Tauchen für Kinder: Das müsst Ihr bei Bubblemaker und Co beachten

Tauchen für Kinder: Ein Fazit

Leider werden Kinder bei Tauchgängen viel zu häufig wie Erwachsene behandelt. Oftmals meinen es die Buddies gar nicht böse, es fehlt einfach das nötige Hintergrundwissen in Bezug auf die körperlichen und psychischen Besonderheiten. Kinder sind aber eben keine kleinen Erwachsenen! Eltern dürfen auf keinen Fall ihren Nachwuchs, selbst wenn es ausgebildet ist, als ganz normale Tauch-Buddies betrachten und Erwachsenen-Tauchgänge durchführen. Im Gegenteil: ein kindgerechtes und angepasstes Tauchverhalten ist dringend zu fordern. Dazu zählt, die Tauchtiefe und auch die Tauchzeit streng zu limitieren und auch Dekompressionsstress zu vermeiden. Ist Kindertauchen gefährlich? Beim normalen Tauchen kommt es zu keiner körperlichen Überforderung von Kindern, wenn diese gesund und tauchtauglich sind.
Guides müssen beim Tauchen mit Kindern ganz in der Nähe bleiben. Foto: Wolfgang Pölzer

Guides müssen beim Tauchen mit Kindern ganz in der Nähe bleiben. Foto: Wolfgang Pölzer

Wichtig: Es sollten immer kurze Tauchgänge im flachen Bereich geplant werden. Grundsätzlich ungeeignet für Kinder sind Tauchgänge mit besonderen Erschwernissen, wie Strömungs-, Höhlen-, Nacht- und Wracktauchgänge. Aus Gründen der besten Betreuung sollte ein Tauchlehrer auch niemals mit mehr als einem Kind ins Freiwasser gehen. Aus medizinischer Sicht ist es erstrebenswert, dass Tauchlehrer und auch Buddies von Kindern im Bezug auf körperliche und psychische Besonderheiten ihrer jungen Schützlinge geschult werden. Einige Tauchsportverbände liefern hierzu bereits vielversprechende Ansätze. Vor Beginn der Tauchausbildung ist die ausführliche Kinder- und HNO-ärztliche Untersuchung erforderlich. Die Tauchtauglichkeitsuntersuchung sollte von einem ausgebildeten Arzt oder wenigstens in Absprache mit einem Fachmediziner erfolgen.Im Dezember 2016 ist zu diesem Thema übrigens ein Buch mit dem Titel „Moderne Tauchmedizin im Kindes- und Jugendalter“ im Gentner Verlag erscheinen. Apropos: Hat ein Kind keine Lust, sollte es nie zum Tauchen gezwungen werden. Wichtig für Eltern, die mit ihren Sprösslingen eine Tauchreise planen: In vielen Auslands-Tauchbasen gibt es keine Kinder-Leihausrüstung. Vor solchen Reisen sollte das gecheckt werden oder für eigenes Equipment gesorgt werden – dann steht dem Tauchspaß mit Kindern nichts im Wege.

Unsere TAUCHEN-Medizin-Experten

Prof. Dr. Claus-Martin Muth

Muth ist Facharzt für Anästhesiologie und Notfallmedizin, er arbeitet in Ulm.

Dr. Christian Beyer

ist Facharzt für Kinder-Jugendmedizin, Kardiologe und Taucherarzt (GTÜM) in Hamburg.


  1. Uwe

    Danke, für diesen Artikel.
    Als Vater von drei Kindern ist man bei dem Wunsch der Kinder zu Tauchen immer in einer schwierigen Situation. Der Artikel hilft mir sehr den Wünschen und Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden und das Tauchen für die Kinder sicherer zu gestalten.


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