Der Cressi Giotto richtet sich vor allem an Einsteiger, Urlaubstaucher und Nutzer, die einen übersichtlichen Sporttauchcomputer ohne umfangreiche Zusatzfunktionen suchen. Besonders überzeugt der Cressi Giotto Tauchcomputer durch sein großes Segmentdisplay, das sich gut ablesen lässt, und die Bedienung bleibt auch mit Handschuhen unkompliziert. Mehrgasbetrieb mit bis zu drei Nitrox-Gemischen ist möglich, Luftintegration und frei einstellbare Gradientenfaktoren fehlen jedoch. Damit eignet sich der Giotto auch als Zweitcomputer sowie für Ausbildung und Verleih.
Bewusst einfach gehalten
Der Markt für Tauchcomputer wird zunehmend von Modellen geprägt, die immer mehr Funktionen, Konnektivität und Möglichkeiten zur individuellen Konfiguration bieten. Gleichzeitig bleibt der Bedarf an einfachen, verlässlichen Rechnern ungebrochen – insbesondere beim Sport- und Urlaubstauchen. Mit dem Giotto positioniert Cressi einen Tauchcomputer, der bewusst auf Komplexität verzichtet und sich auf die wesentlichen Funktionen konzentriert.
Der Giotto ist kein technischer Alleskönner, sondern ein klassischer Armbandcomputer für Sporttaucher. Er richtet sich an Einsteiger, Gelegenheitstaucher und alle, die einen unkomplizierten Begleiter suchen, der ohne lange Einarbeitung einsatzbereit ist. Auch als Zweitcomputer für erfahrene Taucher sowie für Ausbildung und Verleih kommt das Modell infrage.
Im Sortiment von Cressi ordnet sich der Giotto unterhalb der stärker vernetzten und individuell konfigurierbaren Modelle ein. Er bietet mehr Übersicht und Funktionen als sehr einfache Einstiegsrechner, verzichtet jedoch auf Ausstattungsmerkmale, die vor allem beim technischen Tauchen relevant sind. Damit besetzt er eine Mittelposition im Sporttauchsegment.
Verarbeitung und Material
Am Handgelenk macht der Giotto einen robusten und funktionalen Eindruck. Das Gehäuse fällt groß aus, wirkt aber nicht überdimensioniert. Das Display nimmt einen erheblichen Teil der Front ein. Zwei Tasten aus Edelstahl dienen zur Steuerung sämtlicher Funktionen.
Das lange und stabile Armband mit großer Edelstahl-Dornschließe erlaubt es, den Computer auch über dickeren Neoprenanzügen oder einem Trockentauchanzug zu tragen. Positiv fällt zudem der vorinstallierte Displayschutz aus Kunststoff auf. Er schützt die Anzeige im Tauchalltag, ohne ihre Ablesbarkeit spürbar zu beeinträchtigen.
Die Batterie kann vom Nutzer gewechselt werden. Ein Werkstattaufenthalt ist dafür nicht erforderlich. Das ist insbesondere auf Reisen sowie für Tauchbasen und Nutzer mit vielen Tauchgängen praktisch. Cressi gibt eine Batterielaufzeit von bis zu drei Jahren an. Die tatsächliche Laufzeit hängt allerdings von Nutzung, Beleuchtung, Alarmen und Lagerung ab.
Handhabung unter Wasser
Die Menüführung ist logisch aufgebaut und verzichtet weitgehend auf verschachtelte Untermenüs. Die Eingewöhnungszeit bleibt dadurch kurz. Auch die Umstellung von Luft auf Nitrox gelingt mit wenigen Tastendrücken. Die Einstellung des Sauerstoffanteils könnte allerdings weiter oben in der Menüstruktur liegen, da sie beim Wechsel des Atemgases regelmäßig benötigt wird.
Eine Stärke des Giotto ist seine Ablesbarkeit. Die großen Segmentziffern sind kontrastreich, die Anzeige ist klar gegliedert. Tiefe, Tauchzeit, Nullzeit und Aufstiegsgeschwindigkeit lassen sich schnell erfassen. Auch Nullzeit und Sicherheitsstopp werden deutlich dargestellt. Das kommt Tauchern entgegen, die mit kleinen Displays oder dicht angeordneten Informationen Schwierigkeiten haben.
Die Hintergrundbeleuchtung unterstützt die Ablesbarkeit bei Nachttauchgängen, in größerer Tiefe und bei eingeschränkter Sicht. Auch mit Handschuhen lassen sich die beiden Tasten zuverlässig bedienen.
Praxistest
Getestet wurde der Cressi Giotto bei 15 Tauchgängen in verschiedenen Gewässern. Die Tauchgänge führten bis auf Maximaltiefe von 30 Metern. Zum Einsatz kamen Luft und Nitrox ergänzen sowie unterschiedliche Handschuhkonfiguration. Geprüft wurden vor allem Ablesbarkeit, Menüführung, Bedienung mit Handschuhen und die Darstellung der tauchrelevanten Informationen.
Im Tauchbetrieb liefert der Giotto die Funktionen, die von einem Sporttauchcomputer erwartet werden. Er rechnet mit dem Cressi-RGBM-Algorithmus. Über drei Sicherheitsstufen lässt sich die Berechnung zusätzlich konservativer einstellen. Frei konfigurierbare Gradientenfaktoren bietet das Gerät nicht.
Zur Verfügung stehen die Betriebsmodi Air, Nitrox, Gauge und Free beziehungsweise Apnoe. Während des Tauchgangs konzentriert sich die Anzeige auf aktuelle Tiefe, Tauchzeit, Nullzeit und Aufstiegsgeschwindigkeit. Die Informationen bleiben übersichtlich und sind ohne häufigen Wechsel der Anzeige abrufbar.
Tauchen mit Nitrox
Nitrox-Tauchgänge lassen sich unkompliziert planen und durchführen. Das gilt ebenso für Wiederholungstauchgänge über mehrere Tage. Die integrierte Planung innerhalb der Nullzeitgrenzen ermöglicht eine einfache Vorausplanung, ohne den Nutzer mit zahlreichen zusätzlichen Parametern zu konfrontieren.
Der Giotto kann während eines Tauchgangs bis zu drei Nitrox-Gemische verwalten. Damit sind auch Gaswechsel möglich. Das erweitert den Funktionsumfang deutlich über den eines reinen Einsteigercomputers hinaus. Für technische Tauchgänge bleibt der Rechner aufgrund der fehlenden Gradientenfaktoren und begrenzten Konfigurationsmöglichkeiten dennoch nur eingeschränkt geeignet. Denkbar ist die Verwendung als Backup bei einfachen Mehrgasprofilen, sofern Einstellungen und Rechenmodell zur persönlichen Tauchgangsplanung passen.
Verbindungsoptionen
Nicht vorhanden sind eine Luftintegration und umfangreiche Möglichkeiten zur individuellen Anpassung des Dekompressionsmodells. Wer anspruchsvolle Mehrgas-Konfigurationen, Senderanbindung oder detailliert einstellbare Gradientenfaktoren benötigt, muss deshalb zu einem anderen Modell greifen.
Optional lassen sich Tauchgänge mithilfe eines separaten Bluetooth-Interfaces in die Cressi-App übertragen und archivieren. Das Modul passt auch zu mehreren anderen Tauchcomputern des Herstellers und kostet laut UVP 89,99 Euro. Da die Schnittstelle nicht fest im Computer integriert ist, wird dessen Batterie nicht zusätzlich durch eine permanente Funkfunktion belastet. Sowohl Computer als auch Interface arbeiten mit austauschbaren Knopfzellen; zusätzliche Ladekabel werden daher nicht benötigt.
Für Tauchbasen und den Verleihbetrieb ist eine weitere Funktion relevant: Die gespeicherte Restsättigung kann zurückgesetzt werden, bevor der Computer an eine neue Person ausgegeben wird. Diese Funktion darf nicht verwendet werden, wenn derselbe Taucher noch eine tatsächliche Restsättigung aus vorherigen Tauchgängen aufweist.
Zielgruppe und Einsatzbereich
Der Giotto eignet sich vor allem für Einsteiger, Urlaubstaucher und Sporttaucher, die einen gut ablesbaren Computer ohne komplexe Konfiguration suchen. Sein langes Armband und die großen Bedienelemente machen ihn auch für das Tauchen mit dicken Handschuhen sowie über einem Trockentauchanzug interessant. Der Cressi Giotto Tauchcomputer eignet sich vor allem für Einsteiger, Urlaubstaucher und Sporttaucher, die einen gut ablesbaren Rechner ohne komplexe Konfiguration suchen.
Durch die zurücksetzbare Restsättigung und die einfache Bedienung ist das Modell zudem für Tauchschulen und den Verleihbetrieb geeignet. Erfahrene Taucher können ihn als Zweitcomputer einsetzen. Für komplexe technische Tauchgänge, umfangreiche Trimix-Konfigurationen oder eine luftintegrierte Überwachung des Flaschendrucks ist er dagegen nicht ausgelegt.
Fazit
Im Praxistest präsentiert sich der Cressi Giotto als unkomplizierter und übersichtlicher Sporttauchcomputer. Er liefert die wesentlichen Informationen, lässt sich schnell bedienen und erfordert keine lange Einarbeitung. Zu seinen Stärken gehören das große Segmentdisplay, die robuste Ausführung, die austauschbare Batterie und die Verwaltung von bis zu drei Nitrox-Gemischen.
Dem stehen die fehlende Luftintegration, das nur über ein Zusatzmodul mögliche Auslesen der Tauchgänge und die begrenzte individuelle Konfiguration des Rechenmodells gegenüber. Wer diese Funktionen nicht benötigt, erhält einen klar strukturierten Rechner für typische Sport- und Urlaubstauchgänge. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt laut Hersteller 299,99 Euro.
Externe Links
Herstellerseite Cressi Giotto:
https://store.cressi.com/de/products/giotto-diving-computer
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