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Finnwale_MIttelmeer.jpg © Sven Sjoestroem

Finnwale vor Kroatien gesichtet

Da hatte ein Segler vor der kroatischen Insel Vis mächtig viel Glück: Er konnte eine Gruppe von bis zu 25 Meter langen Finnwalen von seinem Boot aus beobachten

Man kann es ruhig eine Sensation nennen, was ein deutscher Segler am Pfingstmontag den 28. Mai 2012 in der kroatischen Adria erlebte: Er sichtete sechs bis acht Finnwale bei der auf Höhe von Split gelegenen Insel Vis. Die mit bis zu 25 Meter Länge zweitgrößten Tiere der Welt tauchen zwar immer mal wieder als „Gäste“ in der kroatischen Adria auf, „aber derart viele Finnwale wurden uns seit Beginn unserer Aufzeichnungen zum Vorkommen von Meeressäugern in der kroatischen Adria vor elf Jahren noch nie gemeldet“, freut sich Ulrike Kirsch, Leiterin des Projekts zur Rettung der letzten Adria-Delfine bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). Grund für den Walbesuch dürfte ein durch günstige Strömungen verursachtes reichhaltiges Nahrungsangebot sein.

Immer mehr Wale in der Adria
So spektakulär hat die Beobachtungssaison für die GRD noch nie begonnen. Vor zwei Wochen erst hatte die Organisation Kroatienurlauber zur Mithilfe aufgerufen und darum gebeten, Delphinsichtungen in der kroatischen Adria zu melden. Zehn Seemeilen nördlich der mitteldalmatinischen Insel Vis machte ein Segler die folgende Beobachtung: „Ich habe zwei Gruppen von jeweils drei bis vier Walen beobachtet. Die beiden Gruppen waren zeitgleich so weit auseinander, dass man sagen kann, dass es nicht ein und dieselbe Gruppe war.“ Bereits Ende April meldeten die kroatischen Medien die Sichtung eines über 16 Meter langen Finnwals in der Nähe von Vis.   Finnwale, deren gelegentliches Vorkommen in der Adria im frühen 18. Jahrhundert erstmals registriert wurde, sind wie alle Meeressäuger in Kroatien gesetzlich geschützt und so werden bei Bedarf entsprechende Maßnahmen ergriffen. Wie etwa im August 2000, als sich eine Finnwalmutter mit ihrem Nachwuchs bei der Insel Hvar aufhielt. Zu ihrer Sicherheit wurde der Kanal von Hvar auf Veranlassung der GRD-Projektpartner in Kroatien von der Universität Zagreb für die Schifffahrt gesperrt. Die von der GRD gesammelten Sichtungsdaten fließen in Analysen ein, die für die Internationale Walfangkommission (IWC) von den Mitgliedsländern aufgestellt werden. Sie sind Teil der Bewertungsgrundlage für Maßnahmen, um bedrohte Meeressäuger zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten. So haben in der Adria, in der bis in die 60er-Jahre mehrere Tausende Delphine beheimatet gewesen sein sollen, nur noch 220 Große Tümmler überlebt.

Meldebogen und Hinweise zum korrekten Verhalten bei Begegnungen mit Walen und Delphinen in freier Wildbahn können im Büro der GRD angefordert oder online abgerufen und ausgefüllt werden. Weitere Infos findet ihr auf www.adriadelfine.de .