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Die meisten Wale und Delphine in den weltweiten Vergnügungsparks stammen aus Wildfängen.

Die meisten Wale und Delphine in den weltweiten Vergnügungsparks stammen aus Wildfängen.

Delphin-Treibjagd in Japan erschüttert die Weltöffentlichkeit

Japan hat es wieder getan – in Taiji wurden erneut Delphine gefangen genommen und abgeschlachtet. Wie der WDC und OceanCare jetzt berichten, wurden einige der Tiere auch an Russland verkauft. Für die Olympia-Eröffnungsfeier soll sogar eines der Tiere als Fackelträger herhalten

Seit September 2013 finden in dem japanischen Fischerdorf Taiji die jährlichen, blutigen Treibjagden auf Delphine statt. In den letzten fünf Monaten wurden nicht nur zahlreiche Tiere grausam getötet, 97 Delphine wurden für die Delphinarien-Industrie lebend gefangen genommen – allein 51 davon in der letzten blutigen Jagd am 17. Januar 2014. In den letzten beiden Jahren wurden (verstärkt) Vergnügungsparks in China zur Zieldestination der in Taiji gefangenen Delphine, ebenso Russland, Gastgeberland der olympischen Winterspiele. Die Öffentlichkeit kritisiert die Treibjagden massiv. Die Wal- und Delphinschutzorganisation WDC und OceanCare setzen sich mit vereinten Kräften für ein Fangverbot von Walen und Delphinen aus freier Wildbahn ein.

Tödliches Vergnügen
Treibende Kraft hinter der brutalen Delphintreibjagd in Taiji ist die weltweite Vergnügungsparkindustrie, die zunächst junge Tiere selektiert und viel Geld für die zukünftigen Showakrobaten bezahlt. Seit der Vergabe der Olympischen Winterspiele an die russische Schwarzmeerhafenstadt Sotschi wurden dort Einrichtungen zur Haltung von Delphinen neu- bzw. ausgebaut unter dem Vorwand der nachhaltigen Tourismusentwicklung in der Region. Landeten bisher Delphine aus dem Schwarzen Meer in Sotschis Delphinarien, so wurden in den vergangenen beiden Jahren auch Tiere aus Japan nach Russland eingeführt. Die offizielle Statistik Japans listet für das Jahr 2012 die Ausfuhr von vier Großen Tümmlern nach Russland, Artenschutzorganisationen haben die Ausfuhr von 15 weiteren Delphinen aus Japan nach Russland im Jahr 2013 dokumentiert, die offizielle Handelsstatistik für das Jahr 2013 liegt noch nicht vor. Auch wenn offiziellen Exportdaten geschützter Tiere nicht den genauen Haltungsort benennen, so besteht kein Zweifel daran, dass zumindest einige dieser Tiere in den Anlagen in Sotschi gehalten werden, was auch die Betreiber selbst in ihrer Kommunikation bestätigen. „Einige der Betreiber rühmen sich, Delphine in Japan gerettet zu haben. Doch in Wahrheit ist der Handel mit diesen Tieren der Motor für das Gemetzel Hunderter Delphine.“ kritisiert Sigrid Lüber, Präsidentin der internationalen Meeresschutzorganisation OceanCare die Vorgänge. Das skrupellose Denken der Veranstalter zeigt sich auch bei der Planung und Umsetzung des Olympischen Fackellaufs. Laut russischen Medienberichten soll am 4. Februar 2014 ein Delphin einen Athleten mit dem olympischen Feuer in der Hand durch das Becken ziehen.

Walfang boomt in Russland
Auch der Fang von Schwertwalen und Weißwalen boomt in Russland. Mindestens sieben Orcas wurden im Sommer 2013 in den Gewässern Ostrusslands gefangen und sollen künftig die Kassen der Delphinarien klingeln lassen. Zwei der Tiere sind bereits nach Moskau transportiert worden, und auch in Sotschi sollen die schwarz-weißen Riesen  eintreffen, unklar sei nur der Zeitpunkt, wie OceanCare und WDC aus zuverlässiger Quelle wissen. „Der Missbrauch von Großereignissen für die Umsetzung grotesker und völlig überholter Entertainmentprojekte auf Kosten hoch intelligenter Meeressäuger ist eklatant. Wir fordern vom Olympischen Komitee IOC die Einführung ethischer Grundregeln, die keine haltlosen Floskeln darstellen, sondern absurde Projekte, die Tierleid verursachen, unterbinden“, sagt Dr. Karsten Brensing von WDC, Whale and Dolphin Conservation.

Für die Freilassung der Tiere
Die breite Öffentlichkeit, politische Einrichtungen wie die Botschaften der Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien in Japan, der deutsche Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich, sowie prominente Persönlichkeiten, wie Yoko Ono Lennon, kritisieren die Treibjagden massiv. Mit Petitionen an das Internationale Olympische Komitee bringen Menschen aus aller Welt ihre Betroffenheit zum Ausdruck und verlangen die Freilassung der Tiere. OceanCare und die WDC unterstützen diese Proteste und klären die Öffentlichkeit über das Martyrium von Walen und Delphinen in Gefangenschaft auf. Mit vereinten Kräften setzen sie sich in internationalen Gremien für ein Fangverbot von Waltieren aus freier Wildbahn ein. Im November 2013 hat OceanCare im Rahmen einer internationalen Tagung erreicht, dass Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres das bereits vorgeschriebene Fangverbot für Wale und Delphine verschärft überwachen und umsetzen soll. Weitere Infos findet ihr auf www.oceancare.org und www.whales.org