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Das Sandtigerhaiweibchen „Niki“ ist ins Schwarmfischbecken des Ozeaneums eingezogen

Das Sandtigerhaiweibchen „Niki“ ist ins Schwarmfischbecken des Ozeaneums eingezogen © Ozeaneum

Neuzugang im Ozeaneum

Das Ozeaneum in Stralsund hat das Sandtigerhaiweibchen „Niki“ aus Berlin übernommen. Jetzt kann der 2,5 Meter Hai im Schwarmfischbecken bewundert und beobachtet werden

In Stralsund ist erstmals ein lebender Sandtigerhai zu bestaunen. Der Räuber mit dem eindrucksvollen Gebiss wurde in der Nacht von Montag auf Dienstag mit einem Spezialtransport über winterliche Straßen nach Stralsund gebracht. Mit 2,50 Metern Länge ist das Tier inzwischen seinem bisherigen Aquarium in Berlin entwachsen. Ein 80-Tonnen-Kran hob den Hai mitsamt seinem Transportbehälter auf das Dach des Ozeaneums, bevor acht Mitarbeiter den 200 Kilogramm schweren Hai innerhalb weniger Augenblicke mit einer Trage zu seinem neuen Zuhause trugen. Mit dem 2,6 Millionen Liter fassenden Schwarmfischbecken bietet das Ozeaenum „Niki“ ausreichend Schwimmraum. Das Haiweibchen hat den offenen Ozean nie kennen gelernt. Auf einem japanischen Fischmarkt zur Welt gekommen, kam sie über Zwischenstationen in Japan und Leipzig 2006 in das Zoo-Aquarium Berlin.
„Der Hai hat die nächtliche Fahrt in einer leichten Narkose gut überstanden“, so Aquarienleiterin Dr. Nicole Kube vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. Gemeinsam mit ihren Kollegen hat sie den Umzug in den letzten Monaten bis ins Detail geplant. Im neun Meter tiefen Schwarmfischbecken des Ozeaneums leben Makrelenschwärme, Rochen, Ammenhaie und Zackenbarsche. Damit alle der über 1000 Tiere satt werden, haben die Tierpfleger einen ausgefeilten Fütterungs-Ablauf entwickelt. Nun muss das Haiweibchen ebenfalls lernen, seine Happen aus Makrelenhecht, Wittling und Brasse an einer bestimmten Stelle im Becken in Empfang zu nehmen.
Die vorderen Zahnreihen von Sandtigerhaien sind nach vorne gekippt und so ständig sichtbar. Hierdurch entsteht ein furchteinflößender Eindruck – völlig zu Unrecht, denn diese Haie ernähren sich nur von kleineren Fischen, sowie Krebstieren. Dennoch wurden Sandtigerhaie wegen ihres gefährlichen Aussehens in vielen Gebieten erbarmungslos gejagt und sind so heute, zum Beispiel vor Australien und Florida, nur noch selten anzutreffen.
Ungewöhnlich ist auch ihre Fortpflanzung: Sandtigerhaie schlüpfen noch im Mutterleib aus ihren Eiern und ernähren sich danach von unbefruchteten Eiern und Geschwistern. So wachsen sie lange im Muttertier heran und werden erst mit etwa einem Meter Länge geboren. Weitere Infos findet ihr auf www.ozeaneum.de.