Titel der 10/18
Oceanic

Oceanic © Jacket im Rucksackformat: das ""Jetpack"" von Oceanic.

Test: Aeris Jetpack

Wir waren gespannt. Ja, waren wir wirklich! Die Ankündigung, ein Reise-Wing im Rucksack zu verpacken, also für alle Eventualitäten ein Jacket dabeizuhaben, hat uns in Aufregung versetzt. Jetzt steht fest: zu recht!

Das „Jetpack“ von Aeris sieht zunächst aus wie ein schicker und sportlicher Strandrucksack. Mit zwei, drei Handgriffen wird dieser via Schnallen vom „Rumpf“ abgetrennt, zum Vorschein kommt ein Reise-Wing mit fast 15 Litern Auftrieb. Das ist schon klasse. Es geht aber weiter: Der Rumpf ist zunächst verkleidet, eine Abdeckung wird mit dem Reißverschluss geöffnet und seitlich mit einem Klett unter die Blase des Wings geschoben, damit sie verschwindet. Sieht ja nicht so schick aus sonst. Gesagt, getan. Die Rucksackträger dienen dann dem Harness als Vergurtung. An den Trägern ist – wie es sich für ein gutes Reisejacket gehört – nur die Blase befestigt, die mit Bungees in Form gehalten wird. Inflator rausziehen, fertig. Keine fünf Minuten dauert es, bis aus dem Rucksack des „Jetpack“ das Jacket „Jetpack“ geworden ist. Oder wie man es dann nennt.

Kleiner Nachteil: Natürlich passt nicht so viel Blei hinein. Der Bleigurt, der quasi „aus dem Rucksack fällt“, fasst etwa sechs Kilo – jenachdem, welches Blei in welcher Größe verwendet wird. Mit Softblei passt mehr, mit groben Stücken wird’s eng. Aber im Urlaub, noch dazu mit Nassanzug, braucht man ja meist nicht so viel. Ansonsten gibt es Trimmbleitaschen optional, man kann auch eigene, größere Bleitaschen auf den Gurt fädeln. Der Inflator, der sich ebenfalls seitlich im Jacket versteckt, ist angenehm robust und liegt gut in der Hand. Wichtig, man erkennt hier die gute Verarbeitung. Leichte „Schrottinflator“ nerven. Es gibt zwar keine klassischen D-Ringe, weil diese das Gewicht nach oben treiben würden, dafür sind überall Schlaufen, in die man seine Extra-Ausrüstung einklinken kann. Kleines Manko noch: Das Bleisystem funktionert nur über Klett, hat keine Schnalle. Ergo: Man sollte aufpassen, dass diese Klettverschlüsse nicht zu schmutzig werden und in ihrer Kraft nachlassen. Wir hätten gerne Schnallen gehabt, aber Aeris hat dem „Jetpack“ immerhin ein Doppelklett spendiert – und das ist ganz okay so. Durch die Rucksackträger, die ja dann auch die Vergurtung des Jackets darstellt, sitzt das „Jetpack“ übrigens wie ein Tornister. Fest, stabil, sehr angehm. Und verstellbar. Unser Fazit ist klar: Chefin anrufen, Urlaub einreichen, „Jetpack“ nehmen und so schnell nicht wiederkommen. Aeris hat es geschafft, mit diesem Teil ein wirklich cooles Reise-Wing zu bauen. Clevere Idee, tolle Ausführung, (fast) nirgends gespart. Wer etwas braucht, um bei Bedarf spontan ins Meer zu hüpfen, Bitteschön: Es heißt „Jetpack“ und ist von Aeris. Alexander Krützfeldt

Produktmerkmale: Aeris Jetpack

Typ: Wing (mit Rucksack)
Material: Cordura 1000er-Denier

und 420er-Denier-Nylon-Blase
Größen: Einheitsgröße
Gewicht: ca. 2,7 Kilo
Max. Auftrieb: 14,6 Liter**
Doppelflaschentauglich: nein
Fangschlaufe: nein
Anzahl D-Ringe: keine
Taschen: zwei
Bleikapazität: sechs Kilo*
Trimmblei: optional
Preis: 529 Euro
www.diveaeris.com
* ohne Trimmblei
** laut Herstellerangabe

TAUCHEN meint: Ja, wir sind beeindruckt: Die Idee, ein Jacket im Rucksack zu verstecken, gepaart mit der cleveren Umsetzung, das heißt nur eines: Gratulation, Aeris! Tolles Reise-Wing.

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