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Unterwasserfotografie



Weitwinkel-Zooms: Die Herrscher über den Raum

Mit Weitwinkel-Zooms bekommt man mehr aufs Bild – und das mit großer Schärfentiefe. Zu den Vertretern dieser Objektiv-Generation gehören das Sigma 8–16-mm-Zoom für APS-C-Kameras sowie die 7–14-mm-Optiken von Olympus und Panasonic für das Micro-Four-Thirds-Format.


Fotoschule Teil 1: Tipps für Einsteiger

In unserer Fotoschule geben wir Tipps, wie man auch als Einsteiger gute Unterwasser-Fotos mit einer Kompaktkamera hinbekommt. Im ersten Teil erklärt TAUCHEN-Fotograf Wolfgang Pölzer, wie man seine Kamera auf den ersten Tauchgang vorbereitet.






Süßwasserfische fotografieren

In heimischen Gewässern haben es UW-Fotografen nicht leicht: schlechte Sicht und wenig Fische. TAUCHEN-Fotograf Herbert Frei erklärt, wie man große und kleine, scheue und nachtaktive Süßwasserfische ins Bild bringt.


So gelingen Großfisch-Fotos

Makro ist klasse, aber irgendwann will man auch mal etwas Großes auf den Sensor bannen. Häufig ist es wie verhext und das begehrte Motiv ist schneller in den Fluten verschwunden, als es sich der Kreative wünscht. TAUCHEN-Fotograf und Autor Herbert Frei erläutert, wie „Big Pictures“ besser gelingen.


Die Unterwasserfotografie ist sicher eine der spannendsten und faszinierendsten Disziplinen der Fotografie und eine kleine Wissenschaft für sich. Sie fordert Taucher immer wieder aufs neue heraus. Egal ob blitzen und belichten, das richtige Unterwassergehäuse oder die richtige Kamera zu finden – im und unter Wasser Fotos zu machen unterscheidet sich in vielen Punkten von der Fotografie an Land. Unterwasserfotografen investieren viel Zeit und Mühe in ihr Hobby. Aber das Ergebnis kann sich mit etwas Übung wirklich sehen lassen: Faszinierende Aufnahmen einer fremden Welt mit Korallen und Meerestieren ziehen nicht nur Taucher in ihren Bann. Der Etos des Fremden und Unerreichbaren hat sich bis heute in gut gemachten Unterwasserfotos gehalten.

Unterwasserfotografie: Wie entstehen hochwertige Fotos? 

Urlaubs- und Gelegenheitsfotografen stehen mit der Bildgestaltung meistens auf Kriegsfuß, weil die fotografische Übung fehlt und es mit den taucherischen Fertigkeiten nicht immer zum Besten bestellt ist. Die formalen Regeln der Bildgestaltung sind unter Wasser nicht anders als an Land. Doch in vielen Situationen bleibt einem nur wenig Zeit für den schulmäßigen Bildaufbau. Fische verändern in Sekundenschnelle ihren Standort, die Sonne steht nicht immer da, wo wir sie haben wollen, Schwebeteilchen, Wellengang und Strömung nehmen keine Rücksicht auf die Kreativität der UW-Fotografen. Zum Glück haben wir es heutzutage leichter, weil man am PC viele Gestaltungsfehler mit einer raffinierten Software ausbügeln, glätten oder sogar völlig ungeschehen machen kann. Darauf sollten Sie aber nicht zwangsweise bauen, denn das beste Bild ist immer eines, das in seiner Urfassung dem perfekten Endprodukt sehr nahe kommt. Die Bildgestaltungsregeln gelten im Übrigen für jede Brennweite und für jeden Abbildungsmaßstab und haben in jedem Gewässer die gleiche Priorität. Sie sind quasi neutral.

Die wichtigsten Gestaltungsregeln bei der Unterwasserfotografie 

Wer ein paar wenige Regeln beachtet, macht schnell aus einem einfachen Schnappschuss ein wirklich schönes, künstlerisches Bild. Die wichtigsten Regeln im Überblick:

Der Goldene Schnitt

Schon in der Antike haben sich Künstler und Geistesgrößen den Kopf zerbrochen, ob Schönheit berechenbar ist?  Erfunden wurde er von den alten Griechen. Sie schufen ein Maß, das wir heute den „Goldenen Schnitt“ nennen. Dieser steht für Harmonie, gefällige Bildaufteilung, Ebenmäßigkeit und abgestimmte Anpassung. Er macht Bilder zu Hinguckern, hebt den Inhalt visuell an und steht für eine präzise Ausgewogenheit im Verhältnis zu den anderen Objekten im Bild. Vermutlich spielt neben der Psychologie auch das Harmonieempfinden eine entscheidende Rolle. Man berechnet den Goldenen Schnitt nicht, sondern versucht die Motive gefühlsmäßig in den Goldenen Punkten zu platzieren.

Die Drittel-Regel

Der Goldenen Schnitt und die Drittel-Regel sind sowohl optisch als auch systemgemäß miteinander verwandt. Bei der Drittelregel wird das Bildformat sowohl horizontal als auch vertikal dreigeteilt und es ergeben sich neun Segmente. Man kann die Striche gedanklich ziehen oder die in der Kamera zuschaltbaren Gitterlinien bemühen. Die Drittelregel wird häufig mit dem Goldenen Schnitt verwechselt. Man kann die Drittelregel auch im Nah- und Makrobereich zelebrieren, wird aber oft an praktische Grenzen stoßen, denn es lässt sich kein Lineal anlegen, um Tiere exakt in diesen Bildaufbau zu bugsieren.

Hoch- und Querformat

Nicht quadratische Bildformate haben den Vorteil, dass sich auch Aufnahmen im Hochformat realisieren lassen. Das Hochformat spielt in der Bildgestaltung vieler UW-Fotografen leider nur noch ein Schattendasein. Hochformatige Bilder sind immer dann angebracht, wenn das Motiv hoch aufstrebend wächst (Schilf, Trichterschwamm, Korallenfächer) und ohne abgeschnitten zu werden oder die obere Formatlinie zu tangieren, nicht im Querformat untergebracht werden kann. Die Bildgestaltung mittels des Bildformates ist auch für Kompaktfotografen eine erstrebenswerte Option. Man fotografiert aber auch im Nah- und Makrobereich vertikal, obwohl es da deutlich schwieriger ist. Insbesondere dann, wenn nur ein Blitzgerät verwendet wird. Wer dieses nicht ordentlich positioniert, bekommt Schlagschatten. Viele Nacktschnecken und auch Bodenfische wirken im Hochformat dynamischer.

Video: Tipps und Tricks der Unterwasserfotografie

Gestaltungstricks bei der Unterwasserfotografie

Wenn aus einen Querformatbild ein Hochformat herausgeschnitten oder aus einer vertikalen Bilddarstellung ein Querformat gemacht wird, ist einiges zu beachten. In der Regel sind Querformatbilder aus dem Hochformat und umgekehrt nur empfehlenswert, wenn das unbeschnittene Bild mindestens 14 Megapixel groß ist.

Wettbewerbsfotografen pflegen eine ganz besondere Art, das Quer- und Hochformat so zu nutzen, dass visuell das Optimum dabei herauskommt. Insbesondere bei Fischaufnahmen kommt es mitunter vor, dass der Bildaufbau keinen akzeptablen Kriterien genügt. Dann sollte man das querformatige Bild so drehen, dass es wie ein Hochformat aussieht. Dadurch kann man nicht nur viele Bilder von Fischen retten, sie können so gelungen wirken, dass aus der vormals langweiligen Aufnahme ein echter Hingucker wird.

Die Diagonale

Gestalterisch gehört die Diagonale zu den bildwichtigsten Elementen. Mit Ausnahme von Zirkularbildern (runde Abbildungen) gibt es in jedem Bild zwei Diagonalen. Sie führen gemäß der geometrischen Definition immer von den unteren zu den oberen Ecken und umgekehrt. Diagonal angeordnete Motive geben den Bildern eine dynamische Note. Mit Diagonalen kann man Impulse setzen und Bewegungen simulieren. Und es ist möglich, die Gefühle des Betrachters zu beeinflussen.

Die besten Tipps der Unterwasserfotografie regelmäßig in TAUCHEN

Wie eingangs bereits beschrieben, ist die Unterwasserfotografie eine Wissenschaft für sich. Neben diesen praktischen Gestaltungstipps für UW-Fotos gibt es noch etliche Regeln, die Taucher beachten sollten, um unter Wasser gute Fotos zu gestalten. Regelmäßig haben wir im TAUCHEN-Magazin Tipps, Tricks und nützliche Infos, um Ihre Unterwasserbilder noch schöner zu machen. Schauen Sie doch einfach mal rein!