Titel TAUCHEN 02/2019
Nur die Härtesten schaffen den Sprung in die niederländische Eliteeinheit. Foto: R. Lipmann

Nur die Härtesten schaffen den Sprung in die niederländische Eliteeinheit. Foto: R. Lipmann

Reportage im TAUCHEN Magazin 07/2015: Kampfschwimmer – Harte Jungs in tödlicher Mission

Klammheimlich ein U-Boot verlassen und ein feindliches Schiff entern. Bis es zu solchen Einsätzen kommt, gehen die niederländischen Kampfschwimmer der Special Operation Forces während der Ausbildung bis ans Limit.

Geistig und körperlich stark sein, Mut haben, Durchsetzungsvermögen besitzen und stressstabil sein. Eine kurze Beschreibung der Charaktereigenschaften, die den Kampfschwimmern auf den Leib geschrieben sind. Das geht nicht anders, wenn man sieht, was sie alles während der Ausbildung durchmachen müssen. Vom SOF-Operator bis zum Froschmann ist es ein langer Weg: Erst steht eine siebenwöchige Ausbildung zum Schiffstaucher, bei der die Teilnehmer lernen, mit Pressluft zu tauchen. nächstes steht die Sauerstoff-Ausbildung auf dem Programm, die vier Wochen dauert. Danach folgt die Spezialausbildung, die 13 Wochen dauert. In dieser Phase der Ausbildung geht es um das taktische Vorgehen des Kampfschwimmers. Man lernt unter anderem mit Mischgas zu tauchen und sowohl unter als über dem Wasser in Teams zu arbeiten. Bei der darauf folgenden Ausbildungsphase lernen die zukünftigen Kampfschwimmer ein maritimes Objekt zu sabotieren. Sie befestigen eine Bombe an einem Schiff oder schalten die Schiffsschraube aus. Und zwar so, dass das Objekt nicht sinkt. Das Ziel ist fast erreicht, aber bis es soweit ist, müssen sich die angehenden Kampfschwimmer einer Kraftprobe stellen, die ihnen alles abverlangt. Bei der Übung „Grote Spierbal“ müssen sie beweisen, dass sie für ein Leben als Kampfschwimmer geschaffen sind. Sie werden bis ans Limit gefordert und es wird beurteilt, ob sie die Aufträge sicher ausführen können. Die Leistungen, die sie erbringen müssen, sind unmenschlich: 10 Kilometer Flossenschwimmen, 40 Kilometer marschieren in voller Montur und 100 Kilometer Kajakfahren. Hinzu kommt noch, dass das ganze Programm zeitgebunden ist. Die Krönung ist ein dreistündiger Sauerstofftauchgang. Körperlich total erschöpft schleppen sich die Männer in die Schule, um das Examen abzulegen. Dann ist das Ziel erreicht: sie gehören zur Spezialeinheit. (Text: J. Rietveld, Fotos: R. Lippmann)

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