Medizin

Tauchen mit Augenproblemen: Unter Wasser den Durchblick behalten

Taucher mit Augenpro- blemen sind ohne Seh- hilfen wie im Blind ug unterwegs – gefährlich! Foto: W. Pölzer

Schließlich gibt es noch das Problem der Hygiene, welches sich vor allem auf Tauchsafaris stellt, denn Kontaktlinsen müssen regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden, um Reizungen oder Entzündungen des Auges zu vermeiden. Dies lässt sich jedoch leicht mit sogenannten Ein-Tages-Linsen vermeiden, die nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden. Da die Tauchzeiten kurz sind, entsteht auch durch die weniger gasdurchlässigen Linsen kein Schaden durch Sauerstoffmangel – und ein Verlust der Kontaktlinsen ist nicht teuer.

Tauchen mit Kontaktlinsen: Stickstoffbläschen in der Hornhaut

Manche Taucher, die mit Kontaktlinsen tauchen, berichten nach tieferen Tauchgängen, dass sie nach dem Tauchen für eine gewisse Zeit verschwommen sähen. Dieses Phänomen lässt sich leicht erklären: Während der Dekompression können sich in der Tränenflüssigkeit zwischen Hornhaut und Linse Stickstoffbläschen bilden und sich hier vorübergehend festsetzen. Diese kleinen Bläschen üben Druck auf die Hornhaut aus und führen so zu einem leichten Aufquellen und zu ebenfalls vorübergehenden Dellen in der Hornhaut, wodurch sich die lichtbrechenden Eigenschaften ändern – es resultiert Nebelsehen. Gelegentlich bemerkt der Taucher schon während des Auftauchens eine verschlechterte Sicht durch die Gasblasen, dieses kann jedoch auch erst eine gewisse Zeit nach dem Auftauchen auftreten oder sich verstärken.

Bei der Kurzsichtigkeit (Myopie) und Weitsichtigkeit (Hyperopie) können die lichtbrechenden Teile des Auges (Hornhaut und Augen- linse) das Licht nicht bündeln, sodass der Brennpunkt nicht exakt auf die Netzhaut fällt.
Bei der Kurzsichtigkeit (Myopie) und Weitsichtigkeit (Hyperopie) können die lichtbrechenden Teile des Auges (Hornhaut und Augen- linse) das Licht nicht bündeln, sodass der Brennpunkt nicht exakt auf die Netzhaut fällt. Foto: S. Timmann

Zu dauerhaften Schäden kommt es allerdings nicht. Durch besonders langsames Auftauchen und häufigen Lidschlag kann dieses Phänomen vermieden werden. Der beschriebene Effekt tritt übrigens beim Tragen von harten Kontaktlinsen deutlich häufiger auf als bei weichen Linsen.