12_2018_tauchen
A. Krützfeldt

A. Krützfeldt © Der ""VX10 Iceberg"" von Beuchat.

Test: Beuchat VX10 Iceberg

Atemregler Beuchat VX10 Iceberg – Der „VX10 Iceberg“ von Beuchat glänzt mit seinem Preis, den Extras und seiner guten Verarbeitung. Wie er sich unter Wasser schlägt? Zunächst eigenwillig.

Beuchats Kaltwasserregler genießen einen exzellenten Ruf. Der Atemregler Beuchat VX10 Iceberg bildet da keine Ausnahme – und ausgepackt fällt, neben der edlen Regulator-Tasche, die handliche und leichte Zweite Stufe auf, verbunden mit der Ersten Stufe durch einen Flexschlauch. Man hat sich ganz offensichtlich Mühe gegeben – schließlich schläft die Konkurrenz nicht.

Auffällig ist auch, dass Beuchat für die Zweite Stufe Kunststoff und Metall kombiniert. Im Inneren schlummert ein „Vollmetallkern“, welcher die bessere Wärmeleitfähigkeit auf alle wesentlichen Teile überträgt, die sich im Luftstrom befinden. Außen wiederum ist alles aus Kunststoff – um das Gewicht zu reduzieren, vermuten wir. Der „Iceberg“ ist nämlich im Vergleich sehr leicht. Seine große Munddusche fällt dabei separat ins Auge: Auch bei Kälte und mit dicken Handschuhen erfüllt sie kompromisslos ihren Dienst – mit ordentlich Power. Ein breiter Blasenabweiser rundet das Gesamtpaket des „VX10“ ab – aber wie es sich gehört, ist das alles nur die Spitze des „Eisbergs“. Der wesentliche Teil liegt ja bekanntlich unter Wasser.
Obwohl wir den Automaten keinem Eiswasser aussetzen konnten – denn es ist Sommer, und alles Eis geht vermutlich gerade für Drinks drauf – fällt auch in wärmeren Gefilden bei 20 Metern im See auf: Der kleine „Eisberg“ will es ganz schön wissen. Über den altbekannten und mittlerweile genauso weit verbreiteten Venturi-Hebel und das Verstellrädchen für den Einatemwiderstand kontrolliert der Taucher, wie die Luft strömen soll und wie bequem sich der Regler atmen lässt. Nur: Der „VX10 Iceberg“ lässt sich schon bequem atmen. Bei unseren Tests sogar so bequem, dass der Automat fast schon mit dem Abblasen begann, wenn man nur den Kopf neigte.
Jetzt werden Sie an dieser Stelle sagen: Hey, und damit soll ich tief tauchen gehen? Ja, klar. Das geht. Viele Hersteller bauen die Regler so, dass sie möglichst leicht viel Luft geben. Tauchen als Breitensport, lautet das Motto. Wem ein solcher Regler mit starkem Venturi-Effekt zu leichtgängig ist, weicht entweder auf ein schwergängigeres Modell aus. Statt nur über den Venturi-Schalter nachzujustieren, sollte man in diesem Fall zu seinem Fachhändler gehen und den Regler manuell „nachziehen“ lassen. Dann sollte das Problem auch für Tiefenfans gelöst und der Regler handzahm sein. Auch wenn ein leichtgängiger Automat durch frühes Abblasen durchaus eine potenzielle Gefahr sein kann, sei gesagt: Man sollte sich bewusst machen, dass manche Taucher gerade so einen Regler wiederum schätzen. Es ist, wie mit vielem, Geschmackssache.
Ein kleiner Nachtrag vielleicht noch: Der Venturi-Schalter ist übrigens etwas schwergängig. Das mag an Land gewöhnungsbedürftig sein, unter Wasser funktioniert es aber wie eine haptische Sperre. Er gibt erst mit ein bisschen Drücken nach. Was zuletzt? Ganz klar: der Preis. Für 419 Euro gibt es einen sehr gut ausgestatteten Kaltwasserregler. Der „VX10 Iceberg“ kommt zwar ohne Oktopus – der Preis ist aber ein Ausrufezeichen wert. Alexander Krützfeldt

Produktmerkmale: Beuchat VX10 Iceberg

Erste Stufe
Typ: membrangesteuert
Kompensiert: ja
Max. Betriebsdruck: 300 bar
Anschlüsse MD/HD: 5/2
Drehbar: ja
Vereisungsschutz: ja
Zweite Stufe
Material: Kunststoff/Metall
Ansprechverstellung: ja
Injektorverstellung: ja
Atemarbeit: 0,72 Joule/Liter*
Nitrox: bis 40 Prozent Sauerstoff*
Revision: jedes Jahr
Gewährleistung: zwei Jahre
Preis: 419 Euro (ohne Oktopus)
www.beuchat.fr

TAUCHEN meint: Ob für Sidemount- oder reguläre Taucher: Der „VX10 Iceberg“ ist ein Preisknaller!

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