Titel der 10/18

Tennisarm

Ich habe seit einiger Zeit einen Tennisarm. Gibt es diesbezüglich Bedenken beim Tauchen? Ich gehe nächste Woche auf Tauchsafari, tauche mit Nitrox, also eigentlich sehr konservativ.

Ein "Tennisarm" ist eine sogenannte Ansatztendinose (Entzündung der Sehnenansätze im betroffenen Bereich) der Unterarmstreckmuskulatur und geht vor allem mit Schmerzen im Bereich der Hand- und Fingermuskulatur sowie an den äußeren Ansätzen des Oberarmknochens (Humerus) einher. Diese Entzündungsreaktion erhöht grundsätzlich das Dekompressionsrisiko in dem betroffenen Bereich, so dass hier tatsächlich zu einem sehr konservativen Tauchverhalten geraten werden muss.
Eine klare Kontraindikation gegen das Tauchen ist diese Erkrankung aber nicht. Es ist sicher auch sinnvoll, Nitrox zu nutzen, aber den Rechner auf „Luft“ als Berechnungsgrundlage für die Dekompression zu belassen. Doch das alleine ist noch kein konservatives Tauchverhalten, denn dazu gehören auch klare Tiefenlimits, das Vermeiden von Wiederholungstauchgängen und eine verlangsamte Auftauchgeschwindigkeit. Hier besteht die Frage, ob Sie das alles bei einer Tauchsafari, bei der es ja darum geht, möglichst oft zu tauchen, so einhalten können oder wollen. Ich rate dazu, konservativ zu tauchen. Dann sollten Sie noch bedenken, dass auch umgekehrt das Tauchen den „Tennisarm“ negativ beeinflussen kann: dann nämlich, wenn es zu einer weiteren dauernden Reizung durch besondere Kraftanstrengung kommt, wie dies zum Beispiel beim Herausklettern aus dem Wasser mit voller Ausrüstung über die Bootsleiter der Fall sein kann. Bitte bedenken Sie auch dies und versuchen Sie, die Anstrengung für die Greifmuskulatur so gering wie möglich zu halten. Zum Beispiel dadurch, dass Sie die Ausrüstung (Flasche, Blei) vorher ablegen und sich entsprechend helfen lassen. Sie sehen: Tauchen grundsätzlich geht, eine Tauchsafari ist aber nicht ideal.