Titel der 10/18
P. Munzinger

P. Munzinger © Flossenschwimmen beansprucht den Bandapparat des Fußes

Bänderzerrung

Ich habe aufgrund eines Unfalls vor rund neun Wochen Bänderzerrungen im Fuß sowie einen kleinen Riss im Knochen (Fersenbein), der nur noch geringe Schmerzen verursacht. Allerdings ist dort ein kleines Knochenödem. Ich möchte in zwei Wochen zum Tauchen, geht das?

Wahrscheinlich muss man Ihnen auch in zwei Wochen noch vom Tauchen abraten, wenn Sie jetzt noch, neun Wochen nach dem Ereignis, nicht beschwerdefrei sind. Sie sollten dabei bedenken, dass gerade auf das Sprunggelenk und das Fußgewölbe und dabei jeweils auch auf den Bandapparat beim Tauchen hohe Belastungen durch das Zusatzgewicht Tauchausrüstung an Land und im Wasser durch die Flossen mit ihrer großen Hebelwirkung (speziell bei Geräteflossen ohne geschlossenes Fußteil) auftreten.
Die noch vorhandene lokale Reaktion mit Ödem hat zwar grundsätzlich auch dekompressionsphysiologische Auswirkungen. Diese sind bei einer Lokalisation ausschließlich und umschrieben im Fuß aber relativ überschaubar, so dass das zusätzliche Risiko durch ein angepasstes und sehr konservatives Tauchverhalten wahrscheinlich im Rahmen bliebe.
Also, auf die Ferne und unter Kenntnis nur der von Ihnen mitgeteilten Befunde würde ich Ihnen eher vom Tauchen abraten. Ich empfehle Ihnen aber, sich auch noch mal mit den Sie behandelnden Ärzten zu beraten, wobei die Frage, die Sie stellen sollten, folgende ist: "Wäre es Ihnen gestattet, zum jetzigen Zeitpunkt einen Wanderurlaub (mit Gepäck) zu machen?" Ist die Antwort der Sie behandelnden Kollegen bei dieser Frage "ja", können Sie vorbehaltlich eines angepassten und sehr konservativen Tauchverhaltens auch tauchen. Ist die Antwort "nein", sollten Sie aufs Tauchen verzichten.