Geeignet für
- ambitionierte Sporttaucher, Tauchlehrer und Vieltaucher, die moderne Funktionen wünschen, ohne in die Preisregion hochspezialisierter Technical-Diving-Computer vorzudringen
- Kaltwasser- und Trockentaucher, die das serienmäßige Bungee-Kit freuen dürfte
- weniger für alle, die gleich im nächsten Jahr mit Trimix auf Tiefenjagd gehen wollen
Mit dem DaVinci erweitert Cressi sein Portfolio um einen modernen Tauchcomputer, der die Lücke zwischen einfachen Einsteigermodellen und komplexen Technical-Diving-Rechnern schließen soll. Farbdisplay, Bluetooth-Konnektivität, Bühlmann-Algorithmus und Multi-Gas-Funktionalität gehören inzwischen zum Pflichtprogramm vieler aktueller Geräte. Entscheidend ist daher nicht allein die Ausstattung, sondern wie alltagstauglich und intuitiv diese umgesetzt wurde. Genau hier setzt der DaVinci an. Alexander Kaßler hat ihn für TAUCHEN acht Tauchgänge lang getestet.
Optik und Konzept
Der DaVinci präsentiert sich als klassischer Armbandcomputer mit einem Gehäuse von 56 x 60 Millimetern. Mit knapp 29 Millimetern Bauhöhe fällt er zwar deutlich größer aus als eine Taucheruhr, bleibt aber kompakter als viele technische Großdisplays. Im Praxiseinsatz erweist sich das als Kompromiss zwischen guter Ablesbarkeit und Tragekomfort. Das gummierte Gehäuse wirkt robust und schützt den Computer zuverlässig vor den Belastungen des Tauchalltags. Positiv fällt auf, dass Cressi bereits ab Werk einen Displayschutz montiert. Erhältlich ist der DaVinci in den Farben Blau, Gelb und Grau.
Kenner des Marktes werden beim ersten Blick auf den DaVinci unweigerlich an den Aqua Lung i330R erinnert. Der Eindruck täuscht jedoch teilweise. Cressi verwendet im DaVinci den heute weit verbreiteten Bühlmann ZHL-16C-Algorithmus inklusive individuell einstellbarer Gradientenfaktoren. Hinzu kommen ein integrierter digitaler Kompass und das serienmäßig mitgelieferte Bungee-Kit. Damit positioniert sich der DaVinci trotz der offensichtlichen optischen Ähnlichkeiten als moderne Alternative. Ob beide Modelle auf einer ähnlichen Hardware-Plattform basieren, lässt sich anhand öffentlich verfügbarer Informationen nicht eindeutig belegen. Fest steht, dass der DaVinci bei Software und Funktionsumfang eigene Akzente setzt.
Herzstück des Computers ist das 1,54 Zoll große TFT-LCD-Farbdisplay. Die Darstellung nutzt bis zu 15 Farben und setzt auf eine klare visuelle Hierarchie. Tiefe, Nullzeit und weitere sicherheitsrelevante Informationen werden groß und kontrastreich dargestellt, während Farbcodierungen die Orientierung erleichtern. Dadurch lassen sich die wichtigsten Daten auch unter Wasser schnell erfassen.
Modi und Gase
Bei der Dekompressionsberechnung setzt Cressi auf den weit verbreiteten Bühlmann ZHL-16C-Algorithmus. Damit orientiert sich der Hersteller an einem Standard, der heute von zahlreichen namhaften Herstellern genutzt wird. Für viele Taucher ist dies ein Vorteil, da sich die Berechnungen innerhalb eines Buddy-Teams besser vergleichen lassen. Der Konservatismus des Algorithmus lässt sich individuell anpassen. Zudem stehen Gradientenfaktoren zur Verfügung, wodurch erfahrene Taucher die Dekompressionsberechnung auf ihre persönlichen Bedürfnisse abstimmen können. Auch Sicherheits- und Tiefenstopps können aktiviert oder deaktiviert werden.
Der DaVinci bietet die drei klassischen Betriebsarten: Air, Nitrox und Gauge. Im Nitrox-Modus lassen sich Sauerstoffanteile zwischen 22 und 99 Prozent einstellen. Insgesamt können bis zu vier verschiedene Gasgemische bei einem Tauchgang verwaltet werden, was dem Computer zusätzliche Flexibilität für anspruchsvollere Sporttauchgänge verleiht. Damit bewegt sich der DaVinci bereits deutlich über dem Niveau eines typischen Einsteigergeräts, bleibt aber klar im Bereich des ambitionierten Sporttauchens.
Digitaler Kompass
Ein weiteres Ausstattungsmerkmal ist der integrierte digitale Kompass. Er unterstützt sowohl die Anzeige von Kursen als auch Gegenkursen und erleichtert damit klassische »Hin-und-Zurück«-Navigation. Besonders gelungen ist die Möglichkeit, die Kompassinformationen direkt in die Hauptansicht einzublenden. Dadurch bleiben Tiefe, Nullzeit und Kurs gleichzeitig sichtbar, ohne zwischen verschiedenen Bildschirmen wechseln zu müssen.
Bluetooth und DiveSync-App
Die Bluetooth-Schnittstelle verbindet den DaVinci mit der kostenlosen Cressi DiveSync-App für Android und iOS. Hier zeigt sich einer der größten Praxisvorteile des Systems. Einstellungen lassen sich deutlich komfortabler am Smartphone vornehmen als über die beiden Bedientasten am Gerät. Darüber hinaus können Tauchgänge übertragen, detailliert ausgewertet und langfristig archiviert werden. Während der interne Speicher etwa 60 Tauchgänge aufzeichnet, bietet die App praktisch unbegrenzten Platz für die persönliche Tauchhistorie.
Akku statt Batteriewechsel
Cressi verzichtet beim DaVinci auf eine Wechselbatterie und setzt stattdessen auf einen integrierten Akku, der über USB-C (Adapter inklusive, Ladekabel nicht im Lieferumfang) geladen wird. Laut Hersteller sind bei maximaler Displayhelligkeit rund 30 Tauchstunden pro Ladung möglich. Für typische Urlaubswochen oder Clubtauchgänge ist dies mehr als ausreichend. Ein erfreuliches Detail ist die Anzeige des Ladezustands in Prozent. Diese liefert deutlich präzisere Informationen als die oft üblichen Balkenanzeigen.
Details und Sicherheit
Ein Ausstattungsmerkmal, das man in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich erwarten darf, ist das serienmäßige Bungee-Kit. Neben dem langen Silikonarmband liefert Cressi elastische Bungees inklusive passender Inbusschlüssel mit. Gerade bei Trockentauchanzügen oder dicken Nassanzügen spielen Bungees ihre Vorteile aus. So entfällt das eventuelle Nachjustieren unterschiedlicher Armbandlängen für verschiedene Kälteschutzsysteme.
Der DaVinci verfügt über akustische Warnsignale für alle wichtigen Situationen während des Tauchgangs. Dazu gehören Hinweise bei zu hoher Aufstiegsgeschwindigkeit, beim Erreichen voreingestellter Tiefengrenzen, bei Dekompressionspflichten sowie bei Überschreitung eingestellter Sauerstoff-Partialdrücke. Die Alarme ergänzen die optischen Anzeigen und erhöhen die Wahrnehmbarkeit wichtiger Informationen.
Fazit
Mit dem DaVinci ist Cressi ein ausgewogenes Gesamtpaket gelungen. Der Computer kombiniert ein modernes Farbdisplay mit dem bewährten Bühlmann-ZHL-16C-Algorithmus, Bluetooth-Konnektivität und Multi-Gas-Funktionalität. Die App-Anbindung erhöht den Bedienkomfort deutlich, während das serienmäßige Bungee-Kit vor allem Kaltwasser- und Trockentaucher freuen dürfte. Der DaVinci richtet sich klar an ambitionierte Sporttaucher, Tauchlehrer und Vieltaucher, die moderne Funktionen wünschen, ohne in die Preisregion hochspezialisierter Technical-Diving-Computer vorzudringen. Mit den Gradientenfaktoren und integriertem Kompass setzt Cressi eigene starke Akzente in dieser Preisklasse. Der einzige echte Verzicht betrifft die fehlende Luftintegration. Im Protokoll (Logbuchdaten) der App wurde allerdings schon an diese Option gedacht. Vielleicht kommt da ja noch etwas?!
»Mein ganz persönlicher Eindruck«
Acht Tauchgänge lang durfte mich der DaVinci begleiten. Kleine Randnotizen: Ich würde das Bungee nutzen, da sich der Rechner im Kompass-Einsatz so auch auf dem Handrücken positionieren lässt. Der bereits montierte Display-Schutz tut, was er soll, neigt aber zu Reflexionen.
Seit meiner Frischlingszeit im Tauchbetrieb bin ich Fan unkomplizierter Gerätschaften, die das tun, wofür sie gemacht sind. Vor 20 Jahren spielte Farbe noch keine Rolle. Da ging es darum, einfach bedienbare und gut ablesbare Rechner am Arm zu haben. Sicher, zuverlässig, solide und kompatibel. Und das ist heute noch so. Und damit trifft der DaVinci genau mein Beuteschema. Im Vergleich zu damals ist er mit den vier berechenbaren Gasen, dem digitalen Kompass und der Bluetooth-Anbindung natürlich ein Quantensprung. Ganz zu schweigen von der Auflösung der Anzeige. Und so ist er im Feld seiner heutigen Mitbewerber ein grundsolides Einstiegsmodell zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Klar, mehr Funktionen und Größe geht immer. Es kostet dann aber auch umso mehr. Daher: Daumen hoch und eine Kaufempfehlung meinerseits für alle Sporttaucher, die nicht gleich im nächsten Jahr mit Trimix auf Tiefenjagd gehen wollen.
Plus und Minus
Plus:
- sehr gut aufgeteiltes TFT-Farbdisplay
- Bühlmann ZHL-16C-Algorithmus mit einstellbaren Gradientenfaktoren
- Verwaltung von bis zu vier Nitrox-Gasen
- Bluetooth-Anbindung und komfortable App-Steuerung
- digitaler Kompass
- Bungee-Kit bereits im Lieferumfang
Minus:
- keine drahtlose Luftintegration
Technische Daten
| Hersteller | Cressi |
|---|---|
| Modell | DaVinci |
| Typ | Armbandcomputer |
| Gehäuse | 56 x 60 Millimeter, knapp 29 Millimeter Bauhöhe |
| Farben | Blau, Gelb, Grau |
| Display | 1,54 Zoll TFT-LCD-Farbdisplay |
| Algorithmus | Bühlmann ZHL-16C mit einstellbaren Gradientenfaktoren |
| Modi | Air, Nitrox, Gauge |
| Gase | bis zu vier Nitrox-Gemische (22–99 % O2) |
| Sauerstoff-Partialdruck | einstellbar von 1,0 bis 1,6 (laut Cressi) |
| Kompass | digital integriert |
| Akku | wiederaufladbar via USB-C |
| Laufzeit | ca. 30 Tauchstunden (laut Hersteller bei maximaler Displayhelligkeit) |
| Konnektivität | Bluetooth, DiveSync-App |
| Speicher | ca. 60 Tauchgänge |
| Luftintegration | nein |
| Lieferumfang | Silikonarmband, Bungee-Kit mit Inbusschlüsseln, Displayschutz, USB-C-Ladeadapter; kein Ladekabel |
| Vertrieb | Cressi-Tauchsport-Fachhandel |
| Preis (UVP) | 329 Euro (Stand: TAUCHEN 08/26) |
| Web | cressi.com |
Häufige Fragen
Die unverbindliche Preisempfehlung lag laut TAUCHEN-Ausgabe 08/26 bei 329 Euro. Vertrieben wird er über den Cressi-Tauchsport-Fachhandel.
Bühlmann ZHL-16C. Der Konservatismus lässt sich anpassen, außerdem stehen Gradientenfaktoren zur Verfügung.
Bis zu vier Gasgemische pro Tauchgang. Im Nitrox-Modus lassen sich Sauerstoffanteile zwischen 22 und 99 Prozent einstellen. Trimix gehört nicht zum Funktionsumfang.
Nein. Laut Cressi ist auch keine vorgesehen, im Logbuch der App wurde die Option allerdings schon angelegt.
Laut Hersteller sind bei maximaler Displayhelligkeit rund 30 Tauchstunden pro Ladung möglich. Geladen wird per USB-C, der Adapter liegt bei, ein Ladekabel nicht.
Ja. Neben dem langen Silikonarmband liefert Cressi elastische Bungees inklusive passender Inbusschlüssel mit.
Dieser Artikel erschien in TAUCHEN-Ausgabe 08/26 und wurde für die Webfassung redaktionell angepasst.
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