Titel der 10/18
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asthmaweb.jpg © Beim Asthma kommt es zu bronchialen Engstellungen

Kälte-Asthma

Meine Frau hat Kälte-Asthma. Darf sie damit einen Tauchschein machen? Sie bekommt das Asthma erst, wenn die Temperatur ziemlich schnell sinkt, zum Beispiel von zehn auf fünf Grad Celsius. Unser Tauchreiseziel ist das Rote Meer – dort habe ich noch nie größere Temperaturschwankungen erlebt.

Ihre Frage ist so pauschal nicht zu beantworten, da es hier sehr auf die Ausprägung der bronchialen Reaktion ankommt. Grundsätzlich ist aber Asthma ein Risikofaktor beim Tauchen, und ein kälteinduzierter Asthmaanfall ist im Hinblick auf das Tauchen sehr viel kritischer zu bewerten als zum Beispiel ein allergisches Asthma. Ob Asthmatiker überhaupt tauchen dürfen, und wenn ja, unter welchen Bedingungen, das ist seit Jahren ein Dauerbrenner in der Tauchmedizin. Auf jeden Fall muss bei Asthmatikern sehr sorgfältig die Lungenfunktion geprüft werden – und bei bestimmten Asthmaformen auch mit Provokationstests. Danach kann erst über eine Tauchtauglichkeit entschieden werden. Zu den besonderen Asthmaformen zählt auch das kälteinduzierte Asthma. Und Kälte spielt beim Tauchen eine wesentliche Rolle – auch im Roten Meer. Natürlich ist die Kältereizung in einem Bergsee stärker, doch auch im Roten Meer kommt es tiefenabhängig zu einer Abkühlung der Atemluft. Dazu kommt noch ein weiterer Effekt: Expandierende Gase erzeugen Kälte – es kommt also beim Tauchen zu einem deutlichen Kältereiz in den Atemwegen. Außerdem strömt das Atemgas sehr turbulent durch die Atemwege, was ebenfalls einen Asthmaanfall auslösen kann. Gerade der Kälte-Asthmatiker ist also gefährdet! Möchte Ihre Frau tauchen, sollte vorher auch eine sehr gründ­liche Lungenfunktionsprüfung (mit Kälteprovokation und Spiroergometrie) bei einem Facharzt für Lungenheilkunde erfolgen.