12_2018_tauchen
P. Munzinger

P. Munzinger © Der Druckausgleich sollte der Ohren zuliebe nie erzwungen werden

Das Ohr macht Probleme

Ich bin Tauchlehrerin in Indonesien. Seit einiger Zeit ist mir nach manchen Tauchgängen schwindlig und ich habe ein tinnitusähnliches Geräusch im Ohr. Im Laufe der Nacht verschwinden die Beschwerden. Nun war ich bei einem Ohrenspezialisten, der meinte, dass der Druck im Mittelohr zu hoch sei. Er geht davon aus, dass meine Eustachische Röhre entzündet und geschwollen ist, so dass die sich ausdehnende Luft im Mittelohr nicht selbstständig entweichen kann. Anhand eines Hörtests, der zeigte, dass mein Hörvermögen ab 6000 Dezibel drastisch nachlässt, sah der Arzt seine Theorie bestätigt. Nach einer ers­ten kurzen und leider erfolglosen Behandlung darf ich vorerst für eine Woche nicht tauchen und habe Antibiotika bekommen. Wie schätzen Sie den Fall ein?

Es ist naturgemäß unmöglich, auf die Entfernung und nur durch E-Mail-Kontakt die Diagnose zu bestätigen oder auch in Frage zu stellen. Doch Ihre Beschreibung spricht sehr dafür, dass der Kollege vor Ort Recht hat. Auch die jetzt durchgeführte Behandlung entspricht dem, was auch hier in Deutschland durchgeführt würde. Es scheint so zu sein, dass Sie eine Tubenfunktionsstörung haben – und diese muss behandelt werden. Sie sollten das unbedingt auskurieren, weil sonst eine ernste Gefahr für Ihr Ohr (und Ihre Taucherkarriere) droht. Die Prognose mit Nasentropfen und Antibiotika ist allerdings prinzipiell gut.