12_2018_tauchen

Venenthrombose und Marcumar-Einnahme

Vor etwa drei Wochen wurde bei mir in der linken Wade nach einem Mittelfußbruch eine Venenthrombose festgestellt. Ich wurde mit 40 Heparinspritzen behandelt und soll nun für etwa drei bis sechs Monate "Marcumar" nehmen. Im September 2009 wurde ich am rechten Bein an der Venenklappe operiert. In rund drei Monaten möchte ich in den Tauchurlaub fahren und deshalb gern wissen, inwieweit meine Tauchtauglichkeit eingeschränkt ist.


Der Reisetermin in drei Monaten wird knapp. Es besteht bei Zustand nach tiefen Venenthrombosen der unteren Extremität nämlich so lange absolutes Tauchverbot, bis eine volle Mobilisation und Sportfähigkeit wieder hergestellt ist. Das kann unter Umständen bis zu sechs Monate dauern. Ist nach dieser Zeit alles unauffällig und ist es zu keiner Zeit zu einer Lungenembolie gekommen, gilt die Thrombose als abgeheilt. Sind dann außerdem die Kontrolluntersuchungen ohne Hinweise auf dauernde Veränderungen und/oder Rezidive, besteht nach gängiger Meinung kein Grund, auf das Tauchen zu verzichten. Grundsätzlich wäre für Sie also nach rund sechs Monaten das Tauchen voraussichtlich wieder möglich. Sie sollten Ihre Gefäße aber vor Wiederbeginn des Tauchens noch einmal mittels Ultraschall untersuchen lassen!

Ich möchte Sie jedoch darauf hinweisen, dass vor allem längere Flugreisen das Risiko erhöhen, erneut eine Thrombose zu erleiden. Sie sind durch die dauerhafte Einnahme eines gerinnungshemmenden Mittels zwar durchaus geschützt, sollten aber dennoch versuchen, sich im Rahmen des Möglichen im Flugzeug zu bewegen und ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Tauchen selbst beeinflusst das Thromboserisiko nur insofern, als dass auch Tauchen zu einer vorübergehenden Eindickung des Bluts durch Flüssigkeitsverlust führt. Andererseits wirkt der Tauchanzug wie ein Stützstrumpf, das heißt also eher einer Thrombose entgegen. Zu bedenken ist aber, dass bei erhöhtem Thromboserisiko immer auch die Gefahr einer Lungenembolie besteht.

Im Hinblick auf die Einnahme von "Marcumar" besagt die offizielle Meinung, dass "Marcumar" und ähnlich wirkende Medikamente kein besonderes Risiko für den Taucher darstellen und daher unter Einnahme von diesem Medikament eine Tauchtauglichkeit gegeben sei. Begründet wird dies damit, dass die Wirkung von diesen Medikamenten sich durch das Tauchen nicht verändere und den Taucher psychisch nicht beeinträchtige. Allerdings muss deutlich darauf hingewiesen werden, dass aufgrund der erhöhten Blutungsneigung auch Bagatellverletzungen (wenn möglich) zu vermeiden sind. Dazu zählt auch ein nur unter Schwierigkeiten zu erreichender Druckausgleich, denn auch dieser kann zu Verletzungen führen!