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Henning May ist Taucheinsatzleiter im Ozeaneum. Mit dem Scooter ging es auf Laierfisch-Jagd

Henning May ist Taucheinsatzleiter im Ozeaneum. Mit dem Scooter ging es auf Laierfisch-Jagd © Daniel Howe

Neue Meeresbewohner im Ozeaneum

Vor Kurzem sind im Ozeaneum neue Meeresbewohner eingetroffen – das Museums-Tauchteam kehrte von einer Fangreise zurück

Am Sonntagmittag ist im Ozeaneum Stralsund ein Tiertransport aus Norwegen mit Laierfischen, Seeteufeln, verschiedenen Seesternarten und Weichkorallen wohlbehalten eingetroffen. Seit zwei Wochen war das Tauchteam auf Fangreise in Norwegen bei Alesund unterwegs, um marine Lebewesen für die Kaltwasser-Aquarien in Stralsund zu sammeln. Um die gewünschten Tiere zu finden, müssen die Taucher teilweise sehr weite Strecken unter Wasser zurücklegen. Dafür kamen erstmals Scooter zum Einsatz, die die Taucher über die nötigen Distanzen zogen. So konnte Atemgas gespart und größere Flächen abgesucht werden.
Drei Wochen Quarantäne
„Im Vergleich zu tropischen Aquarien gibt es für Kaltwasseraquaristik kein dichtes Händlernetz, so dass für unseren Bedarf neben Kooperationen mit lokalen Fischern und anderen Aquarien mindestens einmal im Jahr eine Fangreise nötig ist“, sagt Alexander von den Driesch, Teamleiter im Aquarium des Ozeaneum. Er hat die Reise geplant, den Bedarf an Tieren geprüft und die nötigen Genehmigungen eingeholt. Das Tauchteam reiste im Lauf der vergangenen Jahre bereits fünf Mal nach Norwegen. Inzwischen hat es dort feste Spots, um auf die Suche nach potenziellen Aquarienbewohnern zu gehen. Ein Fund bedeutet jedoch noch lange keinen Fang! Einmal aufgeschreckt, können zum Beispiel Laierfische blitzschnell fliehen. Die Taucher müssen mit ihren Keschern sehr schnell reagieren. Die Fangmethode mit dem Kescher hat sich als besonders schonend bewährt. So bleiben die Tiere unversehrt und können später im Aquarium gezeigt werden. Für den 20-stündigen Transport nutzt das Team eine ausgefeilte Logistik mittels Kühltransporter inklusive Sauerstoffzufuhr. In Stralsund angekommen übernahm ein achtköpfiges Aquaristik-Team die Tiere aus Norwegen. Während eines dreiwöchigen Aufenthalts in der Quarantäne werden vom Froschdorsch bis zur Seedahlie alle Neuzugänge von möglichen Parasiten befreit und an PH-Wert, Wassertemperatur und Salzgehalt der Schaubecken des Ozeaneums gewöhnt. In den Sommerferien ist der neue Besatz dann im Museumsrundgang zu sehen. Die Taucher selbst werden am Montag zurück in Stralsund erwartet. Weitere Infos: www.ozeaneum.de