Im Test: Chris Benz DEEP 1000M AUTOMATIC

Im Test: Chris Benz DEEP 1000M AUTOMATIC © Alexander Kaßler

Test: Schmuck(es) Stück

Die neue »DEEP 1000M Automatic« von Chris Benz punktet mit »Profi«-Eigenschaften, ist aber auch für »Amateure« interessant.


T & F Alexander Kaßler 

Die exklusive Taucheruhren-Box kann »nachhaltig« auch als Spardose genutzt werden.

Seit Mai begleitet uns nun schon der neue Chris Benz-Bolide über wie unter Wasser stets am linken Handgelenk. Nach den ersten Wochen der Gewöhnung, schließlich ist der Tester sonst über wie auch unter Wasser ohne Zeitmesser am Arm unterwegs, merkt man sofort, wenn die Deep 1000M Automatic fehlt: Der Arm fühlt sich »zu leicht« an. Will heißen: Man merkt ihr Gewicht, obwohl es laut Datenblatt ohne Armband nur 116 Gramm sein sollen. Während sie für Männer genau die richtigen Dimensionen mitbringt, dürfte sie für Taucherinnen eine Spur zu groß sein. Auch wenn gerade unter Wasser die Größe auch Vorteile mit sich bringt: Man erkennt, was man erkennen soll und will.
Stichwort »unter Wasser«: Unser Modell ist mit dem Kautschukband ausgestattet, das angenehm flexibel und dennoch fest genug sitzt. Im Unterwasser-Einsatz war beispielsweise an einem Fünf-Milli­meter-Neoprener samt Manschette keine Armband-Erweiterung nötig. Für den Trockentauchanzug müsste selbige allerdings beschafft werden. Soweit zum »Feeling«. 
Wie es um die Optik steht? Die ist, wie immer, reine Geschmackssache. Den Geschmack des Testers hat sie getroffen: das »tiefseeblau« glänzende Ziffernblatt und die grün lumineszierenden Ziffern selbst in Kombination mit dem blauen Armband – wie sonst sollte eine Uhr für Taucher aussehen? Ob die Alternativen mit Metallarmband oder schwarzem Nylonarmband besser harmonieren? Auch das Geschmackssache. Für ein paar Euro mehr gibt es ein Metallarmband aus »Marine-Edelstahl« samt Tauchverlängerung. Zum Thema »Anfassen«: Die Haptik ist so, wie es die Kurzbeschreibung der Uhr verspricht: robust, gewichtig und gefühltermaßen unkaputtbar. Für Letzteres spricht der Härtegrad des »ultra-kratzfesten« Saphirglases – der steht mit einer Klassifizierung von 9 für wohl »lebenslangen Schutz gegen Kratzer«. Ebenso griffig wie die gesamte Uhr ist auch ihre Krone. Sie dient zum Einstellen der Uhrzeit und des Datums und darf nie unter Wasser geöffnet werden, da sonst die Dichtheit flöten geht. Neben der Krone findet man das Heliumventil, das aber nur im Trockenen zum Einsatz kommt, wenn man beispielsweise eine Druckkammerfahrt macht oder in anderen Überdruckumgebungen unterwegs ist. Durch das Ventil soll Helium entweichen können, um zu verhindern, dass selbiges das Glas aus dem Gehäuse drückt. Hier zeigt sich wieder, für wen die Uhr auch gemacht ist: für professionelle Taucher oder auch Taucherärzte im Druckkammerdienst. 
Völlig ohne Zutun funktioniert dagegen das mechanische Automatik-Uhrwerk. Die Energie der Armbewegung setzt es als Antriebsenergie für das Uhrwerk um. Liegt die Uhr mehr als 36 Stunden nur herum, wird sie per Krone aufgezogen. Aber dann bitte nicht vergessen, die Krone wieder zu schließen, denn sonst könnte der nächste Tauchgang der letzte für die Uhr gewesen sein. 
Bleibt abschließend noch der Blick auf die Ablesbarkeit unter Wasser: Die ist, wie schon erwähnt, dank großformatiger Ziffern tadellos. Selbst bei leichter Spiegelung erkennt man alles. Der Registerring (Lünette) lässt sich leicht, aber auch schwer genug bedienen, ohne sich von allein zu verstellen. 
Eine Taucheruhr, wie man sie sich wünscht. Und das Testfazit? Eine Uhr, die überzeugt: Optik, Haptik, Funktion und am Ende auch der Preis untermauern das »schmucke Stück«. Wäre der Tester ein Uhrenfan, so wäre dieses Modell die ultimative Ergänzung und der richtige Zeitmesser für ihn. 

Optional gibt es die »DEEP 1000M AUTOMATIC« von Chris Benz mit Kautschuk-,Nylon- oder Edelstahl-Armband. Ein Hingucker sind alle drei Varianten über wie unter Wasser.

Technische Daten: DEEP 1000M AUTOMATIC

HerstellerChris Benz
VertriebChris Benz/ Tauchsport-Fachhandel
Webwww.chrisbenz.de
Preis in Euro399,- Kautschuk- und Zulu-Ba-/ 450,- Metall-Armband
Gehäuse49,2 mm, Marine-Edelstahl mit verschraubtem Gehäuseboden und verschraubter Krone
Uhrwerkmechanische Präzisions-Automatikuhrwerk
Lünette43 mm, einseitig dehnbar
Ziffernblattnachleuchtende Indexe und Zeiger
Glaskratzfestes Saphirglas 
KalendariumTag/Datum
BesonderheitHeliumventil
max. Einsatztiefe1000 m
ArmbandKautschukband mit aufgedruckter Deko-Tabelle, oder Zulu-Ballistic-Armband aus speziell entwickeltem Hi-Tech-Nylon oder Metallband aus Marine-Edelstahl mit Tauchverlängerung und graviertem Sicherheitsverschluss
Gehäusehöhe14,5 mm
Bandbreite22 mm
Gewicht (o. Armband)116 g

Trotz digitaler Technik ist »ein Stück analoge Ausrüstung« schmückend und als Back-up sinnvoll.

Krone und Heliumventil.