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Test: Xcel Thermoflex

Der Neoprenanzug Thermoflex 7.6 von Xcel soll Taucher auch in kaltem Wasser ausreichend warm halten. Wir haben bei herbstlichen Temperaturen in Hemmoor getestet, ob er dieses Versprechen wirklich hält

Die letzten warmen Sonnenstrahlen im Oktober täuschen fast darüber hinweg, dass der Kreidesee Hemmoor an der Oberfläche nur noch 13 Grad hat – allerdings führt uns unser Testtauchgang bis in eine Wassertiefe von 40 Metern – und da waren es nur noch sieben Grad! Ideale Bedingungen, um das Wärmeverhalten des „Thermoflex 7.6“ zu testen.
Angezogen ist der Anzug von Xcel schnell, und das ist für einen Anzug dieser Materialstärke eher unüblich. Verarbeitet wird bei ihm nämlich sieben Millimeter dickes Material am Torso und im Hüftbereich, sechs Millimeter finden sich an Oberarmen und Oberschenkeln, fünf Millimeter an Unterarmen und -schenkeln sowie im hinteren Kniebereich. Obwohl der Hersteller (bis auf den Kragen) ein druckresistentes Neopren benutzt, ist der Anzug extrem dehnbar. Neben der modernen Neoprenmischung ist es aber auch der Schnitt, der dieses ermöglicht. Xcel verwendet möglichst große Neoprenteile, um Nähte zu sparen, denn die würden die Dehnbarkeit einschränken. Zusätzlich sorgen kurze Zipper im Beinbereich und „Drylock“-Manschetten an den Armen für ein leichtes An- und Ausziehen. Wichtig bei jedem Nass-tauchanzug ist die Vorgabe: Er muss eng anliegen, ohne den Taucher einzuengen! Und das ist beim „Thermoflex 7.6“ mit der richtigen Konfektionsgröße gegeben. Damit die Größe nicht zum Problem wird, bietet Xcel 14 verschiedene Herren- und elf verschiedene Damengrößen an. Genauso wenig wie bei den Größen sollten Taucher Probleme mit der Qualität und der damit verbundenen Haltbarkeit bekommen: Der Anzug ist insgesamt hervorragend verarbeitet. Alle Nähte sind vierfach verklebt und blindstichvernäht. Außerdem ist der Anzug an stark strapazierten Stellen mit zusätzlichen Verstärkungen versehen. Wer den ersten Kälteschock überstanden hat, wenn ihm das Wasser in die Füßlinge läuft, wird feststellen, wie wenig davon in den Anzug kommt. Dank der verklebten Nähte und der gut dichtenden Arm- und Beinmanschetten bleibt man fast trocken. Natürlich sind die Wärmeeigenschaften des „Thermoflex 7.6“ nicht mit denen eines Trockentauchanzugs vergleichbar, doch wir waren erstaunt, wie lange man es damit im kalten Wasser aushalten kann. Immerhin dauerte der Tauchgang 50 Minuten – und die kältesten Körperteile waren nach dem Auftauchen die Hände! Neben dieser wärmenden Eigenschaft ist es aber auch die sehr gute Bewegungsfreiheit (der Valve-Drill ist zum Beispiel kein Problem), die das Tauchen mit dem „Thermoflex 7.6“ zum Vergnügen macht.
Fazit: Mit dem „Thermoflex 7.6“ von Xcel bekommt man für 345 Euro einen warmen und sehr gut verarbeiteten Tauchanzug. Taucher, die mit ihm regelmäßig ins kalte Wasser wollen, sollten sich aber unbedingt die optionale Weste (siehe Kasten) für 120 Euro dazukaufen, denn die schützt zusätzlich den Kopf und Oberkörper vor Auskühlung. Thomas Christ

Test: Anzug Xcel Thermoflex

Typ:

Nasstauchanzug
Material:
7/6/5-Millimeter-Neopren
Kaschierung innen/außen: Thermobamboo/Nylon
Kopfhaube:
separat
Reißverschluss:
Rücken
Manschetten:
Glatthautneopren
Größen Damen/Herren:
36 bis 46/S bis XXXL
Preis:
345 Euro
www.xcelwetsuits.com

Warmes Ding
Dank seiner guten Passform und der zusätzlichen Weste hält der „Thermoflex 7.6“ ausreichend warm


Stabil
An den Kreuzungen der Nähte (links) und an der Schrittnaht befinden sich zusätzliche Verstärkungen


Dicht in allen Lagen
Die große Beinmanschette lässt sich einfach umschlagen (links). Kurz, aber gut dichtend sind die Armmanschetten (Mitte). Sehr flexibel und haltbar sind die beiden Knieschützer, die etwas länger sein dürften


Ein Novum beim „Hooded Shorty“ von Xcel ist der Sitz des Zippers. Der befindet sich in Brusthöhe und wird wie bei einer Jacke komplett geöffnet. Der Vorteil dabei ist, dass er nicht mit dem Rückenzipper des Anzugs kollidieren kann und er im Halsbereich nicht stört. Dadurch sitzt die Haube perfekt und lässt kaum Wasser an den Kopf. Angezogen wird er wie ein Shorty, wobei vor dem Schließen des Reißverschlusses die Haube über den Kopf gezogen wird. Der „Hooded Shorty“ kostet 120 Euro.

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