12_2018_tauchen

Schnorcheln nach dem Tauchen

Wie die meisten Taucher bin ich im Urlaub auch "apnoe" unterwegs (bis rund acht Meter Tiefe). Jetzt mache ich mir Gedanken, wie hoch das Risiko ist, wenn man relativ kurz nach einem Gerätetauchgang wieder ohne Pressluft ins Wasser steigt. Einerseits atmet man ja nun nicht unter Wasser, eine zusätzliche Stickstoffsättigung kann es somit nicht geben. Auf der anderen Seite hat man ja aber eine gewisse Menge Stickstoff im Blut und wird beim Schnorcheln oder Apnoetauchen, gerade wenn man etwas tiefer geht, selten langsamer als zehn Meter in der Minute auftauchen. Ist das nicht ein Risiko? Ich frage das deswegen, weil manche Hersteller von Tauchcomputern sehr drastisch davor warnen und darauf hinweisen, dass die Wechselwirkungen nicht erforscht seien und es ein großes Risiko gäbe.

Im Grunde haben Sie sich die Antwort schon selbst gegeben, und die Tauchcomputerhersteller warnen (nach gegenwärtigem Kenntnistand) mit Fug und Recht. Es geht hier mitnichten nur um einen Haftungsausschluss. Das Problem wurde bereits mehrfach in tauchen thematisiert, und auch ich kann nur davor warnen, kurz nach einem Tauchgang mit einem Druckgastauchgerät Apnoetauchgänge zu machen.

Hier muss deutlich zwischen einem ruhigen Schnorcheln (also ohne größere Anstrengung) an der Wasseroberfläche (!) und einem Apnoetauchen, bei dem mehrfach die Wasseroberfläche verlassen und in die Tiefe getaucht wird, unterschieden werden. Während nämlich das ruhige (!) Schnorcheln durchaus möglich ist, sollte das Abtauchen unterbleiben.


Der Grund ist genau der, den Sie selbst ansprechen: Durch den noch nicht völlig abgeatmeten Reststickstoff im Körper in Verbindung mit den meist sehr flotten Auftauchgeschwindigkeiten kann es zu einem sehr raschen Entsättigen und zum Tauchunfall kommen. Entsprechende Unfälle sind in der Praxis schon passiert – und nicht nur theoretische Gedankengänge! Und deshalb weisen nicht nur die Computerhersteller darauf hin, dass ein solches Handeln besser unterbleiben sollte – jedenfalls nach derzeitigem tauchmedizinischen Kenntnisstand.