Luftverbrauch

In unserem Kreis aus Tauchern und Medizinern gab es kürzlich über folgende Frage eine Debatte ohne abschließendes Ergebnis: Ich, Divemaster mit über 500 Tauchgängen seit rund 20 Jahren in Kalt- und Warmgewässern, 59 Jahre alt, durchtrainiert, 1,76 Meter groß, 86 Kilogramm schwer, muskulös, starker Knochenbau, ehemaliger Multisportler, im Wasser völlig gelassen, verbrauche relativ zu Erfahrung, Stress und Qualifikation viel Luft (Vitalkapazität exp. ca. 6000). Wie stellt sich aus Ihrer Sicht der Zusammenhang zwischen Lungenvolumen und Luftverbrauch her?

Die Erklärung für das von Ihnen beobachtete Phänomen ist eigentlich ganz banal - und hat nur sehr bedingt mit der Vitalkapazität zu tun: Der individuelle Luftverbrauch hat viele Einflussgrößen. Eine der wichtigsten ist die zu versorgende Körpermasse, wobei hier besonders die zu versorgende Muskelmasse ins Gewicht fällt. Einfach ausgedrückt bedeutet ein Mehr an Masse auch ein Mehr an Zellen und somit einen höheren Luftverbrauch, da jede einzelne Zelle an den Stoffwechselprozessen teilnimmt und dadurch Sauerstoff verbraucht (Muskelzellen sind besonders "hungrig" - und das schon im Ruhezustand).
Daher wird klar, dass bei gleichem Ausbildungsstand eine zum Beispiel 1,65 Meter große, 55 Kilogramm schwere Frau bei einem normalen Tauchgang weniger Luft verbrauchen wird als ein 1,85 Meter großer, 85 Kilogramm schwerer Mann. Zur Verdeutlichung: Wenn zum Beispiel Arnold Schwarzenegger und Claudia Schiffer miteinander tauchen gingen, so könnte Schwarzenegger nicht nur die größere Flasche tragen, er würde sie auch benötigen ...