Taucher an der Oberfläche mit der SeaLink-Unterwassereinheit neben dem Kopf, im Hintergrund die rote Flagge der Funkeinheit
Foto-Gehäuse Technik

DiveVolk SeaLink im Test: Live-Streaming aus 30 Metern Tiefe

Mit dem SeaLink von DiveVolk geht das Smartphone unter Wasser online: Ein 30 Meter langes Kabel verbindet das Gehäuse mit einer schwimmenden Funkeinheit samt SIM-Karte. Im sechsmonatigen TAUCHEN-Praxistest liefen Videocalls und Livestreams stabil, solange an der Oberfläche guter Mobilfunkempfang bestand. Das System ist kein Spielzeug, sondern ein Werkzeug für erfahrene Anwender.

Benjamin Schulze

Live-Streaming aus der Tiefe galt lange als Domäne von Forschung, Militär und Industrie. Mit dem SeaLink von DiveVolk hält die Technik erstmals Einzug in ein kompaktes, transportables System, das auch für ambitionierte Hobby-Anwender realistisch nutzbar ist. Wir haben das System ein halbes Jahr lang im Outdoor-Einsatz getestet.

„An Land gibt es Millionen von Apps für Smartphones – unter Wasser bislang praktisch keine.“ Mit dieser Feststellung beschreibt Louis Chen von DiveVolk ein zentrales Problem moderner Unterwasserkommunikation. Smartphones sind leistungsfähige Alleskönner, ihre Möglichkeiten enden jedoch meist dort, wo Wasser beginnt. Genau hier setzt der WLAN-Transmitter SeaLink an.

Halb-und-halb-Aufnahme: oben die schwimmende SeaLink-Funkeinheit mit Antennenmast und roter Flagge, unten am Kabel die Unterwassereinheit mit Smartphone auf dem Seegrund
Oben die Funkeinheit mit Antenne, unten die Unterwassereinheit mit dem Smartphone: Dazwischen liegt bis zu 30 Meter Kabel. Foto: Benjamin Schulze

Das Wichtigste in Kürze

  • Prinzip: Ein Smartphone im Unterwassergehäuse ist per 30-Meter-Kabel mit einer schwimmenden Funkeinheit verbunden. Diese stellt über eine SIM-Karte die Internetverbindung her.
  • Im Test: Videocalls per Teams, FaceTime und WhatsApp funktionierten auch bei Dunkelheit und aus 30 Metern Tiefe, sofern das Mobilfunknetz an der Oberfläche zuverlässig war.
  • Laufzeit: Die vom Hersteller angegebenen rund 60 Stunden konnten wir problemlos bestätigen.
  • Grenzen: Streamen und gleichzeitig Kabel aufrollen ist kaum möglich, im Querformat wird es unhandlich, stärkere Oberflächenströmung macht sich bemerkbar.
  • Zielgruppe: Forschung, Medien, Ausbildung und ambitionierte Anwender mit tauchpraktischer Erfahrung.
  • Preis: 3199 Euro.

Anerkannte Innovation

Dass der SeaLink mehr ist als ein technisches Experiment, bestätigte auch die Jury des boot Dive Award auf der Messe boot Düsseldorf 2026. Das System erhielt den Award für die beste Innovation. Gewürdigt wurde insbesondere der Ansatz, bestehende Smartphone-Technologie erstmals vollständig unter Wasser nutzbar zu machen und damit neue Anwendungsfelder für Medien, Ausbildung, Wissenschaft und Technik zu eröffnen.

Funktion und Systemaufbau

Der SeaLink nutzt das universelle Unterwasser-Touchscreen-Gehäuse SeaTouch 4 Pro Max von DiveVolk als Basis. Darin steckt ein Smartphone, das über ein 30 Meter langes Kabel mit einer Oberflächen-Sendeeinheit verbunden ist und vollständig bedient werden kann. Das Kabel ist auf einer integrierten Spule aufgerollt und dient als Datenleitung.

An der Oberfläche sitzt die Antenne auf einem Schwimmer mit drei stabilisierenden Auslegern. In der Funkeinheit arbeitet eine handelsübliche SIM-Karte, gespeist wird die Antenne von vier Akkus des Typs 21700. Sobald Mobilfunkempfang vorhanden ist, steht unter Wasser eine Internetverbindung zur Verfügung, inklusive Streaming in Echtzeit.

Chen erläutert, dass mit dem SeaTouch-Gehäuse zunächst der physische Zugang zum Smartphone unter Wasser gelöst wurde. Mit dem SeaLink komme nun der entscheidende Schritt hinzu: die Internet-Anbindung. Erst dadurch könne das Smartphone seine volle Leistungsfähigkeit entfalten, bis hin zu cloudbasierten Anwendungen, was unter Wasser bislang undenkbar war.

DiveVolk SeaLink auf einem Holztisch: links die Unterwassereinheit mit Smartphone-Gehäuse und Kabelspule, rechts der Sockel der Funkeinheit mit Carbon-Antennenmast
Das System im Überblick: links die Unterwassereinheit mit Kabelspule, rechts die Funkeinheit mit Antennenmast. Foto: Benjamin Schulze

Praxistest über sechs Monate

Unser Praxistest erstreckte sich über sechs Monate und fand ausschließlich unter realen Outdoor-Bedingungen statt. Bereits beim Transport fällt der kompakte, durchdachte Lieferumfang auf. Trotz der umfangreichen Komponenten bleibt das System gut handhabbar.

  • Aufbau im Feld: rund zehn Minuten
  • Ersteinrichtung inklusive SIM-Karte und WLAN-Verbindung: maximal 20 Minuten

Wir nutzten eine handelsübliche Prepaid-SIM-Karte und ein iPhone 13 Pro. Nach dem Einschalten wird das Smartphone per WLAN mit der Antenne verbunden und ein Sicherheitscode aus der Bedienungsanleitung eingegeben, damit ist die Einrichtung abgeschlossen. Die vom Hersteller angegebene Laufzeit von rund 60 Stunden konnten wir problemlos bestätigen. In der Praxis übertrifft sie damit die Anforderungen selbst sehr langer, flacher Tauchgänge deutlich.

Mann hält in einer Tauchbasis eine schwarze DiveVolk-Tasche hoch, daneben steht ein geöffneter Transportkoffer auf einem Holztisch
Kompakter Lieferumfang: Transportkoffer und Tasche. Foto: Benjamin Schulze

Leistung unter Wasser

Getestet haben wir unter anderem im Blausteinsee bei Eschweiler, bei Dunkelheit und aus 30 Metern Tiefe. Die Verbindung blieb durchgehend stabil, sofern das Mobilfunknetz an der Oberfläche zuverlässig war. Die Unterwassereinheit benötigt keine eigene Stromversorgung, da das Smartphone autark arbeitet.

Anwendungen wie Teams, FaceTime oder WhatsApp lassen sich problemlos nutzen. Das Gegenüber ist klar verständlich, antworten kann man über den Touchscreen per Chat, sofern die jeweilige App das unterstützt. Eine zusätzliche Sprachkommunikation war zum Testzeitpunkt in Planung: Gemeinsam mit Ocean Reef arbeitet DiveVolk an einer Lösung für Vollgesichtsmasken und hat diese bereits auf der boot-Messe funktionsfähig demonstriert.

Taucherhand hält die SeaLink-Unterwassereinheit, im Gehäuse ist die Rückseite eines iPhones mit drei Kameralinsen zu sehen, im Hintergrund die Taucherbrille
Das Smartphone bleibt im Gehäuse über den Touchscreen voll bedienbar. Foto: Benjamin Schulze

Handling und Ergonomie

Das Abrollen des Kabels erfolgt kontrolliert über einen kleinen Hebel, der auch mit dicken Handschuhen bei sechs Grad Wassertemperatur sicher bedienbar ist. Das Aufrollen funktioniert dank Führung sauber und ohne Verheddern. Gleichzeitiges Streamen und Aufrollen ist konstruktionsbedingt schwierig. Deshalb empfiehlt es sich, das Kabel erst nach dem Ende des Streams aufzurollen oder den Stream vor dem Aufrollen zu beenden.

Taucher hält die SeaLink-Unterwassereinheit in der rechten Hand und dreht mit der linken Hand an der Kabelspule
Hochkant streamen funktioniert sehr gut. Das Aufrollen bei gleichzeitigem Filmen ist schwierig. Foto: Benjamin Schulze

Die Unterwassereinheit wird idealerweise hochkant geführt. Quer ist ebenfalls möglich, wirkt jedoch etwas unhandlicher. Zwei 1/4-Zoll-Gewinde erlauben die Montage von Auftriebsarmen oder Licht. Im Süßwasser liegt der Abtrieb bei rund 400 Gramm. Das sollte für längere Einsätze ausgeglichen werden, um ruhige Bilder zu ermöglichen und die Arme zu entlasten. Die Ergonomie bietet noch Optimierungspotenzial, insbesondere beim Filmen im Querformat.

Taucher hält die SeaLink-Unterwassereinheit mit beiden Händen hochkant vor sich, das Display des Smartphones zeigt zum Taucher
Hochkant liegt die Unterwassereinheit am besten in der Hand. Foto: Benjamin Schulze

Überwassereinheit und Sicherheit

Der Schwimmer bietet ausreichend Auftrieb, die drei Ausleger dienen vor allem der Stabilisierung. Das Batteriefach mit den vier Akkus ist über eine dreifache O-Ring-Dichtung zuverlässig gesichert. Beim Zusammenbau der Antenne ist etwas Sorgfalt erforderlich, da die Hauptantenne über ein Drehbajonett montiert wird. Die maximale Zugkraft am Hauptkabel beträgt fünf Kilogramm.

Tauchpraktisch erfordert der Einsatz Erfahrung und Konzentration, insbesondere bei Oberflächenströmung. Leichte Strömung war im Test problemlos, stärkere machte sich bemerkbar. Ein Überspülen der Einheit durch Wellen ist unkritisch. Rollt die Einheit vollständig über Kopf, sodass die Antenne unter Wasser ist, wird die Übertragung unterbrochen. Der Einheit selbst schadet das nicht.

Schwimmende SeaLink-Funkeinheit mit Carbon-Antennenmast und roter Tauchflagge auf einem See, daneben ein Steg aus Schwimmelementen
Die Funkeinheit schwimmt stabil auf drei Auslegern. Foto: Benjamin Schulze

Stört Live-Streaming die Ruhe unter Wasser?

Die Einführung neuer Technik im Tauchsport stößt nicht selten auf Skepsis. Gerade erfahrene Taucher schätzen die Abgeschiedenheit, Ruhe und Konzentration unter Wasser. Die Sorge: Wird der Ozean zur permanenten Online-Zone?

Im Praxistest zeigte sich jedoch, dass der SeaLink keinen zusätzlichen Lärm oder visuelle Störungen verursacht. Es gibt keine akustischen Signale, keine blinkenden Anzeigen und keine aktive Funkübertragung unter Wasser. Die Verbindung erfolgt ausschließlich kabelgebunden zur Oberfläche. Für umgebende Taucher bleibt der Einsatz in der Regel unbemerkt.

Ob und wo solche Systeme sinnvoll eingesetzt werden, bleibt letztlich eine Frage der Haltung. Während Forschung, Medienarbeit und Ausbildung klar profitieren, wird der klassische Sporttaucher weiterhin selbst entscheiden, ob er diese Innovation als Bereicherung oder als unnötigen Eingriff empfindet.

Social-Media-Statements

Pro: „Endlich können wir Forschung, Ausbildung und Taucherlebnis live teilen.“

Contra: „Unter Wasser will ich abschalten. Wenn ich Internet brauche, bleibe ich an Land.“

Was hälst Du von dieser Entwicklung?
Schreib uns an redaktion@tauchen.de.

Technische Daten

Laut Herstellerangaben

HerstellerDiveVolk
ProduktSeaLink WiFi Transmitter
Frequenz2,4 GHz
Maximale Tiefe / Kabellänge30 m
Einsatztemperatur-10 °C bis +50 °C
Gesamtgewicht Lieferumfang9,5 kg
Auftrieb Funkeinheit Oberfläche+3750 g
Abtrieb Unterwassereinheit-360 g (Salzwasser), -400 g (Süßwasser)
Stromversorgung Oberfläche4 × 21700-Akkus
Maximale Laufzeitca. 60 Stunden
Max. Zugkraft Hauptkabel5 kg
CE-Kennzeichnungja
Preis3199 Euro

Anwendungsbereiche und Fazit

Die Einsatzmöglichkeiten reichen von Live-Explorationen über Sportveranstaltungen bis hin zu wissenschaftlicher Dokumentation und Ingenieursarbeiten. Besonders bemerkenswert ist der Ansatz, sämtliche über Wasser verfügbaren Kommunikations-Apps auch unter Wasser nutzbar zu machen.

Halb-und-halb-Aufnahme: Taucher mit Maske an der Wasseroberfläche eines Sees, im Hintergrund die SeaLink-Funkeinheit mit roter Flagge vor einem Steg
Taucher und Funkeinheit: Voraussetzung ist stabiler Mobilfunkempfang an der Oberfläche. Foto: Benjamin Schulze

Für wen eignet sich der SeaLink? Für alle, die Bild und Ton aus der Tiefe in Echtzeit nach oben bringen wollen: Forschung, Medienarbeit, Ausbildung, Veranstaltungen und ambitionierte Anwender. Voraussetzung sind tauchpraktische Erfahrung und eine stabile Mobilfunkabdeckung am Tauchplatz.

Stärken: stabile Verbindung bis 30 Meter bei gutem Netz, gängige Apps wie Teams, FaceTime und WhatsApp nutzbar, schneller Aufbau im Feld, sehr lange Laufzeit, kontrolliertes Ab- und Aufrollen des Kabels auch mit dicken Handschuhen.

Schwächen: Streamen und gleichzeitig Aufrollen ist kaum möglich, im Querformat wird das Handling unhandlich, der Abtrieb im Süßwasser sollte ausgeglichen werden, stärkere Oberflächenströmung macht sich bemerkbar. Antworten gibt es bislang per Chat, Sprachkommunikation ist eine Erweiterung mit Vollgesichtsmaske.

Wer unter Wasser lediglich fotografieren oder filmen möchte, braucht keine Live-Verbindung. Der SeaLink lohnt sich dort, wo das Geschehen unter Wasser in Echtzeit geteilt werden soll.

Der SeaLink ist kein Spielzeug, sondern ein spezialisiertes Werkzeug. Wer über die nötige tauchpraktische Erfahrung verfügt und stabile Mobilfunkabdeckung sicherstellen kann, erhält ein System, das Unterwasserkommunikation neu definiert.

Wir bedanken uns bei der Tauchbasis BlueMarlin am Fühlinger See in Köln für die Unterstützung bei diesem Test.

Dieser Artikel erschien in TAUCHEN-Ausgabe 04/26 und wurde für die Webfassung redaktionell angepasst.

Ein WLAN-Transmitter, der ein Smartphone unter Wasser mit dem Internet verbindet. Das Smartphone steckt in einem DiveVolk-Unterwassergehäuse und ist per 30-Meter-Kabel mit einer schwimmenden Funkeinheit verbunden, die über eine SIM-Karte ins Mobilfunknetz geht.

Kabellänge und maximale Tiefe gibt DiveVolk mit 30 Metern an. Im TAUCHEN-Test blieb die Verbindung auch aus 30 Metern Tiefe stabil, sofern das Mobilfunknetz an der Oberfläche zuverlässig war.

Welche Apps lassen sich unter Wasser nutzen?

Im Test funktionierten unter anderem Teams, FaceTime und WhatsApp problemlos. Das Gegenüber ist klar zu verstehen, antworten kann man per Chat über den Touchscreen, sofern die App das unterstützt.

Mit dem Standardsystem antwortet man per Chat. Für Sprachkommunikation arbeitet DiveVolk mit Ocean Reef an einer Lösung für Vollgesichtsmasken, die auf der boot 2026 funktionsfähig gezeigt wurde.

Wie lange hält der Akku?

DiveVolk gibt für die Funkeinheit mit vier 21700-Akkus eine Laufzeit von rund 60 Stunden an, im Test ließ sich das problemlos bestätigen. Die Unterwassereinheit braucht keine eigene Stromversorgung, das Smartphone arbeitet autark.

Was braucht man für den Betrieb?

Ein passendes Smartphone (im Test ein iPhone 13 Pro), eine handelsübliche SIM-Karte (im Test Prepaid) für die Funkeinheit und stabilen Mobilfunkempfang am Tauchplatz. Aufbau und Ersteinrichtung dauerten im Test zusammen höchstens rund eine halbe Stunde.

Nein, im Praxistest gab es keine akustischen Signale, keine blinkenden Anzeigen und keine aktive Funkübertragung unter Wasser. Die Verbindung zur Oberfläche läuft ausschließlich über das Kabel.

Der Preis lag zum Erscheinen der Printausgabe bei 3199 Euro.

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