Das Wichtigste in Kürze
- Astra 1200: kompakte, leichte Lampe (240 g) – ideal als Backup, für Reisen und kurze Nachttauchgänge. UVP 129,99 Euro.
- Astra 2100: deutlich mehr Lichtreserven und Laufzeit – eine solide Hauptlampe für Sporttauchgänge. UVP 149,99 Euro.
- Beide: drei Modi (100 %, 50 %, Strobo), Bedienung über einen Magnet-Druckknopf, auch mit dicken Handschuhen problemlos.
- Ladesystem: magnetisch, ohne Öffnen der Lampe – im Test zuverlässig. Kritikpunkt: Ladekabel nur mit USB-A-Stecker.
- Akku fest verbaut: weniger Wartung, aber kein schneller Akkuwechsel.
- Nicht gedacht für extremes Höhlentauchen oder technische Expeditionen.
Das natürliche Licht wird gedämpft, Farben verschwinden. Schon nach wenigen Metern wirkt die Unterwasserwelt kühler und kontrastärmer. Hier beginnt der Einsatzbereich moderner Tauchlampen – und hier wollten wir wissen, wie sich die beiden neuen Modelle Astra 1200 und Astra 2100 von Cressi im Alltag schlagen.
Nicht jeder braucht gleich einen Suchscheinwerfer, mit dem man einen halben See ausleuchten könnte. Manchmal reicht es, wenn man einfach sieht, was im Riffspalt sitzt, und ausreichend Licht für einen normalen Nachttauchgang erhält. Getestet wurden beide Lampen bei zehn Freiwassertauchgängen sowie im Indoorzentrum Dive4Life in Siegburg.
Zwei Lampen, klare Rollenverteilung
Cressi positioniert die Astra-Serie als leistungsfähige Allround-Tauchlampen für Freizeit- und Sporttaucher. Beide Modelle setzen auf ein ähnliches Grundprinzip: kompakte Aluminiumgehäuse, drei Leuchtmodi, magnetisches Ladesystem und ein klar fokussierter Spotstrahl.
Der Unterschied liegt in der Leistung:
- die Astra 1200 als handliche, leichte Begleiterin,
- die Astra 2100 als stärkere Variante mit mehr Reichweite und Reserven.
Oder anders gesagt: Die Astra 1200 ist eher Backup-Lampe und Spaltenerheller, die Astra 2100 ein solides Arbeitstier für normale Sporttauchgänge. Nichts für extremes Höhlentauchen oder technische Expeditionen – aber genau richtig für alle, die unkompliziert gutes Licht suchen.
Erster Eindruck: mattschwarz und griffig
Schon beim Auspacken fällt auf: Beide Lampen wirken hochwertig verarbeitet, mit mattschwarzer Oberfläche, die sich angenehm soft anfühlt. Die Form ist ein echter Handschmeichler – nicht kantig, nicht rutschig, sondern genau so, wie man es auch mit nassen Handschuhen erwartet.
Bedienung: ein Knopf für alles
Großer Pluspunkt im Test ist die sehr einfache Bedienung. Beide Lampen werden über einen zentralen Magnet-Druckknopf gesteuert. Die Modi: 100 Prozent, 50 Prozent und Stroboskop.
- Doppelt drücken: Die Lampe startet mit voller Leistung.
- Erneut drücken: halbe Leistung.
- Länger gedrückt halten: Strobo.
- Zweimal drücken: Die Lampe ist aus.
Das funktioniert zuverlässig und ohne Verzögerung. Besonders positiv: Die Knöpfe lassen sich auch mit dicken Neoprenhandschuhen problemlos drücken. Kein Herumgefummel, kein „Moment, ich muss kurz mal …“ – einfach Licht an. Rund um den Schalter sitzt eine LED-Ladestandsanzeige, die den Akkuzustand eindeutig farbig signalisiert.
Spotstrahl mit klarer Farbwirkung
Beide Lampen nutzen moderne CREE-LEDs und liefern laut Hersteller einen engen Abstrahlwinkel von 8,6 Grad. Das bedeutet: kein Flutlicht, sondern ein fokussierter Spot, der in hellen Umgebungen und bei geheimnisvollen Nachttauchgängen seine Stärke ausspielt.
Astra 1200: leicht und immer dabei
Mit 1200 Lumen wirkt die Astra 1200 überraschend kräftig für ihre kompakte Bauweise. Sie eignet sich hervorragend als Backup-Lampe oder als Begleiterin für Urlaubstauchgänge, bei denen man etwas Handliches sucht.
Für den Blick in kleine Spalten, zum „Kurz-mal-Nachschauen“, ist sie ideal. Aber man sollte auch ehrlich sein: Wer erwartet, damit ein Wrack wie eine Filmkulisse auszuleuchten, wird eher enttäuscht. Die Astra 1200 ist eben keine Stadionbeleuchtung – eher die Taschenlampe für die Unterwasser-Details. Farben werden im Spot- und Nahbereich sichtbar angehoben. Details, sei es an Wracks oder in Spalten oder kleineren Grotten, treten deutlich hervor.
Astra 2100: die solide Hauptlampe
Die Astra 2100 legt spürbar nach: mehr Licht, mehr Reichweite (laut Hersteller bis 250 Meter an Land) und ein deutlich „satteres“ Bild. Sie kommt auch über grelles Tageslicht und kann Details in sehr vielen Situationen optimal hervorholen. Im direkten Vergleich wirkt die Astra 2100 nicht einfach nur heller, sondern auch souveräner, wenn es darum geht, größere Distanzen besser auszuleuchten.
Für einfache Sporttauchgänge ist sie damit eine sehr gute Hauptlampe, sei es nachts oder auch tagsüber. Auch hier gilt: Das ist kein extremes Tech-Tool für Höhlen, Wracks oder Expeditionen. Sondern ein zuverlässiger Begleiter für genau das, was die meisten Taucher wirklich machen: Urlaub in erschlossenen Tauchgebieten im Meer, in Seen sowie entspanntes, gut geplantes Nachttauchen. Um dem langsam entschwindenden Buddy ein kurzes „Hallo! Stop!“ zu senden, reicht die Astra 2100 in jedem Fall.
Laufzeit und Ladezeiten
Cressi gibt bei beiden Lampen sehr praxisnahe Brenndauern an, und unsere Eindrücke bestätigen das:
- Astra 1200: 3 bis 5 Stunden, je nach Modus
- Astra 2100: bis zu 8,5 Stunden im 50-Prozent-Modus
Damit sind auch längere Tauchtage problemlos abgedeckt.
Die maximale Ladezeit der Astra 1200 gibt Cressi mit bis zu vier Stunden an. Im Praxistest waren es zwei bis drei Stunden – geladen wurde jeweils, sobald die rote LED der Ladestandsanzeige ansprang.
Wärmeentwicklung an Land
Ein wichtiger Punkt, gerade bei leistungsstarken Lampen, ist die Wärme. Beide Astra-Modelle wurden auch an Land ohne Wasserkühlung getestet – mit positivem Ergebnis. Die Hitzeentwicklung bleibt gering. Ein Plus im Handling und beim Thema Flugtransport.
Cressi-Sprecher Mig Wehrle erklärt hierzu: „Dank moderner Elektronik hält die Lampe automatisch eine Maximaltemperatur von 50 Grad Celsius – keine Feuergefahr.“ Damit ist die Astra-Familie nicht nur an Land einsetzbar, sondern auch im Reisegepäck vor unliebsamen Überraschungen geschützt.
Magnetisches Ladesystem mit USB-A-Kabel
Ein echtes Highlight ist das magnetische Ladesystem. Das Kabel dockt sicher an, denn Sand oder Salzwasser sind schnell abgewaschen. Im Test funktionierte das zuverlässig. Laut Mig Wehrle sind die Astra-Modelle damit ideal für alle, die auf lange Haltbarkeit angewiesen sind: „Durch die Magnetladeverbindung verzichtet Cressi bewusst auf O-Ringe und vermeidet so potenzielle Leckagen durch Alterung oder Quetschungen.“
Kritikpunkt: Das Ladekabel ist aktuell nur als USB-A-Variante verfügbar. In Zeiten, in denen USB-C zum Standard wird und durch EU-Vorgaben künftig noch stärker verbreitet sein muss, wäre ein USB-C-Kabel oder zumindest ein Adapter eine sinnvolle Ergänzung. Cressi verweist auf die internationale Ausrichtung der Lampen. Mig Wehrle: „Natürlich haben wir darüber nachgedacht, ein USB-C-Kabel zu nutzen. Da unsere Lampen jedoch weltweit im Einsatz sind und die Verbreitung von USB-C nicht überall so gegeben ist wie in Europa, haben wir uns für maximale Kompatibilität entschieden.“
Akku fest verbaut: Vor- und Nachteile
Ein besonderes Merkmal: Die Akkus sind nicht herausnehmbar. Das hat klare Vorteile:
- kein Risiko von Wassereinbruch durch unsachgemäßes Öffnen
- ideal für Tauchbasen und Verleihbetrieb
- weniger Wartungsaufwand
Es hat aber auch Nachteile:
- kein schneller Akkuwechsel möglich
- bei Flugreisen erklärungsbedürftig
Wichtig: Lithium-Ionen-Akkus gehören grundsätzlich ins Handgepäck. Das sollte bei diesen Lampen unbedingt beachtet werden. Positiv ist hier wiederum die geringe Wärmeentwicklung, die bei Sicherheitskontrollen argumentativ hilfreich ist.
Verarbeitung und Transportbox
Nach zehn Tauchgängen zeigten beide Lampen sehr gutes Durchhaltevermögen. Die mattschwarze Oberfläche bleibt stabil, auch wenn leichte Kratzer sichtbar werden können. Die Farbe platzt jedoch nicht ab.
Die Handschlaufe ist ausreichend groß dimensioniert, und die Transportbox ist solide – ein Detail, das man im Reisegepäck schnell zu schätzen weiß. Ladekabel und Handschlaufe finden darin ausreichend Platz.
Technische Daten im Vergleich
Herstellerangaben, Stand TAUCHEN 04/26
| Merkmal | Astra 1200 | Astra 2100 |
|---|---|---|
| LED | CREE XPL2 | CREE XHP50 |
| Helligkeit 100 % | 1200 Lumen | 2100 Lumen |
| Helligkeit 50 % | 600 Lumen | 970 Lumen |
| Modi | 100 % / 50 % / Strobo | 100 % / 50 % / Strobo |
| Laufzeit | 3–5 h (je nach Modus) | 4–8,5 h (je nach Modus) |
| Ladezeit | max. 4 h (im Test 2–3 h) | 2–3 h |
| Farbtemperatur | 5700–7300 K | 5700–7300 K |
| Abstrahlwinkel | 8,6° | 8,6° |
| Leuchtweite an Land | 170 m | 250 m |
| Akku | 2600 mAh, fest verbaut | 5000 mAh, fest verbaut |
| Gewicht | 240 g | 440 g |
| Maße | Ø 41,5 × 149 mm | Ø 52 × 177 mm |
| Tiefe | bis 100 m | bis 100 m |
| Stoßfestigkeit | 1 m | 1 m |
| UVP | 129,99 Euro | 149,99 Euro |
Stärken und Schwächen
Cressi Astra 1200
Plus
- sehr kompakt und leicht – ideal als Backup
- einfache Bedienung auch mit Handschuhen
- keine O-Ringe am Ladeanschluss, geringeres Leckagerisiko
- magnetisches Ladesystem zuverlässig und unempfindlich
- wird auch an Land nicht unangenehm heiß
- robuste Oberfläche, gute Verarbeitung, hochwertig
Minus
- eher begrenzte Reichweite
- Ladekabel nur USB-A, Adapter auf USB-C wäre sinnvoll
Für wen geeignet? Für Urlaubstaucher, Einsteiger und alle, die eine kleine, zuverlässige Zweitlampe suchen. Perfekt als Backup oder für kurze Nachtgänge – nicht gedacht für anspruchsvolle Einsätze mit großem Lichtbedarf.
Cressi Astra 2100
Plus
- deutlich mehr Lichtreserven
- keine O-Ringe am Ladeanschluss, geringeres Leckagerisiko
- sehr gute Laufzeiten
- einfache Bedienung, klare Modi
- magnetisches Laden funktioniert hervorragend
- solide Hauptlampe für Sporttauchgänge
- geringe Wärmeentwicklung auch an Land
- robuste Transportbox und hochwertige Haptik
Minus
- USB-A statt USB-C wirkt nicht mehr ganz zeitgemäß
Für wen geeignet? Für Sporttaucher, die eine unkomplizierte, kräftige Hauptlampe für Freiwasser-, See- und Nachttauchgänge suchen. Viel Licht ohne Overkill, aber nicht für extremes technisches Tauchen konzipiert.
Fazit: Backup-Begleiterin oder Hauptlampe
Cressi liefert zwei moderne, praxisnahe Tauchlampen, die sich nicht nur durch einfache Bedienung, gute Lichtleistung und robustes Design auszeichnen, sondern auch durch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Die Astra 1200 ist die ideale kompakte Lampe für Reisen, Freizeit und als Backup – für 129,99 Euro.
- Die Astra 2100 bietet mehr Reserven für anspruchsvollere Bedingungen im Sporttauchen und eignet sich gut als Hauptlampe im Alltag – für nur 20 Euro mehr als die kleine Schwester.
Beide überzeugen mit magnetischem Laden, sehr guter Handhabung und solider Verarbeitung. Ein USB-C-Update wäre wünschenswert. Ansonsten sind beide Modelle echte Empfehlungen für Taucher, die gutes, verlässliches Licht suchen.
Am Ende des Tauchgangs, zurück an der Wasseroberfläche, bleibt der Eindruck: Diese Lampen machen genau das, was sie sollen – zuverlässig Licht ins Dunkel bringen. Ohne Drama. Und manchmal ist genau das die beste Eigenschaft.
Anders gesagt: Die Astra 1200 ist der kleine „Garnelenblender“, die Astra 2100 ein solides Arbeitstier für normale Sporttauchgänge. Nichts für extremes Höhlentauchen oder technische Expeditionen – aber genau richtig für alle, die für ihre Streifzüge unter Wasser unkompliziertes Licht suchen. Wir sind hell begeistert.
Transparenzhinweis: Cressi stellte der Redaktion die getesteten Lampen für den Praxistest zur Verfügung. Auf die redaktionelle Bewertung hatte dies keinen Einfluss.
Dieser Artikel erschien in TAUCHEN-Ausgabe 04/26 und wurde für die Webfassung redaktionell angepasst.
Häufige Fragen zu den Cressi Astra Lampen
Was ist der Unterschied zwischen Cressi Astra 1200 und Astra 2100?
Beide Lampen teilen Bedienung, Modi, Abstrahlwinkel und Ladesystem. Die Astra 2100 liefert laut Hersteller 2100 statt 1200 Lumen, hat einen größeren Akku (5000 statt 2600 mAh) und läuft länger. Dafür ist sie mit 440 Gramm fast doppelt so schwer wie die Astra 1200 mit 240 Gramm.
Wie lange hält der Akku der Cressi Astra?
Laut Hersteller leuchtet die Astra 1200 je nach Modus drei bis fünf Stunden, die Astra 2100 bis zu 8,5 Stunden im 50-Prozent-Modus. Unsere Eindrücke im Test bestätigen diese Angaben.
Kann man den Akku der Astra-Lampen wechseln?
Nein. Die Akkus sind fest verbaut. Das senkt das Risiko eines Wassereinbruchs durch unsachgemäßes Öffnen und den Wartungsaufwand, ein schneller Akkuwechsel zwischen zwei Tauchgängen ist aber nicht möglich.
Wie werden die Cressi Astra Lampen geladen?
Über ein magnetisches Ladekabel, die Lampe muss dafür nicht geöffnet werden. Das Kabel hat einen USB-A-Stecker, für USB-C-Netzteile ist ein Adapter nötig.
Darf ich die Cressi Astra im Flugzeug mitnehmen?
Wegen des fest verbauten Lithium-Ionen-Akkus gehören die Lampen ins Handgepäck. Bei Sicherheitskontrollen kann die Lampe erklärungsbedürftig sein, die geringe Wärmeentwicklung ist dabei ein hilfreiches Argument.
Ist die Cressi Astra 2100 für Höhlentauchen oder technisches Tauchen geeignet?
Dafür ist sie nicht konzipiert. Die Astra 2100 ist eine Hauptlampe für Sporttauchgänge im Meer, in Seen und bei Nacht, aber kein Tech-Tool für Höhlen, Wracks oder Expeditionen.
Für wen eignet sich die Cressi Astra 1200?
Für Urlaubstaucher, Einsteiger und alle, die eine kleine, zuverlässige Zweitlampe suchen – als Backup, für kurze Nachttauchgänge oder für den Blick in Spalten.
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