke machte deutlich, dass jeder Beitrag zählt. Das Preisgeld fließt direkt in sein Regenwaldprojekt in Borneo, für das bis zum Jahresende eine Million Euro benötigt wird. Die 3.000 Euro seien zwar nur ein kleiner Teil, hätten aber eine spürbare Wirkung, so Jaenicke.

Das Unterwasser-Wlan-System SeaLink von DiveVolk erhält den Preis als beste Innovation.

Mit SeaLink wurde ein Projekt ausgezeichnet, das die Kommunikation unter Wasser grundlegend verändern kann. In Verbindung mit dem SeaTouch-Unterwasser-Smartphone-Gehäuse ermöglicht SeaLink erstmals den Zugang zu Internetfunktionen unter Wasser – inklusive Echtzeitkommunikation mit der Oberfläche oder weltweit.

Damit werden Anwendungen möglich, die bisher kaum denkbar waren: von Telefonaten und Livestreams bis hin zu neuen Ansätzen in Forschung, Ausbildung und Ozeanschutz. Besonders das Potenzial für cloudbasierte Anwendungen und künftige KI-Lösungen eröffnet der Tauchbranche völlig neue Perspektiven.

Louis Chen von DiveVolk ist sichtlich bewegt und freut sich sehr über diesen Preis.

Louis Chen von DiveVolk beschrieb eindrücklich, dass es an Land Millionen von Smartphone-Apps gibt, unter Wasser jedoch nahezu keine. Mit SeaTouch sei der Zugang zum Smartphone gelöst worden, mit SeaLink nun auch das fehlende Internet – und damit die Möglichkeit, die volle Leistungsfähigkeit moderner Technologien unter Wasser zu nutzen.

Und was bleibt?

Der boot dive Award 2026 war mehr als eine Preisverleihung. Er zeigte, wie eng Tauchen, Verantwortung und Innovation miteinander verbunden sind. Das Preisgeld floss in Sicherheitsinitiativen, Umwelt- und Naturschutzprojekte – dorthin, wo es hoffentlich konkret etwas bewirkt.

Was bleibt, ist die Frage, wie diese Impulse weitergetragen werden. Bereits jetzt richtet sich der Blick nach vorne: Für 2027 werden weitere Medien aus Dänemark und den Niederlanden Teil des boot dive Award und der Jury werden und die internationale Perspektive weiter stärken. Zudem soll die Preisverleihung künftig in der neuen Tauchhalle 13 stattfinden – dort, wo sich die Tauchbranche auf der boot Düsseldorf vereint. Alles deutet darauf hin, dass der boot dive Award damit noch größer, sichtbarer und gemeinschaftlicher gedacht wird.