12_2018_tauchen

Marcumar

Ich habe Ihre Ausführungen zum Thema Faktor-V-Leiden in der April-Ausgabe 2008 gelesen. Da ich vor einigen Jahren ebenfalls eine Thrombose hatte und die Ärzte bei mir auch ein Faktor-V-Leiden festgestellt haben, muss ich seither dauerhaft "Marcumar" nehmen, damit der INR-Wert zwischen zwei und drei liegt. Damals ging es allerdings nur um Heparin und nicht um Marcumar. Meine Frage lautet daher: Wie sieht das Tauchen mit "Marcumar" aus?

Hier muss ich Ihnen zwei durchaus konträre Antworten geben: eine offizielle und eine persönliche. Die offizielle Meinung besagt, dass "Marcumar" kein besonderes Risiko für den Taucher darstellt und daher unter Einnahme von diesem Medikament eine Tauchtauglichkeit gegeben ist.
Ich persönlich bin hier durchaus anderer Meinung. Es ist zwar richtig, dass Tauchen die Wirkung von "Marcumar" und "Marcumar" auch die grundsätzliche Tauchfähigkeit nicht beeinflusst. Es ist aber zu bedenken, dass mit etwas Pech schon zum Beispiel geringe Druckausgleichsprobleme zu massiven Einblutungen ins Trommelfell und Mittelohr führen können. Das Gleiche gilt für Bagatelltraumen in anderen Bereichen des Körpers. Daher ist es für mich wenig verständlich, warum genetischen Blutern (Bluterkrankheit) Tauchen laut Ansicht des zuständigen Gremiums selbstverständlich verweigert, medikamentösen Blutern ("Marcumar"-Patienten) aber ein Tauchen erlaubt werden soll. Ich persönlich würde also unter "Marcumar"-Einnahme vom Tauchen abraten, obwohl die offizielle Verlautbarung dieses erlauben würde.
Gleichzeitig muss ich aber an dieser Stelle auch eingestehen, dass es eine größere Zahl von Tauchern gibt, die unter einer "Marcumar"-Therapie tauchen. Auch die gerade in Überarbeitung befindlichen Empfehlungen zur Tauchtauglichkeit sehen auch weiterhin in der "Marcumar"-Einnahme keine Kontraindikation gegen das Tauchen. Zu beachten ist aber, dass es möglichst zu keinerlei Verletzung oder Barotraumen kommen sollte, wenn Sie unter "Marcumar"-Therapie tauchen.