P. Munzinger

P. Munzinger © Panikattacke: Nur schnell nach oben!

Panik beim Tauchen

Im letzten März habe ich beim Tauchen vor Bali urplötzlich nach über 100 Tauchgängen aus heiterem Himmel eine Panikattacke bekommen. Dabei hatte ich das Verlangen, sofort aufzutauchen. Freunde konnten mich jedoch halten. Das hat sich dann zwei Mal wiederholt, so dass ich nun sehr unsicher bin, wie ich das in Zukunft verhindern kann. Gibt es Artikel oder anderes Info-Material über dieses ärgerliche Symptom?

Nein, leider! Ein "Patentrezept" gegen die plötzliche Panik­attacke gibt es ebenso wenig wie eine einfache Erklärung für das Phänomen. Als mögliche Erklärungen kommen nämlich sehr viele und sehr unterschiedliche Mechanismen in Betracht. Mögliche Ursachen können im organischen Bereich liegen und etwa Ausdruck einer Funktionsstörung der Schilddrüse oder eines Problems im Bereich der Nebennieren oder auch im Bereich der Herzkranzgefäße sein. Es kann aber auch die Folge einer Kohlendioxidanreicherung im Körper sein, zum Beispiel als Folge einer Sparatmung. Und natürlich kann das Problem auch im psychischen Bereich liegen. Dieses also einzugrenzen ist weder auf die Schnelle noch auf die Entfernung möglich. Wären organische Ursachen die Begründung für das von Ihnen beschriebene Phänomen, so läge die Lösung in der Therapie der Erkrankung. Ist es das Kohlendioxid (CO2), so wäre die Lösung sehr einfach: besser atmen (nicht zwingend "mehr"). Das bedeutet, einfach so zu atmen, dass man sich wohlfühlt - und nicht so, dass der Luftverbrauch minimal ist.
Ist das Phänomen psychisch begründet, so wäre bei gehäuften Panikattacken eine entsprechende Therapie empfohlen. Treten die Attacken nur sehr selten und gelegentlich auf, so helfen häufig auch Techniken, die aus dem Yoga stammen und sehr viel mit "innerer Entspannung" und "Atmen" zu tun haben. Dies ist nicht auf die Schnelle zu erklären, sondern hier wäre es ratsam zu prüfen, ob bei Ihnen in der Nähe Entspannungskurse oder Yoga-Kurse angeboten werden, zum Beispiel über die Volkshochschule. Grundsätzlich ist es aber so, dass man versucht, sich bewusst „zurückzunehmen“, wenn die Panik aufkommt, sich innerlich zu beruhigen und bewusst, gegebenenfalls auch ein paar Atemzüge lang (nicht zu oft!), vertieft und in den Bauch zu atmen (dies ist eine sehr vereinfachte und verkürzte Darstellung, daher nochmals: Besser unter Anleitung üben!). Mehr kann ich Ihnen dazu "aus der Ferne" leider nicht antworten.