Panorama von Cocos Island mit steilen, grün bewachsenen Felsen über dem Meer unter Wolkenhimmel
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Cocos Island: Tauchsafari am Ende der Welt

Hammerhai-Schulen, Walhaie und endemische Arten: Mit der Cocos Island Aggressor zur Isla del Coco vor Costa Rica – einem der spektakulärsten Tauchziele der Erde.

Richard Aspinall; Aggressor Adventures (Schiff); Tobias Friedrich (Panorama); shutterstock.com (Walhai)

Die Isla del Coco vor Costa Rica zählt zu den spektakulärsten Tauchdestinationen der Erde. An Bord der Cocos Island Aggressor erlebte unser Autor Hammerhai-Schulen, einen Walhai und eine außergewöhnlich artenreiche Unterwasserwelt im UNESCO-Weltnaturerbe.

Text und Fotos: Richard Aspinall
Erschienen in TAUCHEN 03/2026 · Tauchsafari mit der Cocos Island Aggressor

Das Wichtigste in Kürze

  • Cocos Island liegt rund 300 Seemeilen vor der Pazifikküste Costa Ricas und ist nur per Tauchsafarischiff erreichbar
  • Mit der Cocos Island Aggressor ab Puntarenas, die Überfahrt dauert etwa 36 Stunden
  • Begegnungen mit Schulen von Bogenstirn-Hammerhaien, Weißspitzen-Riffhaien, Marmorrochen und mit etwas Glück einem Walhai
  • Bekannte Tauchplätze: Manuelita, Submerged Rock, Alcyone und Coral Garden
  • Kein Ziel für Einsteiger: Strömung, negativer Einstieg und Putzerstationen in rund 30 Metern Tiefe
  • Preis ab 6.000 Euro für zehn Nächte mit Vollpension ab Puntarenas (Stand TAUCHEN 03/2026)

Cocos Island: Tauchen am Ende der Welt

Inseln besitzen aus biologischer Sicht eine besondere Bedeutung. Ihre geografische Isolation begünstigt die Entstehung endemischer Arten und außergewöhnlicher Biodiversität. Genau dieser Effekt macht Inseln auch für Taucher so attraktiv: eine hohe Konzentration unterschiedlicher Lebensräume auf engem Raum und eine enorme Dichte marinen Lebens. Cocos Island im Pazifik ist ein Paradebeispiel dafür.

Die Isla del Coco liegt rund 300 Seemeilen (gut 530 Kilometer) vor der Pazifikküste Costa Ricas und ist Teil einer Kette vulkanischer Unterwasserberge, die sich in Richtung Galápagos erstreckt. Die Insel ist unbewohnt und nur von Rangern und Forschern besetzt. Steile, dicht bewaldete Täler prägen das Bild an Land, während unter Wasser steil abfallende Felsformationen, Felsnadeln und Kanäle dominieren.

Wasserfall stürzt durch dichten tropischen Regenwald zur Küste
Bei rund sieben Metern Niederschlag im Jahr gibt es überall Wasserfälle – sie spülen ständig Nährstoffe ins Meer. Foto: Richard Aspinall

Ankunft an Bord

Die Überfahrt von Puntarenas dauert etwa 36 Stunden und kann, abhängig von den Bedingungen, anspruchsvoll sein. Seekrankheitsprophylaxe ist empfehlenswert. Die Ankunft in der Chatham Bay entschädigt jedoch schnell: tropischer Regenwald, zahlreiche Seevögel und bereits an der Oberfläche sichtbare Fischaktivität lassen erahnen, was unter Wasser wartet.

Nach den obligatorischen Sicherheits- und Tauchbriefings steht der Checktauchgang auf dem Programm. Getaucht wird ausschließlich von großen Festrumpf-Schlauchbooten (Pangas), die jeweils zehn bis zwölf Taucher aufnehmen. Die Ausrüstung verbleibt auf dem Boot, die Flaschen werden über lange Schläuche gefüllt. Dank der eingespielten Aggressor-Crew ist das Handling unkompliziert.

Überall Fisch

Der erste Tauchgang führte uns zum Platz Coral Garden. Nach einem Rückwärtseinstieg ins warme Wasser wurde schnell klar, was Cocos auszeichnet: große Fischmengen und spürbare Strömung. Schon wenige Minuten nach dem Abtauchen zeigten sich zahlreiche Weißspitzen-Riffhaie, die auf sandigen Flächen zwischen den Felsen ruhten.

Weißspitzen-Riffhai ruht auf sandigem Grund zwischen Felsen
Weißspitzen-Riffhaie liegen überall auf dem Grund – man übersieht sie leicht. Foto: Richard Aspinall

Große Schwärme von Schnappern, Königs-Kaiserfische und Wimpelfische komplettierten das Bild.

Das eigentliche Ziel der Tauchsafari sind jedoch die Bogenstirn-Hammerhaie. Sie erreichen Cocos Island in großen Schulen, vermutlich entlang von Unterwasserbergen von Galápagos und Malpelo kommend. Mit Längen von bis zu vier Metern gehören sie zu den eindrucksvollsten Haiarten überhaupt. Cocos zählt zu den wenigen Orten weltweit, an denen Begegnungen mit Hunderten dieser Tiere möglich sind.

Bogenstirn-Hammerhai schwimmt frontal auf die Kamera zu im tiefen Blau
Schwer zu schätzen, aber dieser Bogenstirn-Hammerhai war fast vier Meter lang. Foto: Richard Aspinall

Erfahrung gefragt

Hammerhaie halten sich überwiegend im Blauwasser auf, suchen jedoch regelmäßig die Riffe auf, um sich an Putzerstationen reinigen zu lassen. Dort warten sogenannte Barberfische, kleine gelbe Falterfische, die Parasiten und abgestorbene Haut entfernen.

Schwarm gelber Barberfische im Blauwasser vor dem Riff
Barberfische halten an den Putzerstationen die Hammerhaie sauber. Foto: Richard Aspinall

Ein Schwerpunkt unserer Tauchgänge lag bei Manuelita Island, einem steil aufragenden Vulkanfelsen mit mehreren bekannten Haitauchplätzen. Die Umgebung ist geprägt von großen Felsblöcken und starken Strömungen. Der Tauchplan sah meist einen negativen Einstieg vor, gefolgt von einem schnellen Abstieg auf etwa 20 Meter, bevor die Gruppe zur Putzerstation weiterzog. Cocos Island ist kein Reiseziel für Einsteiger. Strömungserfahrung, saubere Tarierung und sichere Abläufe sind Voraussetzung. Jeder Taucher erhält vorsorglich einen GPS-Notfallsender.

Kleine Felsinsel Manuelita im Meer, darüber ein Regenbogen
Manuelita bietet gleich drei beeindruckende Haitauchplätze. Foto: Richard Aspinall

Die Putzerstationen liegen häufig bei rund 30 Metern Tiefe. Aufgrund des hohen Planktongehalts kann die Sicht eingeschränkt sein, variiert jedoch stark saisonal. Bereits beim ersten Tauchgang näherten sich mehrere Hammerhaie. Unterwasserblitze erwiesen sich als ungeeignet, da sie die Tiere verschreckten – Aufnahmen gelangen nur mit Umgebungslicht.

Neben Hammerhaien zeigten sich große Marmorrochen, ein Manta-Rochen im Oberflächenwasser sowie zahlreiche Weißspitzenhaie am Grund. Getaucht wurde mit Nitrox 32, wodurch Tiefe und Tauchzeit sorgfältig überwacht werden mussten.

Großer Marmorrochen liegt auf felsigem Grund
Marmorrochen sind häufig und lassen Taucher nah heran. Foto: Richard Aspinall
Manta-Rochen von unten gegen das hellblaue Oberflächenwasser fotografiert
Ein Manta-Rochen zieht durchs Oberflächenwasser. Foto: Richard Aspinall

Perfekte Lage

Auch in den folgenden Tagen überzeugte Manuelita mit großen Fischansammlungen. In den Kanälen zwischen Insel und Hauptland sammelten sich riesige Stachelmakrelen-Schwärme.

Ein vermeintlicher Schwarm entpuppte sich sogar als vorbeiziehender Walhai. Die außergewöhnliche Artenvielfalt von Cocos ist das Ergebnis zusammenlaufender, nährstoffreicher Strömungen. Sie versorgen das Plankton, die Basis des marinen Nahrungsnetzes, und ermöglichen hier im Pazifik das Vorkommen von 14 Haiarten sowie unzähliger weiterer Meeresbewohner.

Walhai mit weißen Punkten zieht durch einen Fischschwarm im Blauwasser
Walhaie ziehen auf ihren Wanderungen dem Plankton hinterher. Foto: shutterstock.com

Cocos Island liegt im Zentrum eines über 200.000 Hektar großen Nationalparks. Die Fischerei ist in diesem UNESCO-Weltnaturerbe strikt verboten. Das wird konsequent kontrolliert. Tauchen hier ist ein Privileg – häufig liegt nur ein einziges Tauchsafarischiff vor Ort.

Holzschild des Nationalparks Isla del Coco zwischen Palmen am Strand
Cocos Island liegt im Zentrum eines über 200.000 Hektar großen Nationalparks. Foto: Richard Aspinall

Ein weiterer Höhepunkt ist Submerged Rock, ein Unterwasserberg auf der Nordseite der Insel. Der Spot ist eine niedrige Felsnadel mit meist konstanter Strömung. Viele Tauchgänge werden als Driftdives durchgeführt. In der Tiefe können die Temperaturen sinken, ein Fünf-Millimeter-Anzug ist empfehlenswert. Der Tauchplatz bietet zahlreiche Weißspitzenhaie sowie eine Durchschwimmung, die durch dichte Fischschwärme führt und besonders eindrucksvoll ist.

Taucher schwebt in einer Felsspalte, dahinter Licht und Fische
Die Durchschwimmung am Submerged Rock führt durch dichte Fischschwärme. Foto: Richard Aspinall

An berühmten Orten

Nicht weit entfernt liegt Alcyone, einer der bekanntesten Tauchplätze der Insel. Der Abstieg erfolgt entlang einer Leine. Die Sicht ist hier oft besser, und mit Tauchlampe lassen sich die Farben der bewachsenen Felsen gut erkennen. Langstachelige Seeigel mahnen zur Vorsicht. Alcyone bietet nahezu alles, was Cocos auszeichnet: Hammerhaie an der Putzerstation, große Schnapperschwärme, Stachelmakrelen und Regenbogenläufer. Ergänzt wurde das Erlebnis bei uns durch einen vorbeiziehenden Delfin, zwei Galápagoshaie und einen Schwarzspitzenhai.

Auch an Land lohnt sich ein Besuch. Der dichte Regenwald beherbergt zahlreiche endemische Arten, darunter den Cocos-Fink. Kurze Wanderungen bieten spektakuläre Ausblicke auf die Bucht und das vor Anker liegende Safarischiff.

Weitere Tauchgänge führten erneut nach Coral Garden, diesmal mit Makroobjektiv. Entdeckt wurden dort unter anderem Fangschreckenkrebs, Schneeflocken-Muräne, der endemische Cocos-Dreiflossenfisch sowie verschiedene Schleimfischarten.

Später gelang die Begegnung mit einem leuchtend orangefarbenen Anglerfisch in einem Rhodolithenfeld.

Orangefarbener Anglerfisch zwischen rötlichen Kalkalgen-Knollen
Commersons Anglerfisch in einem Rhodolithenfeld. Foto: Richard Aspinall

Der »neue Alltag«

Mit zunehmender Dauer der Tauchsafari wurden selbst Hammerhaie fast zur Normalität. Bei einem einzigen Tauchgang sah ich mehr Tiere als in meinen über 20 Tauchjahren zuvor. Cocos lässt Spektakel auf Spektakel folgen.

Die M/Y Cocos Island Aggressor erwies sich dafür als komfortables und gut organisiertes Safarischiff. Großzügige Kabinen, hervorragende Verpflegung, gut ausgestattete Kamerabereiche und eine professionelle Crew sorgten für optimale Bedingungen. Getaucht wurde in der Regel dreimal täglich, sodass auch Dirty Rock, Dos Amigos und Punta Maria erkundet werden konnten.

Fazit

Cocos Island ist eines der besten Tauchziele der Welt. Die Kombination aus Großfisch, Artenvielfalt und konsequentem Meeresschutz ist außergewöhnlich. Jacques-Yves Cousteaus Einschätzung bleibt gültig: Cocos gehört über und unter Wasser zu den schönsten Inseln der Erde. Und eine Tauchsafari mit der Cocos Island Aggressor zählt zu den eindrucksvollsten Tauchererlebnissen, die dort derzeit möglich sind.

Felsblock mit eingemeißelten Inschriften am Strand der Chatham Bay
Inschriften am Felsen der Chatham Bay erinnern an frühere Besucher – heute wäre so etwas eine Straftat. Foto: Richard Aspinall

Reiseinfo: Cocos Island Aggressor

ZielCocos Island (Isla del Coco), Costa Rica – Nationalpark und UNESCO-Weltnaturerbe
SchiffM/Y Cocos Island Aggressor
AbfahrtshafenPuntarenas; Überfahrt rund 36 Stunden
AnreiseÜber San José, zum Beispiel mit KLM via Amsterdam; Transfers nach Puntarenas werden organisiert
TauchbetriebIn der Regel drei Tauchgänge täglich von großen Pangas; Nitrox verfügbar, ebenso Kurse; Leihausrüstung auf Anfrage
VoraussetzungenStrömungserfahrung, sichere Tarierung, negativer Einstieg; GPS-Notfallsender für jeden Taucher
AnzugFünf-Millimeter-Anzug empfehlenswert, in der Tiefe kann es kühler werden
Gebühren & ZahlungNationalparkgebühren vor Ort zu zahlen; Zahlung mit Kreditkarte und US-Dollar möglich
An BordWLAN gegen Gebühr; Guides und Crew sprechen Englisch und Spanisch
PreisAb 6.000 Euro pro Person für 10 Nächte mit Vollpension ab Puntarenas, exklusive internationalem Flug (Stand TAUCHEN 03/2026)
Buchung & Infoswww.aggressor.com

FAQ: Tauchen auf Cocos Island

Wo liegt Cocos Island?

Cocos Island (Isla del Coco) liegt rund 300 Seemeilen, gut 530 Kilometer, vor der Pazifikküste Costa Ricas. Die Insel ist unbewohnt, nur Ranger und Forscher leben dort. Sie bildet das Zentrum eines Nationalparks und ist UNESCO-Weltnaturerbe.

Wie kommt man nach Cocos Island?

Nur mit einem Tauchsafarischiff. Die Cocos Island Aggressor startet in Puntarenas, die Überfahrt dauert etwa 36 Stunden. Die Anreise erfolgt über San José, zum Beispiel mit KLM via Amsterdam; die Transfers nach Puntarenas werden organisiert.

Welche Haie sieht man vor Cocos Island?

Bekannt ist die Insel für große Schulen von Bogenstirn-Hammerhaien. Dazu kommen zahlreiche Weißspitzen-Riffhaie, Galápagoshaie, Schwarzspitzenhaie und mit Glück Walhaie. Insgesamt kommen rund um Cocos 14 Haiarten vor. Garantien für Begegnungen gibt es nicht.

Ist Cocos Island für Anfänger geeignet?

Nein. Strömungserfahrung, saubere Tarierung und sichere Abläufe sind Voraussetzung. Häufig wird mit negativem Einstieg getaucht, die Putzerstationen liegen oft in rund 30 Metern Tiefe. Jeder Taucher erhält vorsorglich einen GPS-Notfallsender.

Was kostet eine Tauchsafari nach Cocos Island?

Mit der Cocos Island Aggressor ab 6.000 Euro pro Person für zehn Nächte mit Vollpension ab Puntarenas, exklusive internationalem Flug. Die Nationalparkgebühren werden vor Ort bezahlt (Stand TAUCHEN 03/2026).

Wie viele Tauchgänge macht man pro Tag?

In der Regel drei Tauchgänge täglich. Nitrox ist an Bord verfügbar; getaucht wird häufig mit Nitrox 32.

Welcher Tauchanzug ist für Cocos Island sinnvoll?

Ein Fünf-Millimeter-Anzug ist empfehlenswert, weil die Temperaturen in der Tiefe sinken können.

Darf man auf Cocos Island fischen?

Nein. Im über 200.000 Hektar großen Nationalpark ist Fischerei strikt verboten, und das Verbot wird konsequent kontrolliert.

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Über den Autor und Fotografen

Richard Aspinall ist freiberuflicher Unterwasserfotograf und Journalist und lebt in den Scottish Borders im Süden Schottlands. Er studierte Naturschutzbiologie und arbeitete im Natur- und Landschaftsschutz, bevor er sich ganz dem Fotografieren und Schreiben widmete. Seine Schwerpunkte sind Tauchen, Unterwasserfotografie, Meeresschutz und Reisen; vier bis fünf Tauchreisen im Jahr führen ihn zu Zielen weltweit. Seine Bilder und Texte erschienen unter anderem im britischen Magazin DIVER.

Website: www.richardaspinall.me